KI verändert die Gaming-Welt - und ist nicht mehr aufzuhalten
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Die Entwicklung von KI macht massive Fortschritte. Auch an der Games-Branche geht die Revolution nicht spurlos vorüber, im Gegenteil - und ist Gefahr, aber auch Chance.
"2024 war ein Jahr von Hype und wenig Substanz", dämpft Thompson gleich die Erwartungen. "Wir haben viele Demos gesehen, die das Potenzial dieser Technologie zeigen sollten - aber wenig, was greifbar, praktikabel und einsatzbereit ist."
Thompson kritisiert die Art und Weise, wie diese Demos in den Medien beworben und angepriesen wurden, als "nicht gerade hilfreich". Als Beispiel nennt er die NEO-Demo von Ubisoft: "Darüber haben die Entwickler selbst gesagt, dass sie noch lange nicht reif für ein vollständiges Spiel ist."
Auch Google bekommt bei Thompson sein Fett weg. Im Dezember 2024 hatte der Suchmaschinenriese Genie 2 vorgestellt, ein KI-Modell, das virtuelle Umgebungen simuliert. Im Netz sorgte Genie 2 für großes Aufsehen, schon war davon die Rede, dass Computerspiele künftig vollständig KI-generiert werden könnten.
Tommy Thompson ist da nicht so begeistert: Er nennt Genie 2 eine "coole Idee, die die Diskussion über die KI-Nutzung von Spielen in weiten Teilen des Novembers absorbierte - obwohl für jeden aus der Games-Branche offensichtlich ist, dass diese Idee so nicht umsetzbar ist".
Auch andere Demos dienen laut Thompson in erster Linie dazu, die Bedeutung der jeweiligen Firmen im KI-Wettrüsten zu unterstreichen - und den KI-Hype konstant zu befeuern. "Letztlich geht es darum, den Aktienkurs und die Investoren zu beeinflussen", sagt Thompson. "Ob die Spiele selbst dadurch tatsächlich interessant werden, ist eine viel wichtigere Frage. Und ich persönlich bin da sehr skeptisch."
Belangloses Beiwerk
Natürlich taucht KI zunehmend auch in AAA-Produktionen auf, sagt Thompson. "Ich weiß, dass die meisten AAA-Produzenten in der Entwicklung mit diesen Tools experimentieren." In den meisten Fällen sei Generative AI aber bisher nicht die Kernkomponente des Spiels, sondern schmückendes, letztlich belangloses Beiwerk.
Als Beispiele nennt Thompson die KI-generierten Ansagerstimmen in The Finals, das Cover von FoamStars, das Tool zum Erstellen von Emblemen in EA Sports College Football 25 und auch die Winter-Event-Kosmetik von Call of Duty. Der Experte sieht einen naheliegenden Grund, warum KI in diesen Games nur Beiwerk ist: "Wenn alles schiefgeht, ist es leicht zu entfernen." Thompsons KI-Fazit für 2024 fällt denn auch ernüchternd aus: "Es wurde nichts veröffentlicht, was wirklich bedeutsam gewesen wäre."
Auch 2025 mangelt es nicht an spektakulär klingenden Ankündigungen. Am 19. Februar meldete Microsoft, man habe bei Games und Generative AI einen "Durchbruch" erzielt. Microsoft Research habe - in Zusammenarbeit mit dem Studio Ninja Theory - ein "world and human action model" (WHAM) entwickelt.
Das Besondere: Dieses Modell - es wurde "Muse" getauft - sei in der Lage, konsistente und abwechslungsreiche Gameplay-Sequenzen zu erzeugen. "Muse" könne nicht nur Gameplay auf Basis von Sprachbefehlen erzeugen, sondern auch Gameplay rund um eine bereits bestehende Spielumgebung generieren.
