God of War: Ragnarök im Test - Kratos in Bestform - An diesem Meisterwerk kommt niemand vorbei
Test
Die Erwartungen an God of War: Ragnarök waren nach dem hervorragenden Vorgänger sehr hoch. Um so beeindruckender, was die Entwickler von Santa Monica Studio hier abgeliefert haben. Im ausführlichen Test haben wir mit Kratos ein außergewöhnliches Abenteuer erlebt, das wir so schnell nicht vergessen werden. Ein Fest für die Sinne, dass niemand verpassen sollte.
Mit dem Reboot von God of War sind die Entwickler von Santa Monica Studios vor vier Jahren ein nicht unerhebliches Risiko eingegangen. Das Spiel unterschied sich doch recht stark von den vorherigen Teilen der Reihe. Der Mut zur Neuausrichtung wurde jedoch belohnt und God of War mit Lob von Kritikern und Spielern nur so überhäuft. Der Titel konnte zudem unzählige Preise und Auszeichnungen als Spiel des Jahres einheimsen - und das in dem Jahr, als auch kein geringeres Epos als Red Dead Redemption 2 die Massen begeisterte.
Mit so einer Vorlage waren die Erwartungen an God of War: Ragnarök (jetzt kaufen 25,00 € ) nun natürlich gewaltig. Die Fallhöhe für einen Nachfolger ist ziemlich hoch, wenn den Spielern nicht erneut mindestens ein gleichwertiges Spektakel geboten wird. Nachdem wir das Spiel in den letzten Wochen gründlich durchgespielt und mit mehreren Redakteuren beackert haben, können wir aber festhalten, es wird den Erwartungen gerecht. Mehr noch: Den Entwicklern von Santa Monica Studios ist es gelungen, in nahezu allen Aspekten des Spiels noch mal eine Schippe draufzulegen. Wir waren regelrecht begeistert, wie uns das Abenteuer von Kratos und Atreus in seinen Bann gezogen hat.
Im folgenden Test versuchen wir euch so gut es geht zu vermitteln, was dieses Spiel so hervorragend macht. Das ist allerdings keine leichte Aufgabe. Denn im Mittelpunkt von God of War: Ragnarök steht seine fantastische Story, in der auch sehr viele der tollen Neuerungen und ausgebauten Gameplay-Elemente verankert sind. Daher kann allein die Erwähnung von gewissen Features bereits zu viel über die Geschichte und ihre Charaktere verraten. Natürlich wollen wir auf Spoiler verzichten, um euch den Spaß nicht zu verderben. An einigen Stellen werden wir uns daher lieber etwas vage halten. Wir hoffen, euch trotzdem gut vermitteln zu können, was dieses Spiel so großartig macht.
Lesetipp: In einem zusätzlichen Artikel mit einigen Spoilern gehen wir etwas genauer auf die Neuerungen ein.
In diesem Artikel
Götterdämmerung
Wie bereits in unserer letzten Vorschau vor dem Test festgestellt, beginnt das Spiel sehr unaufgeregt und setzt ohne große Veränderungen die Ereignisse des Vorgängers fort. Wir erinnern uns: Nachdem Kratos und Atreus ihre persönliche Quest abgeschlossen haben, bricht Fimbulwinter über die neun Reiche herein, der Vorbote von Ragnarök, dem Untergang der Götter. Seitdem ist einige Zeit vergangen und Atreus ist inzwischen zu einem Teenager herangewachsen, der immer mehr nach seinem Platz in der Welt sucht. Die Prophezeiung der Jotun und sein Name Loki lassen ihn nicht mehr los. Er sucht nach Antworten und gerät dabei auch immer wieder in Konflikt mit seinem Vater, der eigentlich nichts weiter will, als seinen Sohn zu beschützen.
Aber die Welt außerhalb ihres geschützten Waldes ist noch gefährlicher geworden. Freya hat den Tod ihres Sohnes noch nicht überwunden und dürstet noch immer nach Rache. Und dann sind da ja noch Odin und seine Sippe, die Kratos mit seinen Aktionen im ersten Teil ebenfalls gegen sich aufgebracht hat. Sich weiter zu verstecken und auszuharren, ist keine Option. Also machen sich die beiden auf die Suche nach Tyr, dem God of War des nordischen Pantheons, in dem sie sich einen mächtigen Verbündeten erhoffen. Das Spiel hält sich dabei übrigens nicht mit Erklärungen von Sachverhalten auf, die man aus dem Vorgänger kennen sollte. Diesen sollte man definitiv gespielt haben, um zu verstehen, was hier passiert. Man kann sich zwar im Hauptmenü ein Zusammenfassungsvideo anschauen. Das ist aber viel zu oberflächlich und erklärt in nicht einmal zwei Minuten kaum das Nötigste.
Quelle: PC Games
Freya ist nach den Ereignissen des Vorgängers noch immer nicht gut auf Kratos und Atreus zu sprechen.
Kampf gegen die Prophezeiung
Dass die Handlung nicht wieder bei null anfängt, hat seine Vorteile. Es ermöglicht den Entwicklern, eine richtig gut ausgearbeitete Geschichte zu erzählen, die auf den Ereignissen des Vorgängers aufbaut. Und was für eine grandiose Geschichte sie erzählen. Das Spiel schickt uns auf eine Reise mit vielen emotionalen Auf- und Abschwüngen. Ständig herrschen Reibungspunkte zwischen Kratos' Bestrebung, seinen Sohn von Gefahren fernzuhalten und Atreus' unbändigem Drang nach Antworten. Die Story ist diesmal zudem nicht nur ein persönliches Abenteuer von Vater und Sohn. Ragnarök steht vor der Tür, was viele andere Charaktere einbezieht. Die Entwickler bauen dazu vorhandene Nebenfiguren konsequent aus und führen diverse hervorragend integrierte neue Charaktere ein.
