Like a Dragon: Ishin! - Spaßiges, aber in die Jahre gekommenes Samurai-Yakuza

Test Christian Dörre
Like a Dragon: Ishin! - Spaßiges, aber in die Jahre gekommenes Samurai-Yakuza
Quelle: Sega

Bei seinem ursprünglichen Release erschien das Yakuza-Spin-off Ishin noch allein Japan, doch nun bekommen Like-a-Dragon-Fans endlich eine Mischung aus Remake und Remaster des Action-Adventures. Wir haben uns als Sakamoto Ryoma durch allerhand Samurai geschnetzelt, um euch zu verraten, ob sich das lange Warten auf den Titel gelohnt hat.

Like a Dragon: Ishin ist ein Spin-off der Yakuza-Reihe, die mittlerweile ja auch hierzulande Like a Dragon heißt, und erschien bereits 2014 für PS3 und PS4. Allerdings nur in Japan. Da die Serie sich bei uns aber seit einiger Zeit immer größerer Beliebtheit erfreut, müssen wir nun endlich nicht mehr auf diesen Teil verzichten. Ryu Ga Gotoku Studio und Sega bringen die Neuauflage des Spiels nämlich auch direkt in den Westen. Das neue Ishin ist laut den Entwicklern eine Mischung aus Remaster und Remake und versetzt uns in die Rolle eines Samurais gegen Ende der Edo-Zeit. Doch kann die Neufassung des neun Jahre alten Action-Adventures heute noch überzeugen? Schließlich haben die Spiele des Studios auch heute noch den Ruf, zwar immer charmant, in manchen Bereichen aber auch stets etwas altbacken zu sein. Wir haben uns durch Ishin geschnetzelt, um diese Frage zu beantworten.

Mord, Intrigen, Revolution

In Like a Dragon: Ishin übernehmen wir nicht einfach die Rolle irgendeines Samurais, sondern die von Japans Nationalhelden Sakamoto Ryoma, der einst maßgeblich zur Meiji-Restauration, also der Abschaffung des Shogunats beitrug. Als Ryoma lehnen wir uns also gegen das Bakufu auf, um Japan vom Ständewesen zu befreien. Das ist aber natürlich nicht alles, denn Ryu Ga Gotoku Studio erzählen nicht einfach die Geschichte des echten Ryomas nach.

Vielmehr verpacken sie das Leben des Samurais in eine serientypische Story voller Intrigen, Wendungen und persönlichen Schicksalsschlägen. Dabei nehmen sie sich mitunter sehr viele Freiheiten. Wichtige Persönlichkeiten aus der realen Geschichte, wie Oryo, Takechi Hanpeita oder Okada Izo, und auch gewisse Schauplätze kommen zwar im Spiel vor, aber teils in abgeänderten Rollen. Zudem werden die Hauptcharaktere in Ishin von Figuren aus dem Yakuza-Universum verkörpert. Ryoma ist hier also Kazuma Kiryu und auch Fan-Liebling Goro Majima ist natürlich dabei. Hier wollen wir aber auch nicht zu viel verraten. Fans von Like a Dragon können sich auf jeden Fall auf zahlreiche Auftritte bekannter Figuren freuen.

 (2) Quelle: Sega (2)

In Ishin ist die Story auch um einiges persönlicher als die reale Geschichte von Sakamoto Ryoma. Klar, der Zerfall des Shogunats ist das Ziel, viel wichtiger ist es unserem Protagonisten allerdings, den Mörder seines Ziehvaters aufzuspüren. Viele Spuren gibt es nicht, doch der Attentäter ist Meister eines besonderen Kampfstils. Also reist Ryoma unter falschem Namen nach Kyo, wo angeblich mehrere Samurai ebendiesen Stil beherrschen. Um dem Mörder auf die Schliche zu kommen, tritt Ryoma sogar einer verrufenen Samurai-Organisation bei und gerät so in ein Netz aus Lügen und Intrigen, das er nach und nach mit seinem Katana durchtrennt.

Wer schon mal einen Titel von Ryu Ga Gotoku gespielt hat, erwartet selbstverständlich auch etliche Überraschungen und Wendungen, und meistens sind diese Elemente auch hervorragend umgesetzt. Ishin müssen wir hier jedoch ein wenig kritisieren. Allgemein ist die Story mal wieder packend und zieht nach ein paar Spielstunden auch noch mal richtig an, aber im letzten Drittel haben es die Entwickler mit ihren Wendungen etwas übertrieben. Twist folgt auf Twist folgt auf Twist. Hier wäre weniger wirklich mehr gewesen, denn das geht alles auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Geschichte. Gerade auch, da die Story ohnehin schon ein paar Logiklöcher aufweist.

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