F1 25 im Test: Codemasters gelingt endlich wieder ein Schritt in Richtung Königsklasse
Test
Mehr Umfang und besseres Racing: Codemasters und Electronic Arts bekommen mit F1 25 die Kurve und dennoch ist die Zukunft ungewiss.
Passend zur hochpolierten Grafik erhalten fünf Strecken signifikante Veränderungen. Mit Hilfe der LiDAR-Technologie wurden Melbourne, Bahrain, Suzuka, Miami und Imola an den realen Rennwochenenden gescannt und erstrahlen jetzt in neuem Glanz. Der Unterschied zu den anderen Kursen fällt relativ deutlich auf. Ob sich die Entwickler im Laufe des Jahres auch noch die anderen Kurse vorknöpfen, bleibt abzuwarten.
Außerdem wurden die Strecken in Österreich, Großbritannien und den Niederlanden so überarbeitet, dass ich sie in Zeitrennen oder Einzelrennen umgekehrt fahren kann. Für zwischendurch ist das schon eine coole Erfahrung, einen richtigen Mehrwert dahinter sehe ich allerdings nicht.
Quelle: Electronic Arts
Für die Immersion gefällt mir da eher, dass es nach einem Grand Prix neue Podiumssequenzen gibt. Wenn die Fahrer auf dem Siegertreppchen ihre Pokale erhalten, stehen jetzt unter anderem Fans auf der Start-Ziel-Geraden und bejubeln ihre Helden. Das ist nur eine Kleinigkeit, es wurde aber mal Zeit, dass die kurzen Szenen ein Update bekommen.
Kreischender Sound und bekannte Probleme
Aber nicht nur die Grafik hat ein Update bekommen, sondern auch die Audiokulisse. Die Motoren der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich in F1 25 deutlicher als in den Vorgängern.
Dazu gibt's beim deutschen Kommentar einen Wechsel: Kommentator Sascha Roos erhält nun Verstärkung durch den Sky-Experten und ehemaligen F1-Piloten Timo Glock.
Häufig fehlen allerdings Tonspuren von Glock, was in den kurzen Sequenzen vor einem Rennen ziemlich stört. Es gibt ja doch ein paar Leute wie mich, die sich die volle Grand-Prix-Dröhnung geben möchten. Doch die Entwickler wissen über die Probleme schon Bescheid und möchten schnellstmöglich einen Patch nachliefern.
Quelle: Electronic Arts
In Braking Point wurden bei einigen Figuren außerdem die deutschen Synchronsprecher ausgetauscht. Insgesamt gefällt mir da auf Dauer die originale Vertonung besser.
Von ein paar Designentscheidungen bin ich ebenfalls kein Fan. Das Hauptmenü ist wie in den letzten Jahren sehr unübersichtlich. Wenn ich aus den Vorgängern nicht wüsste, dass sich ein normales Grand-Prix-Wochenende unter dem Menüpunkt F1 World versteckt, würde ich vermutlich länger danach suchen.
Außerdem wird in den Rennen nicht das offizielle TV-Layout im User Interface, sondern lediglich eine daran angelehnte Positionsübersicht verwendet. Und auch die Telemetrie-Anzeige war in der Vergangenheit schon einmal besser eingebunden.
Quelle: Electronic Arts
Insgesamt ist F1 25 trotzdem das beste Spiel der Reihe seit Jahren. Das liegt unter anderem am gewaltigen Umfang. Zu Braking Point und Co. kommen schließlich auch noch ein riesiger Community-Bereich in F1 World, eine Zweispielerkarriere, eine Herausforderungskarriere, ein Splitscreen-Modus und spielbare Szenen aus dem kommenden F1-Film dazu. Langweilig wird mir da so schnell nicht. Aber natürlich punktet auch das absolut spaßige Gameplay.
Und trotzdem ist die Zukunft der F1-Reihe ungewiss: Etliche Gerüchte besagen, es könnte das letzte Spiel der Kombo aus Codemasters, Formel 1 und Electronic Arts sein. Sollte es tatsächlich so kommen, können sich die Entwickler zumindest für dieses Jahr nochmal auf die Schulter klopfen, weil mit F1 25 werden die Fans ihre Freude haben.
Die Standard-Version von F1 25 gibt's ab dem 30. Mai für PC, PS5 und Xbox Series X/S. Zum Preis von circa 80 Euro erhaltet ihr ein riesiges Motorsportpaket, das euch mehrere Stunden bei Laune hält. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Release-Fassung von Electronic Arts gestellt.
