Ikonen der Spieleindustrie: FF-Erfinder Hironobu Sakaguchi - Seite 5
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Mit Final Fantasy erfand Hironobu Sakaguchi eine der einflussreichsten Rollenspielreihen der Videospielgeschichte. Wir erzählen die Geschichte des Genies!
Aber auch das ursprüngliche Plot-Konstrukt des ersten 3D-Ablegers geht auf ihn zurück. Interessante Anekdote für Fans: Sakaguchi siedelte die Handlung von Teil sieben in New York kurz vor der Jahrtausendwende an und schrieb das Drehbuch so, dass die Zerstörung der bekannten Mako-Reaktoren am Ende die ganze Stadt in Schutt in Asche legt. Anders als in der späteren Version wird der Heldentrupp zudem von einem hartnäckigen Detektiv namens Joe verfolgt. Zwar wandeln sich viele seiner Ideen im Entwicklungsverlauf, dem Erfolg des Spiels tut dies allerdings keinen Abbruch. 1997 bricht das auf drei CDs ausgelieferte Final Fantasy 7 dank einer brillanten Symbiose aus herzergreifender Story, denkwürdigen Charakteren, mitreißender Kämpfe und grandioser Render-Zwischensequenzen alle Rekorde und schießt an die Spitze der weltweit meistverkauften Playstation-Spiele.
Ein Film, der alles verändert
Spätestens seit Final Fantasy 7 ist Sakaguchi begeistert von den neuen technischen Möglichkeiten in Hinblick auf Renderanimationen und beginnt noch im selben Jahr, das Skript für einen komplett computeranimierten Kinofilm zu Papier zu bringen. Bis Final Fantasy: The Spirits Within (deutscher Untertitel: Die Mächte in dir) am 2. Juli 2001 in Hollywood seine Weltpremiere feiert, bringt er sich allerdings noch in viele weitere Square-Produktionen ein.
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Quelle: Moby Games
Mit einem Metacritic-Schnitt von 94 von 100 Punkten gilt das im Juli 2000 veröffentlichte Final Fantasy 9 bis heute als das am höchsten bewerte Spiel der Reihe. Auch die Verkaufszahlen können sich mit mehr als 5,5 Millionen Einheiten mehr als sehen lassen.
Sei es nun als Produzent des knuffigen, aber polarisierenden Action-Rollenspiels Chocobo's Dungeon 2, als Produzent des düsteren Action-Abenteuers Parasite Eve (das das gestrichene New-York-Setting aus Final Fantasy 7 erbt) oder als Szenario-Autor und Produzent von Final Fantasy 9 (mit dem er in vielerlei Hinsicht zur Machart der ursprünglichen Spiele zurückkehrt) - Sakaguchis Engagement für neue Square-Projekt ist immens.
Doch dann, in den Wochen nach dem offiziellen Kinostart von Spirits Within muss Sakaguchi gleich mehrere Rückschläge hinnehmen. Der Film, dessen Entwicklung satte 137 Millionen Dollar kostete, 960 hochmoderne Rendering-Workstations beanspruchte und rund 200 Personen circa vier Jahre beschäftigte, läuft deutlich schlechter als erwartet und spielt schlussendlich nur 85 Millionen Dollar ein.
Quelle: Moby Games
Protagonistin Aki Ross sucht in Sakaguchis computeranimierten Film Final Fantasy: The Spirits Within (2001) verzweifelt nach einem Weg, tödliche außerirdische Wesen namens Phantome von der Erde zu vertreiben.
Der sonst so erfolgsverwöhnte Gaming-Riese Square gerät daraufhin in eine ernste finanzielle Schieflage. Die Nachwehen lassen nicht lange auf sich warten und verzögern nicht nur die angedachte Fusion mit dem japanischen Traditions-Publisher Enix massiv, sondern führen im Januar 2002 auch zur Schließung der Filmabteilung Square Pictures.
Sakaguchi nimmt diese turbulenten Entwicklungen schließlich zum Anlass, von seinem Amt als Vizepräsident der Firma zurückzutreten und das Unternehmen 2003 ganz zu verlassen. Honolulu auf Hawaii - wo damals auch große Teile von Final Fantasy 9 entwickelt wurden - dient ihm danach als Rückzugsort.
Quelle: Square Enix
Dass am 16. Mai 2002 mit Final Fantasy 11 erstmals ein MMO erscheint, ist letztendlich Sakaguchi geschuldet. Er kann die Square-Chefetage bereits Ende der 90er-Jahre überzeugen, in diesen „Zukunftsmarkt“ zu investieren. Am Ende wird es eines der profitabelsten Spiele der Reihe.
Neustart auf Hawaii
Wie sagte der französische Dramatiker Moliére einst so schön: Wo sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere. Sakaguchi hat etwa drei Jahre lang mit ernsthaften Motivationsproblemen zu kämpfen, rafft sich aber 2004 - unter anderem dank aufmunternder Gespräche mit seinen Freunden Akira Toriyama und Takehiko Inoue - wieder auf und gründet im Juli sein eigenes Studio namens Mistwalker. Geldgeber im Hintergrund? Kein Geringerer als Microsoft.
Quelle: Moby Games
Im Xbox-360-exklusiven Rollenspiel Blue Dragon zieht ein Helden-Quintett los, um den skrupellosen Herrscher Nene vom Thron zu stoßen. Während die Geschichte aus der Feder von Sakaguchi stammt, gehen die Figurendesigns auf Dragon-Ball-Erfinder Akira Toriyama zurück.
Die Redmonder nämlich suchen händeringend nach großen japanischen Namen für ihre neue Xbox-360-Konsole und bezuschussen gleich zwei seiner geplanten Rollenspiel-Projekte: Blue Dragon, das am 12. Dezember 2006 in Zusammenarbeit mit Artoon auf drei DVDs erscheint, sowie Lost Odyssey, das Mistwalker am 6. Dezember 2007 in Kooperation mit Feelplus auf vier DVDs auf den Weg bringt.
Beide Spiele reichen zwar nicht ganz an die Qualität vorheriger Sakaguchi-Hits heran, sind aber doch so unterhaltsam, dass sie sich zusammengenommen über eine Million Mal verkaufen. Knapp 200.000 Exemplare gehen dabei auf die Kappe des sehr traditionell gestrickten Blue Dragon; der Rest auf die von Lost Odyssey, für das Sakaguchi einen unsterblichen Helden samt aufwühlender Geschichte erdenkt.
Nur solide laufen dagegen Sakaguchis Taktik-Rollenspiel-Projekte für den Nintendo-DS, Ash: Archaic Sealed Heat (4. Oktober 2007) sowie Blue Dragon Plus (4. September 2008). Sakaguchi nimmt es gelassen und sieht das Ganze als Gelegenheit, beim nächsten Projekt noch einmal selbst als Spieldirektor zu agieren - etwas, das er immerhin seit Final Fantasy 5 nicht mehr gemacht hatte.
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