Hard West 2 im Test + Video: XCOM trifft Wildwest-Horror - klappt's im zweiten Anlauf?

Test Felix Schütz 26,09 €
Hard West 2 im Test + Video: XCOM trifft Wildwest-Horror - klappt's im zweiten Anlauf?
Quelle: PC Games

Cowboys, Okkultismus und eine Extraportion XCOM: Fertig ist die Rundentaktik-Mischung, die auch im zweiten Teil funktioniert. Zum Hit reicht's leider trotzdem nicht. Im Test prüfen wir, wo es bei Hard West 2 hapert - und warum das Spiel trotz allem sein Geld wert ist. Update: Jetzt auch mit Test-Video.

Im Spielverlauf versammelt Carter mehrere Begleiter um sich. Von der sechsköpfigen Truppe dürfen aber immer nur vier eine Mission bestreiten, die zwei anderen bleiben auf der Ersatzbank. Die Figuren tappen zwar in das ein oder andere Klischee, sind aber trotz allem ganz gut gemischt. Neben Carter begleitet euch beispielsweise die agile Hexe Flynn, der untote Old Man Bill, der schießwütige Priester Lazarus sowie die amerikanischen Ureinwohner Laughing Deer und Cla'Lish. Jede Figur verfügt über einzigartige Fähigkeiten und passive Eigenschaften, die wir im Spielverlauf freischalten und die dafür sorgen, dass die gesamte Truppe bis zum Schluss relevant bleibt.

Den Großteil der linearen Story verbringt ihr in Missionen, die eine gute Mischung bieten. In manchen Levels müssen wir uns gegen eine Übermacht zur Wehr setzen oder zu einem besonderen Ziel vorarbeiten. Es gibt ein paar (simple) Bossgegner und mehrere Raubüberfälle, einmal sind wir auch in einem spirituellen Setting unterwegs. Die interessantesten Levels sind allerdings die, in denen wir fahrende Züge erobern oder verteidigen müssen. In diesen Missionen dürfen unsere Helden nämlich reiten, was nicht nur cool aussieht, sondern auch das Gameplay sinnvoll erweitert. So schicken wir einen Helden beispielsweise in den Sattel, lassen ihn schnell um einen Zugteil herumgaloppieren und beordern ihn dann wieder an Bord, um so beispielsweise den Gegnern in den Rücken zu fallen. Die Widersacher genießen allerdings die gleichen Vorteile und rücken ebenfalls auf Pferden an, das sorgt für Dynamik in diesen Missionen.

Bildergalerie

Unterschiede zu XCOM

Der Rest wirkt auf den ersten Blick vertraut, wer schon mal XCOM oder das erste Hard West gespielt hat, kennt die Grundlagen. Pro Runde schicken wir unsere Truppe von Deckung zu Deckung, lassen sie angreifen oder Spezialkräfte einsetzen. Dann ist der Gegner dran, so geht's Zug um Zug. Allerdings finden sich auch wichtige Unterschiede zu Firaxis' XCOM-Serie. So verfügen alle Helden beispielsweise über drei Aktionspunkte, die wir beliebig einteilen dürfen. Ein Gewehrschuss verbraucht drei Punkte, ein Pistolenschuss dagegen nur zwei, Nahkampfattacken einen. Das Coole daran: Wenn Punkte übrig bleiben, darf man sie auch nach einem Angriff verwenden, das heißt, ihr könnt beispielsweise eine Bombe werfen, dann in Deckung gehen und euch schnell noch ein Heilpaket reinpfeifen, alles in einer Runde.
An rot schimmernden Objekten lassen wir Schüsse abprallen und treffen so Feinde hinter ihrer Deckung. Quelle: PC Games An rot schimmernden Objekten lassen wir Schüsse abprallen und treffen so Feinde hinter ihrer Deckung.

Damit ihr eure Züge genauer planen könnt, zeigt euch das Spiel netterweise genau an, wie hoch eure Trefferchancen sind, sobald ihr den Cursor über das Spielfeld bewegt. Das Interface macht hier einen guten Job, sodass ihr leicht die ideale Schussposition für eure Truppe finden könnt.

Und das ist auch bitter nötig, denn in Hard West 2 steht ihr praktisch immer einer feindlichen Übermacht gegenüber. Sechs, acht oder auch mal zehn Gegner auf einmal sind keine Seltenheit. Das wirkt anfangs unfair, zumal es keine Overwatch-Funktion wie in XCOM gibt. Das heißt, ihr könnt eure Helden nicht einfach in Deckung schicken und die Gegner gemütlich mit Reaktionsschüssen wegpflücken. Dafür haben sich die Entwickler aber ein anderes Feature ausgedacht, das Hard West 2 von der Masse abhebt: das Bravado-System.
Bravado: Wer einen Gegner ausknipst, erhält sofort alle Aktionspunkte zurück. Quelle: PC Games Bravado: Wer einen Gegner ausknipst, erhält sofort alle Aktionspunkte zurück.

Der (einzige) Weg zum Sieg

Die Mechanik ist simpel, hat aber weitreichende Folgen: Sobald es einer Spielfigur gelingt, einen Gegner zu töten, erhält sie alle ihr Aktionspunkte zurück. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Schusswaffen, Knüppel, Dynamit oder Magie anwendet, Hauptsache der Gegner bleibt liegen. Wenn ihr dann noch ein weiteren Feind besiegt, gibt's gleich nochmal frische Aktionspunkte. Auf diese Weise lassen sich beliebig viele Tötungen verketten, das Bravado-System hat kein Limit und belohnt aggressives Vorgehen. Weil eure Waffen aber selten genug Schaden anrichten, um Feinde mit einem Treffer auszuknipsen, müsst ihr die Fähigkeiten eurer Truppe clever kombinieren und aufeinander abstimmen. Da geht es dann wirklich um jeden einzelnen Aktionspunkt, was viele Kämpfe zu regelrechten Taktik-Puzzles macht.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk