Das ungekürzte Interview zur großen Titelstory in PC PowerPlay 12/2006.
Frage: Wie umfangreich sind die Schlachten für gewöhnlich? Wie groß sind die Karten? Wie lange dauern die Gefechte?
Antwort: Das ist interessant. Viele Leute glauben, dass man Tonnen von Leuten braucht, um Krieg zu spielen. Dass es unbedingt notwendig ist, 64 Spieler zu haben oder gar 128. Aber dabei kommt nicht viel mehr als ein riesiger chaotischer Straßenkampf raus, wie Kevin Cloud von id Software immer sagt. Wir hatten wirklich viel Spaß mit 50 und mehr Spielern bei Enemy Territory: Wolfenstein, das ja den Grundstein für all die nachfolgenden Spiele gelegt hat. Aber andererseits kommt man sich dabei manchmal wie ein Lemming vor. Man stürmt vor, stirbt, stürmt vor, stirbt, stürmt vor, stirbt.
Bei Enemy Territory: Quake Wars gibt es manchmal Schlachten mit nur fünf oder sechs Leuten, die trotzdem intensiv und spannend sind. Dabei hat das Spiel eigentlich keine Begrenzung, was die Spielerzahl anbelangt. Als wir Enemy Territory: Wolfenstein veröffentlicht haben, hat die Hardware, die Server für 24 bis 32 Spieler ausgereicht. Aber binnen sechs Monaten hatte sich die Technologie so weiterentwickelt, dass daraus 64 Spieler wurden. Bei Quake Wars gibt es also auch keine Obergrenze, aber das Spieldesign ist auf 16 bis 24 Spieler ausgelegt.
Bei den Matches, die du gespielt hast, waren ja auch nur 16 bis 24 Leute dabei, aber das ist kaum aufgefallen. Es ist trotzdem ein intensives Erlebnis.
Frage: Aber was bedeutet das für die Spielzeit? Eher kurz? Wie lange dauert so eine Schlacht?
Antwort: Für gewöhnlich dauert so eine Karte etwa 20 Minuten. Drei Missionen, die eine Kampagne ergeben, dauern also rund eine Stunde. Zuzüglich Zeit, um den Server neu zu starten und so weiter. Das scheint uns die perfekte Spielzeit zu sein.
Frage: Und währenddessen verdient man Erfahrungspunkte und wird befördert ...
Antwort: Man erwirbt Erfahrungspunkte für die Charakterklassen. Bei der GDF kann man sich also als Soldat, Pionier, Sanitäter, Field-Ops oder Spion spezialisieren. Dann gibt es dazu noch eine übergreifende Kategorie, genannt »Battle-Sense«. Das sind im Wesentlichen Erfahrungspunkte für mutige Aktionen. Wir benutzen eine ziemlich komplizierte Formel, um zu bestimmen, ob man am Kampf teilnimmt, ob man Schaden nimmt, Schaden austeilt, wie oft das passiert ... Das zeigt wirklich, wie zäh du bist. Wenn man also einen Drei-Sterne-Sani sieht, weiß man, dass der sich im Teamspiel bewährt hat, Leute wiederbelebt hat, Verbandskästen verteilt hat, Versorgungsstationen aufgestellt hat. Wenn der allerdings auch noch eine hohe Battle-Sense-Wertung hat, sollte man sich besser aus dem Staub machen, wenn er im gegnerischen Team ist.
