Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren

Test Felix Schütz
Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren
Quelle: PC Games

Vom Filzhut bis zum Peitschenknall: So stilecht war Indiana Jones seit Der letzte Kreuzzug nicht mehr. Update: Jetzt auch mit PS5-Wertung!

Gut gefällt mir hier aber das Leveldesign: Oft gibt's mehrere Wege, um ein Ziel zu erreichen und den feindlichen Soldaten auszuweichen. Man kann zum Beispiel über die Dächer klettern und dort an gespannten Seilen über die Gegner gleiten. Oder man schleicht durch eine Nebengasse, wo vielleicht ein Faschist mit einem Wachhund patrouilliert - hier kann man entweder kämpfen, die Wache ablenken oder einfach im richtigen Moment vorbeihuschen.

Oder man wählt einen Umweg, versucht es vielleicht über ein Baugerüst, klettert so in den ersten Stock hinauf und verschafft sich Zutritt zu einem Priesterbüro, in dem auch gleich schon die nächsten Hinweise auf mich warten.

In jedem Fall gilt: Bloß keinen Alarm auslösen! Denn Indiana Jones und der Große Kreis ist auch ein Schleichspiel - wenn auch kein besonders gutes.

Schwarzhemden vor einem Militärposten im Vatikan. Quelle: PC Games Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren - jetzt auch für PS5 (12)

Schleichen für Anfänger

Die Gegner-KI reagiert zwar meistens ganz zuverlässig, hin und wieder bemerke ich aber auch grobe Aussetzer. Als ich zum Beispiel eine Dynamitstange in einem Waffenlager hochjage, juckt das erst mal niemanden. Außerdem lässt sich die KI leicht austricksen. Wird man zum Beispiel von Gegnern entdeckt, braucht man meistens nur um die Ecke flitzen und kurz außer Sichtweite zu warten, schon ist wieder Ruhe eingekehrt. Das ist nicht realistisch, aber immer noch hundertmal besser als ein Game-Over-Bildschirm! Zur Not lassen sich Wachen auch mit einem Flaschenwurf ablenken, dann verlassen sie für einen Moment ihren Posten. So kommt man mühelos ans Ziel.

Oder man macht sich das Leben leichter und schnappt sich eine Verkleidung, zum Beispiel ein ägyptisches Arbeitergewand oder noch besser: eine Soldatenuniform. Damit könnt ihr dann gefahrlos in Feindeslager hineinspazieren, die meisten Gegner grüßen euch sogar. In Sukhothai habe ich mir die Uniform gleich als Erstes besorgt, danach musste ich so gut wie niemanden mehr bekämpfen, geschweige denn irgendwo hineinschleichen. Das machte viele Herausforderungen praktisch überflüssig.

Spätestens jetzt sollte ich es aber erwähnen: Erfahrungspunkte gibt es nur für das Lösen von Rätseln, für Sammelgegenstände oder gefundene Hinweise - nicht aber für besiegte Gegner! Es bringt also ohnehin nichts, ein Soldatenlager nach dem nächsten auszuradieren.

Indy verprügelt im Vatikan einen Faschisten ohne Shirt. Quelle: PC Games Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren - jetzt auch für PS5 (32) Mit Erfahrungspunkten könnt ihr Indys Fähigkeiten verbessern, sofern ihr vorher die nötigen Trainingsbücher gefunden oder gekauft habt. Dann lassen sich kleine Upgrades freischalten, mehr Kampfkraft zum Beispiel, ein zusätzlicher Lebensbalken, schnelleres Nachladen und so weiter. Den Großteil davon braucht man allerdings nicht, jedenfalls nicht auf der mittleren Schwierigkeitsstufe.

Und wird es doch mal haarig, kann sich Indy einfach ein paar Nahrungsmittel reinpfeifen, Obst oder Gebäck, das großzügig in den Levels verteilt ist. So erhält er vorübergehend mehr Schutz und Ausdauer - und spätestens dann verlieren die meisten Gegner schnell ihren Schrecken.

Benutze Faust mit Nazi

Obwohl der Große Kreis kein Shooter ist, könnt ihr euch in manchen Situationen durchaus den Weg freischießen. Indy ist zum Beispiel immer mit einem Revolver bewaffnet, außerdem kann er öfter auch Maschinengewehre, Karabiner oder Shotguns aufsammeln - sind sie Knarren leergeballert, werden sie einfach weggeworfen.

Gina und Indy kämpfen gegen Faschisten, Indy zückt einen Revolver. Quelle: PC Games Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren - jetzt auch für PS5 (14) Das ist in manchen Situationen zwar nicht unpraktisch, macht auch nur wenig Spaß: Sämtlichen Waffen fehlt es an Wucht, die meisten Feinde schlucken zwei bis drei Treffer. Ich habe darum meistens darauf verzichtet.

Die meisten Kämpfe regelt man ohnehin mit den Fäusten, denn hier schneidet die Action deutlich besser ab. Machine Games hat ein simples, aber zugängliches und schön wuchtiges Prügelsystem entwickelt, mit dem ihr Angriffe lässig kontern und einzelne Gegner packen könnt, um ihnen dann den Rest zu geben. Witziges Detail: Faustschläge lassen sich auch zu schweren Hieben aufladen - wenn ihr Gegner so erwischt, torkeln sie noch ein paar Schritte umher, bevor sie bewusstlos zu Boden gehen.

Zusätzlich kann Indy auch unterwegs jede Menge Zeug aufsammeln und als Nahkampfwaffe nutzen, darunter Besen, Kerzenständer, Schaufeln und vieles mehr. Damit teilt ihr Bonusschaden aus, unachtsame Gegner vertragen sogar nur einen Treffer. Allerdings gehen die Waffen auch sehr schnell zu Bruch und machen einen Höllenlärm, der weitere Feinde in der Nähe anlockt - also immer mit Bedacht einsetzen!

Indys wichtigstes Werkzeug bleibt aber natürlich seine Peitsche: Damit könnt ihr Gegnern einfach die Waffe aus der Hand klatschen, sie von den Füßen fegen oder mit einem Ruck zu euch heranziehen - damit werden viele Kämpfe zum Kinderspiel. Mit einem bestimmten Upgrade könnt ihr die Peitsche sogar nutzen, um unachtsame Gegner lautlos auszuschalten. Und falls ihr mal eine Wache an einem Abgrund entdeckt, könnt ihr die Peitsche getrost am Gürtel lassen - da genügt nämlich schon ein kleiner Schubs. Wird nie langweilig!

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