God of War: Ragnarök im Test - Seite 4
Test
Die Erwartungen an God of War: Ragnarök waren nach dem hervorragenden Vorgänger sehr hoch. Um so beeindruckender, was die Entwickler von Santa Monica Studio hier abgeliefert haben. Im ausführlichen Test haben wir mit Kratos ein außergewöhnliches Abenteuer erlebt, das wir so schnell nicht vergessen werden. Ein Fest für die Sinne, dass niemand verpassen sollte.
Das gilt sogar nach dem Abschluss des Spiels. Denn nach dem Ende der Hauptstory eröffnet sich in der Spielwelt noch mal eine Reihe neuer Nebenaktivitäten. Dazu gehört auch eine kleine Quest, über die wir nur zufällig gestolpert sind, die aber im Gesamtkontext der Story eine ziemlich große Bedeutung hat. Das spricht für die Detailverliebtheit der Entwickler, dass sie hier noch Arbeit in Inhalte gesteckt haben, die ein Großteil der Spieler womöglich niemals sehen wird. Wenn die Story abgeschlossen ist, also nicht gleich ausmachen, sondern weiterspielen - es lohnt sich! Vor allem da auch hier wie im Vorgänger das eigentliche Ende etwas später erfolgt, als es zunächst den Anschein hat.
Technischer Hochglanz
Eine Besonderheit, die schon God of War von vielen anderen Spielen unterschied, haben die Entwickler auch in Ragnarök wieder umgesetzt. Das gesamte Spiel ist ein sogenannter One-Shot. Das bedeutet, es gibt keine Schnitte. Die Kamera folgt permanent dem Geschehen und erweckt so den Eindruck, als würde man als neutraler Beobachter danebenstehen. Diesmal ist es den Machern jedoch gelungen, mit einigen genialen Ideen auch Flashbacks und plötzliche Szenenwechsel einzubauen, ohne dabei die One-Shot-Illusion aufzugeben. Dadurch entsteht wieder eine hervorragende Inszenierung, die optisch alle Register zieht.
Quelle: PC Games
Die Charaktermodelle sind hervorragend ausgearbeitet und animiert. Da kann man schon am faltigen Gesichtsausdruck von Kratos seine Stimmung ablesen.
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Auf der PS5 läuft das Ganze dabei im Performance-Modus mit dynamischer Auflösung und flüssigen 60 Bildern pro Sekunde, was für ein wunderbares Spielgefühl sorgt. Zusätzlich kann sogar ein Modus für noch höhere Frameraten aktiviert werden. Vorausgesetzt, der Fernseher unterstützt das. Nicht ganz so gut läuft es im Qualitätsmodus. Hier gibt die PS5 zwar native 4K aus, erreicht aber auch nur 30 FPS, die sich leider nicht ganz so geschmeidig anfühlen. Wirkliche Gründe für den Qualitätsmodus gibt es aber auch nicht. Die optischen Unterschiede zum Performance-Modus sind so marginal, dass es den Verzicht auf die 60 FPS nicht wert ist.
Auf der PS4 müssen natürlich Abstriche in Kauf genommen werden. Mehr als 30 Bilder pro Sekunde sind hier nicht drin, die auf der Standard-PS4 zudem bei schnellen Fahrten mit Boot oder Schlitten auch etwas einbrechen können. Dafür sieht es optisch nur unwesentlich schlechter aus als die PS5-Fassung. Sehr beeindruckend.
Mit God of War: Ragnarök setzt Sony zudem seine löbliche Vorreiterrolle im Bereich der Zugänglichkeitsoptionen fort. Es gibt nicht nur fünf verschiedene Schwierigkeitsgrade, um sich die Herausforderung an die eigenen Vorstellungen anzupassen. Es kommt obendrein ein prall gefülltes Optionsmenü hinzu, in dem zahlreiche Einstellungen für Kamera, Rätsel, QTE-Stil, Steuerungshilfen und vieles mehr warten. Auch für Audio, Text und Controller gibt es dutzende Optionen, um das Erlebnis für Menschen mit entsprechenden Beeinträchtigungen erlebbar zu machen.
Bestes Spiel der Reihe
Quelle: PC Games
Das Spiel bietet viele löbliche Einstellungsmöglichkeiten, um das Erlebnis an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Der Timer für Puzzles wie diese Glocken kann zum Beispiel vergrößert werden.
Nun haben wir so viel Positives über God of War: Ragnarök berichtet. Es muss doch auch Schattenseiten geben, oder nicht? Um ehrlich zu sein, es fällt uns schwer, wirklich signifikante Negativpunkte zu finden. Technisch ist das Spiel ein rundes Produkt. Wir hatten während der gesamten Spielzeit von rund 50 Stunden für Hauptstory und nahezu alle Nebenaktivitäten genau einen schwerwiegenden Fehler, bei dem die Sprachausgabe plötzlich ausgefallen ist. Da mussten wir das Spiel neu starten, um das Problem zu beheben. Dieser Bug wurde inzwischen aber mit einem Patch behoben und ist uns auch nie wieder über den Weg gelaufen.
Ansonsten schaffte es das Spiel auf beeindruckende Weise, seinen Vorgänger in nahezu allen Belangen zu übertreffen und das, obwohl es nicht in den Zwang verfällt, einfach nur alles größer und spektakulärer zu machen. Man könnte fast meinen, die Entwickler hätten sich das Motto von Kratos "Sei besser" zu eigen gemacht. Gut möglich, dass dem einen oder anderen Spieler das Tempo an manchen Stellen zu langsam ist. Oder die spielerischen Herausforderungen könnten für manche gelegentlich wahlweise zu heftig oder nicht heftig genug sein. Aber das sind alles persönliche Präferenzen. God of War: Ragnarök ist der bisherige Höhepunkt der Reihe, den wir uns alle gewünscht haben und gehört ohne Zweifel auf alle "Game of the Year"-Listen des Jahres 2022.
Meinung und Wertung
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God of War: Ragnarök wurde von Santa Monica Studio entwickelt und wird von Sony Interactive Entertainment vertrieben. Das Action-Adventure erscheint am 9. November 2022 für Playstation 4 und Playstation 5. Erhältlich ist das Spiel sowohl physisch als auch digital zum Preis von rund 80 Euro.
Transparenzhinweis: Für die Erstellung des Tests wurde die Releasefassung des Spiels von Sony Interactive Entertainment zur Verfügung gestellt.
