Marvel's Midnight Suns im Test

Test Matthias Dammes 53,99 €
Marvel's Midnight Suns im Test
Quelle: PC Games

Im Test von Marvel's Midnight Sun gehen wir der Frage nach, ob die Entwickler von Firaxis Games neben der Taktik auch Rollenspiele können.

Die Zeit, die wir vor und nach den Missionen in der Abtei verbringen, ist ein integraler Bestandteil des Spiels und mindestens genauso wichtig wie die Taktikkämpfe. Denn dort findet ein Großteil der Erzählung statt - und Marvel's Midnight Suns hat verdammt viel zu erzählen. Wir waren regelrecht erstaunt, wie viel es in der Abtei zu tun gibt und wie viele Gespräche wir mit unseren Kameraden führen konnten. Selbst, wenn wir einige Tage lang nur generische Missionen erledigt haben und die Story schon länger nicht mehr vorangetrieben wurde.

Die Charaktere sind immer wieder an anderen Stellen des Geländes anzutreffen und haben häufig Neues zu erzählen. Auch, wenn wir nicht direkt mit Hunter in einen Dialog einsteigen, werden wir regelmäßig Zeuge von angeregten Unterhaltungen zwischen den Helden. Da tauschen sich Robbie Reyes und Peter Parker über Videospiele aus, an anderer Stelle sinnieren Steve Rogers und Logan über die verrücktesten Dinge, die sie erlebt haben. Sobald Hunter direkt in Dialoge involviert ist, stehen uns mehrere Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. Dabei treffen wir zwar keine Entscheidungen, die den Fortgang der Geschichte beeinflussen, aber wir formen den Charakter unseres Helden und die Beziehung zu unseren Mitstreitern. Mit den richtigen Antworten verdienen wir Freundschaftspunkte beim Gesprächspartner.

Diese fließen in ein Freundschaftslevel, das auf höheren Stufen Boni auf dem Schlachtfeld gewährt. Zusätzlich gibt die sogenannte Balance, die bestimmt, ob wir dem Pfad des Lichts oder der Dunkelheit folgen. Mit beiden Ausrichtungen gehen eine entsprechende Persönlichkeit und dazu passende, mächtige Belohnungen für den Kampf einher. Marvel's Midnight Suns im Test. (2) Quelle: 2K Games Marvel's Midnight Suns im Test. (2)

Buchclub und Mysterien

In den Abendstunden warten zusätzliche Interaktionsmöglichkeiten. So können wir mit einem Helden unserer Wahl abhängen, um ihm oder ihr näherzukommen. Einzelne Gruppierungen schließen sich zudem zu Clubs zusammen, deren Sitzungen wir abends beiwohnen können. All diese Gespräche und Interaktionen formen ein umfangreich ausgearbeitetes Gesamtbild des Marvel-Universums.

Dabei machen es sich die Entwickler zunutze, dass Protagonist Hunter die letzten 300 Jahre verschlafen hat. So kann sehr viel Marvel-Lore an den Spieler gebracht werden, ohne dass es sich deplatziert anfühlt. Kenner der Comics freuen sich auf zahlreiche Anspielungen und Hinweise, die weit über die im Spiel vorhandenen Charaktere hinausgehen.

Ausgezeichnet gefallen hat uns, dass wir auch mal ein bisschen was über weniger bekannte Charaktere wie Nico Minoru und Magik erfahren haben. Letztere entwickelte sich schnell zu unserem Liebling.

Aber natürlich ist bei einer Ansammlung von einem Dutzend mächtiger Superhelden und einer Handvoll Nebencharakteren nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Wenn man die erfahrenen Avengers, die schon diverse Weltbedrohungen ausgeschaltet haben, mit den jungen, aufstrebenden Midnight Suns zusammenpackt, kommt es unweigerlich zu Spannungen.

Der arrogante und besserwisserische Tony Stark, der bislang noch jedes Problem mit Geld und Technologie lösen konnte, lässt sich nichts von ein paar Kindern erzählen. Dabei haben die aktuellen Probleme viel mit Magie zu tun, von der die Midnight Suns deutlich mehr verstehen.

Vor dem Hintergrund dieser Spannungen ist es umso bedauerlicher, dass einige Charaktere im Verlauf der Story eine Entwicklung vermissen ließen. Klar, ein Steve Rogers braucht sich nicht groß ändern, der ist bereits ein leuchtendes Beispiel eines guten Menschen. Aber bei anderen Kandidaten haben wir mehr erwartet.

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