Vom Filzhut bis zum Peitschenknall: So stilecht war Indiana Jones seit Der letzte Kreuzzug nicht mehr. Update: Jetzt auch mit PS5-Wertung!
Der Schwerpunkt liegt auf dem Erkunden und Entdecken: Die drei mit Abstand größten Kapitel des Spiels (Vatikan, Gizeh und Sukhothai) sind als offene Schauplätze gestaltet, in denen man selbst entscheidet, was man als Nächstes tut: Bleibt ihr bei der Hauptquest, die euch mindestens 15 Stunden beschäftigen dürfte? Oder geht ihr einem Hinweis nach, der euch vielleicht in eine geheime Grabkammer oder einen verschollenen Tempel am Wegesrand führt?
Mein Tipp: Folgt nicht nur stur der Hauptaufgabe, sondern macht auch unbedingt die größeren Nebenquests! (Im Spiel heißen sie "Feldforschung".) Sie sind gut inszeniert, punkten mit netten Einfällen und fügen sich sinnvoll in die Handlung ein.
Anders sieht es bei den kleineren Nebenaktivitäten aus. Indy kann sich zum Beispiel in einem Boxring prügeln, um Geld zu verdienen. Oder er sammelt Medizinfläschchen, die man später gegen mehr Lebenskraft und Ausdauer eintauschen darf. Und dann gibt es noch massig Artefakte, die überall in den Levels versteckt wurden. In allen drei Erkundungsgebieten finden sich zwar viele solche Aufgaben, doch sie laufen immer gleich ab und auch die Belohnungen ändern sich kaum - dadurch verlieren sie leider schnell an Reiz.
Auf ein paar Aufgaben hätte ich auch gut verzichten können. Wenn ich im Vatikan plötzlich auf Dächer klettern und Katzen abfotografieren soll, frage ich mich schon, ob das noch zu Indy passt.
Quelle: PC Games
Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren - jetzt auch für PS5 (28)
Zumindest behält man aber stets den Überblick: Indy hat ein praktisches Notizbuch dabei, inklusive Karte und Questlog. Außerdem werden hier die unzähligen Briefe und Notizen eingeheftet, die man unterwegs findet. Mit einer Kamera macht ihr außerdem auch Fotos, wenn ihr Lust darauf habt, an bestimmten Orten weist euch das Spiel auch extra darauf hin - als Belohnung gibt's ein paar Erfahrungspunkte, selten auch mal einen Rätselhinweis.
Rätseln im Fackelschein
Meine Highlights waren aber immer die Momente, in denen ich geheime Eingänge finde, die mich in uralte Tempel und Gruften führen - das geht übrigens ganz ohne Ladezeiten, cool!
Quelle: PC Games
Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren - jetzt auch für PS5 (5)
Diese unterirdischen Locations kostet Machine Games genüsslich aus: Eine ausgezeichnete Beleuchtung, tolle Umgebungsdetails (Ratten, Skelette, alles da!) und eine gelungene Soundkulisse sorgen für klaustrophobische Spannung, wenn ich mich durch die engen Gänge zwänge. Gegner gibt's dort übrigens keine, mit Ausnahme von Skorpionen, die man stilecht mit der Fackel verscheuchen muss.
Dafür stehen hier die Rätsel im Vordergrund: Da muss ich zum Beispiel mehrere Jesusabbildungen richtig deuten und daraus eine Zahlenreihe bilden, die ich dann mit Schaltern eingeben muss. Oder ich ordne Zahnräder so an, dass sie eine antike Maschine in Gang setzen. Mehrmals muss ich auch Wasserströme durch Rohre leiten, Lichtstrahlen mit Spiegeln umlenken, Türen öffnen oder Plattformen senken. Kurzum: Nichts davon ist originell oder knifflig, aber es macht einfach Spaß, sorgt für Abwechslung und vor allem: es versprüht jede Menge Indiana-Jones-Flair.
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Indiana Jones und der Große Kreis im Test: Der beste Indy seit vielen Jahren - jetzt auch für PS5 (62)
Gut zu Fuß
Da manche Gebiete ziemlich weitläufig ausfallen, gibt's sogar ein kleines Schnellreisesystem: An Wegweisern dürft ihr zwar blitzschnell zu wichtigen Orten reisen, trotzdem seid ihr hier noch viel zu Fuß unterwegs - und das ist nicht immer spannend: Im Vatikan gibt's zwar massenhaft NPCs, die sich in den wunderschön texturierten Gebäuden und Höfen herumtreiben, doch letztendlich sind sie alle nur Statisten, die an ihrem festgelegten Platz bleiben. Das ist anfangs zwar stimmungsvoll, doch nach mehreren Spielstunden, die man allein für den Vatikan einplanen kann, nutzt sich die Kulisse spürbar ab.
