Urheberechtsreform: Nicht allles ist negativ und Alternativen
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Die Urheberrechtsreform ist von den Vertretern der EU-Staaten bereits abgesegnet, obgleich die Mehrheit hierfür nicht groß war. Das EU-Parlament muss die neuen Gesetze noch verabschieden - werden sie so durchgewinkt, wie sie derzeit sind, drohen Uploadfilter. Wir erklären, was Uploadfilter sind, und versuchen, das Wichtigste rund um das Thema verständlich zusammenzufassen.
Nicht alles ist nur negativ
Die Sorgen sind groß, doch nicht in allen Punkten trifft das zu, was einige lauthals über diverse Kanäle verbreiten. Kleine Firmen sind zudem auch nicht sofort von einer großen Keule bedroht, denn die Pflicht, dass keine nicht legalen Inhalte online erscheinen dürfen, greift erst dann, wenn eine Firma länger als drei Jahre besteht, die Nutzerzahl pro Jahr über fünf Millionen liegt und der Umsatz auf über zehn Millionen Euro pro Jahr steigt.
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Wenn man sehr optimistisch ist, könnte man vielleicht sogar hoffen, dass diese Regelung auch dazu dienen soll, in den nächsten ein bis zwei Jahren zunächst zu schauen, ob die neuen Gesetze gut funktionieren oder nicht, um dann noch Anpassungen einzuleiten, bevor kleinere Firmen in die Gefahr von Strafzahlungen kommen. Allerdings wird es, sofern das EU-Parlament der aktuellen Fassung der Urheberrechtsreform zustimmt, in jedem Falle zu Einschränkungen kommen, die über das hinaus gehen, was eigentlich für einen fairen und auch nötigen Schutz von urheberrechtlich geschützten Inhalten nötig ist. Dass gehandelt werden muss, sollte jeder verstehen, der auch weiterhin möchte, dass vor allem kreativ arbeitende Menschen von ihren Werken leben können. Doch offenbar versteht die Politik zu wenig vom für sie scheinbar zu neuen Medium Internet und hat sich zu sehr von der Seite der Lobbyisten beeinflussen lassen, die für eine sehr strenge Regulierung sind. Ein kleiner Funke Hoffnung ist noch vorhanden, denn Politiker einiger Länder, die der Reform grundsätzlich zugestimmt haben, sehen die Möglichkeit, dass ihre Vertreter im EU-Parlament speziell wegen des Artikel 13 der Reform nicht zuzustimmen. Auch bei den Rechteinhabern gibt es einige Stimmen, die die Vorteile eines relativ freien Internets in der Summe für nützlicher halten eine stenge Regulierung.
Alternativen
Eigentlich ist man sich ja einig darüber, dass Werke besser geschützt werden müssen. Wenn beispielsweise ein neues Album einer Band schon am Tag des Release in Top-Qualität auf einem Portal kostenfrei erscheint, ist das in den weitaus meisten Fällen für die Band ein großer Schaden. Natürlich kann es in manchen Fällen auch passieren, dass eine Band überhaupt erst durch diesen Upload eine größere Zahl an Nutzern erreicht und am Ende mehr CDs und Konzerttickets verkauft als wenn es das Album nicht kostenfrei zum Download gegeben hätte - aber die Band beziehungsweise der Rechteinhaber muss dies selbst entscheiden dürfen. Wie kann man nun aber dafür sorgen, dass das Album nicht ungeprüft bei YouTube hochgeladen wird? Oder dass jemand eine faire Abgabe bezahlt, der bei YouTube seine Spielevideos mit Musik untermalt, die ihm viele Clicks bringt, für die er aber keinen Cent bezahlt hat? Oder dass jemand auf Instagram damit Geld verdient, dass er Fotos von professionellen Fotografen verwendet, sie unter seinem eigenen Namen postet und damit viele Follower erreicht?
Bisher musste ein Rechteinhaber den Verstoß bemerken und ihn dem Betreiber der Website melden. Künftig muss der Websitebetreiber sicherstellen, dass der Inhalt erst gar nicht auf der Website (oder in der App) erscheint. Beides sind Extreme, die entweder den Rechteinhabern oder den Nutzern und der Freiheit des Internets schaden. Eine simple und gut funktionierende Regelung zu finden, ist bei genauerem Hinsehen wirklich nicht leicht - aber genau dafür wären eigentlich die Fachleute da, die die Gesetze entwerfen und die Freiheit des Internet sowie die Rechte von Kreativen gleichermaßen schützen sollen. Denn eine ausgewogene Rechtslage nutzt beiden Gruppen am Ende am meisten.
