Like a Dragon: Ishin! - Samurai-Yakuza mit Macken
Test
Bei seinem ursprünglichen Release erschien das Yakuza-Spin-off Ishin noch allein Japan, doch nun bekommen Like-a-Dragon-Fans endlich eine Mischung aus Remake und Remaster des Action-Adventures. Wir haben uns als Sakamoto Ryoma durch allerhand Samurai geschnetzelt, um euch zu verraten, ob sich das lange Warten auf den Titel gelohnt hat.
Selbst die Gesichter und Charaktermodelle der wichtigen Charaktere sehen nicht so gut aus, wie wir es eigentlich aus der Reihe gewohnt sind. Das hängt auch damit zusammen, dass Ryu Ga Gotoku Studio diesmal nicht die hauseigene Dragon-Engine, sondern die Unreal Engine 4 nutzte. Die sorgt außerdem dafür, dass Objekte und NPCs oftmals auffällig ins Bild poppen und man den Texturen beim Nachladen zusehen kann.
Auch am Gameplay hat der Zahn der Zeit an manchen Ecken genagt. Klar, selbst in den neueren Spielen des Entwicklers müssen wir oftmals viel hin und her laufen, aber bei Ishin nimmt das manchmal extreme Ausmaße an.
Viel zu häufig müssen wir allein von unserer Herberge ganz im Süden der Karte zu einem Lager im Nordwesten laufen, um dort dann ein kurzes Gespräch zu führen und anschließend wieder zurück zu stapfen. Natürlich gibt es auch eine Schnellreise-Option per Sänfte, aber der Spielfluss leidet dennoch manchmal unter diesem Hin und Her. Überhaupt gibt es einige nervige Kleinigkeiten, wie nicht verschwindende manuelle Marker, wenn man das Ziel erreicht, sodass man erst mal wieder die Karte öffnen muss, um den Marker selbst zu entfernen. Eben so kleine Komfortfunktionen, die selbst beim ursprünglichen Release von Ishin schon viele Spiele boten.
Ein schlechter Serienteil?
Deshalb ist Like a Dragon: Ishin aber keineswegs ein schlechtes Spiel. Vor allem langjährige Fans der Reihe dürfen sich freuen, das zwar mittlerweile etwas altbackene, aber doch atmosphärische und spaßige Spin-off endlich nachzuholen. Vor allem die Kämpfe machen richtig Laune und es ist seltsam befriedigend, die bekannten Recken aus der Yakuza-Serie hier in anderen Rollen zu sehen. Dass die Geschichte ein paar Schwächen hat und ein paar Gameplay-Elemente nicht mehr ganz frisch sind, fällt nicht so sehr ins Gewicht. Kenner der Reihe können sich damit arrangieren.
Wer jedoch überlegt hat, mit Ishin in die Serie einzusteigen, da hier ja keine Vorkenntnisse benötigt werden, dürfte stellenweise schon genervt sein. Neulingen empfehlen wir hier eher neuere Serienableger oder die Judgment-Spiele. Ohnehin wäre bei diesem Remake oder Remaster technisch einfach etwas mehr drin gewesen und für den Spielspaß mindernden Bug mit der Heat-Anzeige gibt es ohnehin Punktabzug. Insgesamt gesehen ist Like a Dragon: Ishin ein guter, aber kein herausragender Serienteil, der auch in der Neuauflage noch veraltet ist und ein paar technische Probleme hat.
Like a Dragon: Ishin! erscheint am 21. Februar 2023 als Remake/Remaster für Playstation 4, Playstation 5, PC, Xbox One sowie Xbox Series X und S. Das Spin-off der Yakuza-Reihe erschien ursprünglich im Jahr 2014 für PS3 und PS4 in Japan. Für diesen Test stellten uns Plaion/Sega die PS5-Version des Spiels zur Verfügung.
