Gaming-PCs:Tipps zu SSDs und zwei Einsteiger-PCs

Special Antonio Funes
Gaming-PCs:Tipps zu SSDs und zwei Einsteiger-PCs
Quelle: LC-Power

Wir haben für euch sechs Gaming-PCs mit Preisen von etwa 600 bis 2200 Euro zusammengestellt. In unserem Special gibt es aber auch einige Tipps dazu, welche aktuellen Gaming-CPUs zu empfehlen sind. Wir erklären auch, welche Normen es zum Beispiel für Gehäuse und Mainboards gibt, zudem erfahrt ihr, was ihr bei der Auswahl einer passenden SSD beachten solltet.

Festplatte oder SSD, SATA oder M.2?

Zumindest für Windows solltet ihr bei eurem PC heutzutage nicht mehr auf eine Festplatte setzen. SSDs 480 bis 512GB Speicherplatz kosten unter 40 Euro, aber selbst für einen Einsteiger-PC empfehlen wir eine SSD mit 960 bis 1000GB Speicherplatz. Schon ab 60 Euro ist man hier bei Modellen mit SATA-Schnittstelle dabei, M.2-Modelle gibt es teils auch schon unter 70 Euro. Der Vorteil von M.2: Die potenziellen Datenraten sind deutlich höher, zudem wird eine M.2-SSD platzsparend auf dem Mainboard eingebaut und braucht keine zusätzlichen Kabel.

Besonders schnelle M.2-SSDs mit PCIe 4.0-Anbindung sind etwas teurer pro Gigabyte, und nicht jeder profitiert davon, dass eine solche SSD noch mehr Megabyte pro Sekunde scheffeln kann als eine M.2-SSD mit PCIe 3.0- oder SATA-Anbindung. PCIe 3.0 kommt bei guten Modellen auf etwa 3500 MB/s bei den Spitzenwerten, mit PCIe 4.0 sind doppelt so hohe Werte drin. Aber: Dies bedeutet mitnichten, dass ein Spiel dann doppelt so schnell lädt, und zwar nicht mal annähernd. Der große Vorteil im Vergleich zu einer Festplatte ist bei allen SSDs derselbe: das Wegfallen von Zugriffszeiten.

Bei einer Festplatte müssen Lese- und Schreib-Arme nach den Daten suchen, bevor die Daten fließen können. Diese Verzögerung ist die Zugriffszeit. Es kann daher sein, dass ein Spiel beispielsweise per Festplatte 90 Sekunden zum Laden benötigt und mit SSD schon nach 45 Sekunden bereitsteht. Ob die SSD aber dann nur mit SATA-Speed (maximal 600 MB/s) oder als hochmodernes M.2-Modell mit 7000 MB/s arbeitet, spielt keine so große Rolle mehr. Der zusätzliche Zeitgewinn beträgt in der Regel eher nur um die 3 bis 6 Prozent, in unserem Beispiel also vielleicht um die 2-3 Sekunden. Denn das Laden eines Spiels besteht nicht nur aus dem Bewegen von Daten. Festplatten empfehlen wir als reines Datengrab, zum Beispiel für Dokumente und Mediendaten, oder für Gamer, die so viele Spiele haben, dass die Installation der Games auf SSDs enorm teuer wäre. Denn für den Preis einer 1TB-SSD bekommt ihr bereits eine 4TB-Festplatte.

Zwei Einsteiger-PCs für 605 und 810 Euro

Wie starten nun unsere insgesamt 6 PC-Vorschläge mit zwei PCs für 605 Euro und 810 Euro aus dem Einsteigerbereich. Bei den Grafikkarten setzen wir auf eine AMD Radeon RX 6600 für den günstigeren PC sowie die große Schwester RX 6650 XT für den zweiten PC. Die genannten Modelle sind nur Beispiele, ihr könnt je nach Preis oder Auswahl in eurem Wahl-Shop auch zu anderen Herstellern greifen. Wer einen echten Budget-PC will, kann auch nur eine RX 6500 XT nehmen, die es ab 200 Euro im Handel gibt - allerdings kostet dies fast 50 Prozent an Spieleleistung und ist nur dann ratsam, wenn ihr aus Budgetgründen wirklich keine andere Wahl habt. Die CPU im ersten PC ist für ihren Preis zwar erstaunlich stark, aber der Core i3-12100F im zweiten PC bringt bereits über 20 Prozent mehr FPS, sofern man bei geringeren Auflösungen und Details unterwegs ist, was ja bei einem Einsteiger-PC eher das wahrscheinliche Szenario sein wird. Dies sind unsere beiden Vorschläge - unter der Tabelle gibt es noch ein paar Worte zu den CPUs:

Komponente Einsteiger-PC auf Intel-Basis für 605€ Preis ab   Einsteiger-PC auf Intel-Basis für 810€ Preis ab
CPU Intel Core i3-10100F (4x 3,6-4,3 GHz) 80 Euro   Intel Core i3-12100F (4x 3,3-4,3 GHz) 115 Euro
Mainboard Gigabyte H410M S2H V3 70 Euro   ASRock H610M-HDV 90 Euro
RAM 2x8GB G.Skil Aegis DDR4-3000 50 Euro   2x8GB Patriot Signature DDR4-3200 55 Euro
Grafikkarte MSI Radeon RX 6600 Mech 2X 8G 310 Euro   Sapphire Pulse Radeon RX 6650 XT 390 Euro
SSD Patriot P210 (1TB, SATA) 60 Euro   Emtec X250 SSD Power Plus (1TB, M.2) 70 Euro
Festplatte keine 0 Euro   keine 0 Euro
Gehäuse AeroCool Menace Saturn 40 Euro   LC-Power 7037B 45 Euro
Netzteil SilverStone Strider Essential 400W 40 Euro   Enermax MAXPRO II 500W 45 Euro
CPU-Kühler Kühler der boxed-CPU-Version 0 Euro   Kühler der boxed-CPU-Version 0 Euro
  Gesamtpreis 605 Euro   Gesamtpreis 810 Euro

Alternativen gibt es nur wenige, da ohnehin alle Bauteile sehr auf das Geringhalten der Kosten ausgelegt sind. Falls ihr unbedingt lieber eine Sechskern-CPU mit 12 Threads haben wollt, käme beim ersten PC ein Core i5-10400F für 135 Euro in Frage und bringt 15 Prozent mehr Gamingleistung als der Core i3-10100F. Rechnet man den Aufpreis von 55 Euro auf den gesamten PC hoch, geht dies auch völlig in Ordnung. Beim zweiten PC käme erst der Core i5-12400F für 200 Euro in Frage. Er bringt etwa 12 Prozent mehr Leistung als der Core i3-12100F - dies finden wir etwas zu wenig, zumal letzterer schon stark genug ist, nämlich stärker als der zuvor für den ersten PC genannte Core i5-10400F für den Sockel 1200. AMD-Fans können übrigens den Ryzen 5 5500 für den Sockel AM4 nehmen - die 115 Euro teure CPU ist etwas langsamer als ein Core i5-10400F.

  1. Seite 1 Gaming-PCs: Einleitung und Prozessoren-Auswahl
  2. Seite 2 Gaming-PCs: Normen für Bauteile und deren Maße
  3. Seite 3 Gaming-PCs:Tipps zu SSDs und zwei Einsteiger-PCs
  4. Seite 4 Gaming-PCs: Je zwei Mittelklasse- und High-End-PCs
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