God of War: Ragnarök im Test - Seite 3
Test
Die Erwartungen an God of War: Ragnarök waren nach dem hervorragenden Vorgänger sehr hoch. Um so beeindruckender, was die Entwickler von Santa Monica Studio hier abgeliefert haben. Im ausführlichen Test haben wir mit Kratos ein außergewöhnliches Abenteuer erlebt, das wir so schnell nicht vergessen werden. Ein Fest für die Sinne, dass niemand verpassen sollte.
Dazu kommen auch Erfahrungspunkte zum Einsatz, die wir auf unserem Abenteuer wieder reichlich sammeln. Genutzt werden diese Punkte neben dem Upgrade von bestimmten Ausrüstungen für die umfangreichen Talentbäume. Darin schalten wir eine Vielzahl neue Kampftechniken frei. Können wir die Leviathanaxt zu Beginn nur normal auf Gegner werfen, lernen wir später unter anderem, dabei eine mächtige Eisexplosion auszulösen. Zusätzlich haben die Entwickler dem ganzen Skillsystem noch eine Lerning-by-Doing-Komponente verpasst. Kombos und Kampfstile, die wir häufig benutzen, schalten nach einiger Zeit eine sogenannte Mod-Marke frei.
Damit können wir das betreffende Talent durch den Einsatz von Erfahrungspunkten zusätzlich modifizieren. Dem Sprungangriff fügen wir so wahlweise mehr Schaden, einen höheren Betäubungseffekt oder eine höhere Resistenz während der Ausführung hinzu. All diese Elemente gestalten das Skillsystem sehr umfangreich und vielfältig. Viele Spieler werden vermutlich kaum in die Lage kommen, das alles zu nutzen. Aber das System bietet so auf jeden Fall für jeden Spielertyp die richtige Spielweise sowie viel Raum und Motivation zum Experimentieren, wenn man bei einem schwereren Gegner mal nicht weiterkommt.
Quelle: PC Games
Das Spiel besticht mit einem hervorragenden Leveldesign, das jedem Reich seinen ganz besonderen Stil verleiht. Hier in Svartalfheim sieht es einfach nur schön aus.
In diesem Artikel
Mehr als nur Kulisse
Wenn wir nicht gerade die packende Story verfolgen oder Feinde vermöbeln, erkunden wir die vielfältige Spielwelt. Auch hier wachsen die Entwickler wieder über sich hinaus. Jedes der von uns erkundbaren Gebiete hat seinen ganz eigenen Stil und sorgt so für eine andauernde Abwechslung an Umgebungen während des gesamten Spiels. Allein schon der Ausflug ins wunderschöne Svartalfheim gleich zu Beginn des Spiels, lässt uns nur so staunen. Überall sind liebevoll herausgearbeitete Details zu entdecken, die uns immer wieder stehenbleiben lassen.
Das Spiel konzentriert sich diesmal auch nicht so stark auf ein zentrales Gebiet wie im Vorgänger, wo der See der Neun als zentrales Hub diente, zu dem man immer wieder zurückkehrte und wo man die meiste Zeit verbrachte. Stattdessen gibt es verteilt auf die verschiedenen Welten mehrere etwas größer ausfallende Erkundungsgebiete - stets gemischt mit linearen Abschnitten. So wechseln sich dramatische Story-Abschnitte sowie ruhigere Passagen zum Erkunden in einem angenehmen Mix immer wieder ab. Dazu haben die Entwickler auch die Bootsmechanik weitergedacht. Je nach Umgebung nutzen wir unterschiedlichste Fortbewegungsmittel wie Boot, Schlitten oder Reittier.
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Quelle: PC Games
In vielen der Nebenquests gibt es interessante Aufgaben zu erledigen, die uns auch diverse Charaktere näher bringen.
Die schicken Level dienen aber nicht nur als Augenschmaus, sondern haben auch wieder etliche Geheimnisse versteckt. Neben den Rohstoffen für unsere Ausrüstung gibt es wieder viel Hintergrundwissen, Schatzkisten mit wertvollen Upgrades und Sammelobjekte wie Artefakte und Odins Geisterraben zu entdecken. Nichts davon fühlt sich jedoch nach Fleißaufgaben oder lästiger Beschäftigungstherapie an. Im Gegenteil. All diese Aktivitäten werden befriedigend belohnt und sinnvoll in das sogenannte Worldbuilding integriert. So erfahren wir beim Finden eines Artefakts ein paar interessante Hintergrundinformationen. Die Geisterraben sind jetzt sogar in eine eigene Nebenquest eingebettet, die den grünen Spektralvögeln eine ganz neue Tiefe innerhalb der Geschichte verleiht. Gefallen haben uns dabei auch die vielfältigen Rätsel, die sehr schön in die Umgebung integriert sind. Die Entwickler haben sich dafür auch eine Reihe neuer Puzzlemöglichkeiten ausgedacht, bei denen wir unter anderem die Axt an bestimmten Oberflächen abprallen lassen oder mit dem Bogen Kettenreaktionen auslösen müssen.
Gehaltvolle Nebenquests
Die Nebenquests in God of War: Ragnarök sind von erstklassiger Qualität, die uns selig an die Zeiten eines The Witcher 3 erinnert hat. Zum einen geben sie immer wieder gezielten Anreiz, bestimmte Bereiche der Karte zu erkunden. Speziell auch im späteren Spielverlauf, wo uns die Aufgaben dazu animieren, in bereits besuchte Gebiete zurückzukehren, um dort mit inzwischen neu gelernten Fähigkeiten bisher unzugängliche Bereiche zu erkunden.
Die größte Stärke liegt zum anderen aber in dem, was die Autoren in diesen Quests erzählen. Es handelt sich praktisch nie um belanglose Nebenaufgaben, die nichts zum Gesamtbild beitragen. Stattdessen erzählen sie kleine Geschichten, die eng mit den Ereignissen oder den Charakteren der Hauptstory verknüpft sind. Sie helfen dabei Charaktere wie Mimir, Brok, Sindri und sogar Kratos' verstorbene Frau Faye noch detaillierter auszugestalten. Damit tragen die Nebenquests deutlich zum Gesamterlebnis bei und wir können nur jedem empfehlen, sich die Zeit dafür zu nehmen, sonst entgeht euch was.
