God of War: Ragnarök im Test - Seite 2

Test Matthias Dammes
God of War: Ragnarök im Test - Seite 2
Quelle: PC Games

Die Erwartungen an God of War: Ragnarök waren nach dem hervorragenden Vorgänger sehr hoch. Um so beeindruckender, was die Entwickler von Santa Monica Studio hier abgeliefert haben. Im ausführlichen Test haben wir mit Kratos ein außergewöhnliches Abenteuer erlebt, das wir so schnell nicht vergessen werden. Ein Fest für die Sinne, dass niemand verpassen sollte.

Besonders gut gefallen hat uns die Vielschichtigkeit aller Figuren. Wer ist Freund, wer ist Feind? Wem kann man trauen? Fragen, die wir uns immer wieder stellen, weil es keine einfachen Antworten darauf gibt. Selbst die Aesir, die verständlicherweise wie der natürliche Antagonist in der Story wirken, sind keine homogene Feindmasse. Auch unter ihnen gibt es klasse gezeichnete Akteure, die uns ein anderes Bild der Götter Asgards vermitteln. Die fantastische Erzählung lässt auch Zweifel am eigenen Handeln aufkommen. Während Kratos und Atreus sich immer wieder gegen die Vorhersehung stemmen und eigentlich ihr eigenes Schicksal formen wollen, scheinen sie dennoch immer tiefer in die prophezeiten Handlungsmuster zu verfallen. Das löst in uns verständliche Sorge um die lieb gewonnenen Charaktere aus. Lässt sich das Schicksal überhaupt besiegen? Auf jeden Fall gelingt es den Entwicklern, das hohe erzählerische Niveau bis zum Ende zu halten und einen befriedigenden Abschluss der Geschichte hinzulegen.

Großartig ist auch, wie es die Autoren meistern, dem eigentlich stoischen und wortkargen Kratos, tief emotionale Momente zu verpassen. Wenn beim knallharten Spartaner im exzellent animierten Gesicht die Lippen anfangen zu beben und Christopher Judge schauspielerisch über sich hinauswächst, bleibt uns gar nichts anderes übrig als emotional ergriffen zu sein. Allgemein machen viele der Schauspieler einen fantastischen Job. Die deutschen Synchronsprecher sind zwar bei den meisten Charakteren in Ordnung, können bei der emotionalen Tiefe aber nicht mit den Originalstimmen mithalten. Der Anfang des Spiels ist noch recht gediegen: Mit Kratos uns seiner Leviathanaxt vermöbeln wir böse Typen im verschneiten Midgard. Quelle: PC Games Der Anfang des Spiels ist noch recht gediegen: Mit Kratos uns seiner Leviathanaxt vermöbeln wir böse Typen im verschneiten Midgard.

Eine neue Dynamik

Das Gameplay startet zunächst ebenfalls mit sehr vertrauten Elementen. Mit der Leviathanaxt und den Chaosklingen verprügelt Kratos seine Gegner mit mächtigen Kombos. Spezialangriffe und besondere Skills sorgen für zusätzliche Durchschlagskraft. Dazu unterstützt Atreus mit Pfeil und Bogen sowie seinen eigenen besonderen Fähigkeiten. Das spielt sich von der ersten Minute an so spaßig, wie man es aus dem Vorgänger gewohnt ist. Gewürzt mit ein paar neuen Skills und Kombos wäre das für die meisten Action-Adventures bereits ein sehr befriedigendes Kampfsystem.

Aber wie schon bei der Story geht es auch in Sachen Gameplay nach einigen Stunden erst so richtig los. Die Befürchtung, dass hier alles beim Alten bleiben würde und Neuerungen nur mit der Lupe zu finden sind, haben sich nicht bestätigt. Die Entwickler halten sich nicht mehr sklavisch an die Formel des Vorgängers, sondern brechen sie immer wieder auf, wenn die Story es erfordert und haben den Mut neue Wege zu gehen. Sogar solche, die für ein God of War schlichtweg sensationell sind. Das tut dem Spiel als Ganzem unheimlich gut und sorgt für permanente Abwechslung und Überraschungen.

Die schwersten Gegner im Spiel sind diesmal die optionalen Berserkerseelen, die selbst erfahrenen Spielern so einiges abverlangen werden. Quelle: PC Games Die schwersten Gegner im Spiel sind diesmal die optionalen Berserkerseelen, die selbst erfahrenen Spielern so einiges abverlangen werden. Das beschränkt sich nicht nur auf neue Skills und Kampftechniken. Die neuen Elemente sind jedoch sehr intelligent mit der Story des Spiels verwoben. Wir verzichten daher darauf, hier näher auf diese Neuerungen einzugehen. Seid aber versichert, dass all die Verbesserungen eine neue Dynamik in die Kämpfe bringen, die das Gameplay noch runder als im Vorgänger wirken lassen. Um all das zu nutzen, glänzt das Spiel zudem mit einer deutlich gestiegenen Gegnervielfalt. Die Feinde unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern auch in der Art und Weise wie sie kämpfen. So müssen Axt, Klingen, Schild und Skills wieder sinnvoll kombiniert werden, um erfolgreich zu sein.

Das gilt natürlich besonders bei stärkeren Gegnern wie Bossen. Bei diesen mächtigen Widersachern fährt das Spiel eine ganze Palette an unterschiedlichen Herausforderungen auf. Die Bosse im Verlauf der Haupthandlung sind in erster Linie spektakulär inszeniert. Wer auch spielerisch bis zum allerletzten gefordert werden will, kann sich noch diversen optionalen Oberbösewichten in den Weg stellen. Besonders die Berserkerseelen, dem Äquivalent zu den Walküren im Vorgänger, verlangen selbst Profis alles ab.

Umfangreich und Vielfältig

Neben dem richtigen Einsatz der vielen Gameplay-Techniken müssen wir uns aber auch wieder um unsere Ausrüstung kümmern, um gegen die besonders starken Gegner erfolgreich zu sein. Wir sammeln Brust-, Arm- und Beinrüstungen sowie Griffe für die Waffen. All diese Gegenstände lassen sich jetzt außerdem bis zur Maximalstufe Neun aufwerten. Wenn uns also die Werteverteilung eines höherstufigen Gegenstands nicht gefällt, können wir alternativ auch die vorhandene Ausrüstung verbessern. Dazu benötigen wir wieder große Mengen Hacksilber und diverse Rohstoffe, die wir in der Spielwelt verteilt und als Beute bei Gegnern finden. Auf diesem Weg kommen wir in der Regel auch an neue Runen-Angriffe - Speziallangriffe, die wir direkt in unsere Waffen einsetzen. Auch diese können in mehreren Stufen aufgewertet werden.

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