Gaming-PCs: Normen für Bauteile und deren Maße

Special Antonio Funes
Gaming-PCs: Normen für Bauteile und deren Maße
Quelle: LC-Power

Wir haben für euch sechs Gaming-PCs mit Preisen von etwa 600 bis 2200 Euro zusammengestellt. In unserem Special gibt es aber auch einige Tipps dazu, welche aktuellen Gaming-CPUs zu empfehlen sind. Wir erklären auch, welche Normen es zum Beispiel für Gehäuse und Mainboards gibt, zudem erfahrt ihr, was ihr bei der Auswahl einer passenden SSD beachten solltet.

Tipps zur Auswahl: Normen für Mainboards, Gehäuse und mehr

Damit man beim Einbau von PC-Komponenten nicht dumm aus der Wäsche schaut, falls die gekauften Produkte nicht zusammenpassen, gibt es Normen. Zunächst einmal geht es um die Plattform, die ihr wählen möchtet, also zum Beispiel Intels Sockel 1700 oder AMDs Sockel AM4. Das Wort "Sockel" steht für die CPU-Einbauvorrichtung. Auf ein Mainboard mit einem bestimmten Sockel passen allein rein mechanisch nur CPUs, die den gleichen Sockel haben - dies schließt aus, dass ihr einen neuen Ryzen 5 7600X auf ein Mainboard mit dem inkompatiblen Chipsatz B550 (Sockel AM4) einbaut. Erst recht gilt das für den Fall, dass ihr eine AMD-CPUs auf ein Intel-Mainboard oder umgekehrt einbauen wollt.

In Einzelfällen kann es sogar trotz identischem Sockel Probleme geben, zum Beispiel wenn man eine brandneue CPU für den Sockel AM4 auf ein bereits sehr altes AM4-Mainboard setzen will. Mechanisch wird dies zwar funktionieren, aber die CPU wird möglicherweise nicht erkannt. Dieses Problem kann man oft, aber auch nicht immer durch ein BIOS-Update des Mainboards lösen.

Bei Intels Sockel 1151 musste Intel nach dem Release einer neuen CPU-Familie sogar dazu übergehen, für die neuen CPUs und Mainboards den Namen 1151v2 einzuführen, da selbst mit BIOS-Update keine Kompatibilität hergestellt werden kann. Uns geht es aber ohnehin eher um die mechanischen Voraussetzungen, was die Normen angeht. Mainboards gibt es in der Regel in vier verschiedenen so genannten Formfaktoren (in aufsteigender Größe): Mini-ITX, µATX, ATX und E-ATX. Auch Gehäuse haben einen dieser Formfaktoren - dabei muss das Gehäuse stets mindestens den Formfaktor haben, den auch das Mainboard hat. Mainboards, die einen kleineren Formfaktor als den des Gehäuses haben, passen aber immer. Denn die Rückseite der Mainboards mit Anschlüssen für USB, LAN, Audio und so weiter ist stets gleichgroß, also genormt.

Sharkoon QB One Quelle: Sharkoon Mini-ITX-Gehäuse wie dieses Sharkoon QB One haben oftmals ungewohnte Formen und sind sehr kompakt, brauchen aber besonders kleine Mainboards. Auch was den Platz um den Sockel herum angeht, gibt es Normen. Daher passen CPU-Kühler immer, solange sie vom Hersteller für den jeweiligen Sockel-Typ vorgesehen sind. In sehr seltenen Fällen hat ein Mainboardmodell aber besonders üppige Kondensatoren oder eigene Kühlkörper, so dass es trotzdem Probleme geben kann, und auch die RAM-Slots können je nach dem, welchen CPU-Kühler ihr kaufen wollte, zum Problem werden, wenn ihr dort wiederum RAM mit relativ hohen eigenen Kühlkörpern verwendet. Sofern ihr bei Berichten über das Mainboard oder den Kühler aber nichts Ungewöhnliches hört, sollte es unproblematisch sein. Netzteile unterliegen natürlich ebenfalls bestimmten Normen - bei sehr kleinen Gehäusen kann unter Umständen ein SFX-Modell nötig sein, aber für die weitaus meisten Gehäuse sind ATX-Netzteile angesagt. Achtet darauf, dass es ein modernes Modell ist und somit dann auch die nötigen Stromanschlüsse bietet. Für Grafikkarten sollten am besten mindestens zwei PCIe-8-Pin-Stecker vorhanden sein. Für SATA-Festplatten oder -SSDs sollte es genügend SATA-Stromstecker geben. Die moderneren einem RAM-Riegel ähnelnden M.2-SSDs brauchen keinen zusätzlichen Stromanschluss - sie werden über den M.2-Slot des Mainboards versorgt, den so gut wie jedes Mainboard hat, das in den letzten zwei bis drei Jahren auf den Markt kam. Viele Modelle haben auch zwei oder mehr M.2-Slots.

Last but not least: Auch RAM hat natürlich Normen. Bei den verschiedenen RAM-Arten wie DDR3, DDR4 oder DDR5 sind an verschiedenen Stellen des Riegel Einbuchtungen, die wiederum mit Erhebungen in den RAM-Slots übereinstimmen müssen. Ein DDR4-Riegel passt nur in einen DDR4-RAM-Slot und nicht in einen für DDR3- oder DDR5-RAM - außer ihr nutzt einen Hammer und rohe Gewalt. Dann könnt ihr euch allerdings auch direkt von eurem Mainboard verabschieden.

  1. Seite 1 Gaming-PCs: Einleitung und Prozessoren-Auswahl
  2. Seite 2 Gaming-PCs: Normen für Bauteile und deren Maße
  3. Seite 3 Gaming-PCs:Tipps zu SSDs und zwei Einsteiger-PCs
  4. Seite 4 Gaming-PCs: Je zwei Mittelklasse- und High-End-PCs
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