Like a Dragon: Ishin! - Samurai-Yakuza mit Macken
Test
Bei seinem ursprünglichen Release erschien das Yakuza-Spin-off Ishin noch allein Japan, doch nun bekommen Like-a-Dragon-Fans endlich eine Mischung aus Remake und Remaster des Action-Adventures. Wir haben uns als Sakamoto Ryoma durch allerhand Samurai geschnetzelt, um euch zu verraten, ob sich das lange Warten auf den Titel gelohnt hat.
Alltag eines Samurai
Obwohl Ishin Mitte des 19. Jahrhunderts und eben nicht wie die anderen Like-A-Dragon-Teile ein modernes Gangster-Setting bietet, fühlen sich Serien-Veteranen direkt wie Zuhause. Spieltempo, Design, Gameplay und Inszenierung vermitteln sofort die altbekannte Yakuza-Atmosphäre. Stimmungsvolle, kleine Spielwelt trifft auf ernste Story, zahlreiche Nebenbeschäftigungen, teils herrlich alberne Sidequests und natürlich jede Menge Haudrauf-Action. Schließlich streifen auch durch Kyo allerhand großmäulige Ekelpakete, die sich nur dadurch besänftigen lassen, dass wir ihnen ordentlich die hässliche Visage verbeulen. Allzu viel hat sich in der Zeit zwischen Ryoma und Kiryu in Japan also anscheinend nicht geändert.
Das Ziel der nächsten Story-Mission ist stets auf der Mini-Map markiert, doch wer einfach nur die Geschichte verfolgt, verpasst natürlich sehr, sehr viel. Überall gibt es Geschäfte, Lokale oder Trainings-Dojos. Hinzu kommen dann noch allerhand Aktivitäten wie Singen, Tanzen, Karten spielen, eine Kampfarena, ein Bordellbesuch mit Sauf- und Bums-Minispiel und vieles mehr. Wer möchte, darf auch seine Schmiedekünste verbessern, um neue Waffen herzustellen, oder sogar auf einem eigenen Hof Gemüse anbauen und Vieh halten, um dann hinterher in der Küche leckere Gerichte zu kochen. Wie die Like-a-Dragon-Hauptserie oder die ebenfalls von Ryu Ga Gotoku Studio entwickelten Judgment-Teile bietet auch Ishin unglaublich viel rein optionalen Inhalt.
Auch die Nebenmissionen muss man eigentlich nicht erledigen, das Spiel stößt uns aber immer wieder darauf. Oftmals kommt es vor, dass wir nur zur nächsten Hauptmission laufen wollen, dabei aber an Leuten vorbeikommen, die uns sofort anquatschen und um Hilfe bitten. Spielerisch gehaltvoll sind diese Nebenquests nur selten. Meistens sollen wir irgendwas sammeln oder jemandem aufs Maul hauen. Dennoch bereichern diese kleinen Geschichten Ishin extrem, da sie im Gegensatz zur ernsten Hauptstory in der Regel äußerst amüsant sind. So bringen wir unter anderem einen Stubenhocker dazu, aus dem Hotel Mama auszuziehen, besorgen einer nach einer Gurke lechzenden Dame ihr Gemüse oder stolpern in einen Sumo-Puff. Es ist erneut unfassbar, wie es den Entwicklern immer wieder gelingt, sowohl großes Drama als auch wunderbar bescheuerten Quatsch in ihrem Spiel unterzubringen, ohne dass sich diese Elemente beißen.
Egal, was wir auch in der Spielwelt so machen, wir bekommen für fast alles Tugend gutgeschrieben, die wir an Schreinen einzahlen können, um dafür verbesserte Ausdauer, mehr Inventarplätze oder nützliche Dinge für unseren Hof zu erhalten. Wer wirklich alles in Ishin erledigen möchte, kann über 40 Spielstunden einplanen. Allein mit der Hauptstory verbringt man etwa 20 Stunden.
