From Software, bevor es cool war: Der XXL-Rückblick!
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Wir beleuchten die Vergangenheit des Elden-Ring-Entwicklers und zeigen, wo das legendäre Gamedesign seinen Ursprung hat. Kuriositäten inklusive!
Das größte Problem in King's Field sind zunächst weniger eure Widersacher, sondern - mal wieder - die ausgesprochen hakelige Steuerung. Die funktioniert exakt wie bei den frühen Armored Cores, nur, dass King's Field aus der Ego-Perspektive gespielt wird. Für ein japanisches Spiel ist das durchaus unüblich. Das Gameplay des Dungeon-Crawlers ist aus heutiger Sicht fast unerträglich langsam. Laufen, umdrehen, zuschlagen, das Inventar bedienen - jede Aktion fühlt sich an, als hättet ihr versehentlich die Zeitlupe angeworfen. Der einzige Lichtblick: Eure Gegner sind meistens noch schlechter zu Fuß als ihr.
Die Kämpfe lassen schon einen Funken der taktischen Möglichkeiten der späteren Souls-Spiele erahnen. Ihr könnt nicht blocken oder parieren, deswegen ist die Positionierung eures Charakters das A und O, zudem müsst ihr die Reichweite der gegnerischen Angriffe genau kennen. Besonders lohnenswert ist es, Feinde von hinten anzugreifen. Das ist nun für sich genommen natürlich kein Gameplay, das From Software erfunden hat, aber der langsame, überlegte Touch der ersten Souls-Spiele ist auch in King's Field schon vorhanden. Vom ätherisch präsentierten Fantasy-Setting mit seinen kryptisch vor sich hin monologisierenden Figuren ganz zu schweigen.
Quelle: MobyGames
Während das Kern-Gameplay, analog zu Armored Core, über die fünf King's-Field-Teile nur minimal verändert wurde, hat der letzte Ableger, King's Field: The Ancient City, ein ganz besonderes Feature auf Lager. Zumindest für deutsche Spieler. Im Intro bekommt ihr die vermutlich schlimmste deutsche Synchro geboten, die je auf eine PS2-Disc gepresst wurde.
Mittlerweile haben wir also festgestellt, dass From Softwares Gameplay-Features und Erzähltechniken teils schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben. In diesen fast drei Jahrzehnten hat das Studio aber noch deutlich mehr veröffentlicht als Mech-Baukästen und schwierige Fantasy-Rollenspiele.
Da gibt es etwa das King's-Field-Spin-off Shadow Tower, die Horror-Trilogie Echo Night oder das Kampfroboter-Crossover Another Century's Episode. Dazwischen finden sich aber auch ein paar totale Ausreißer. Spiele, die so seltsam und untypisch für From Software sind, dass wir sie euch auf keinen Fall vorenthalten möchten!
From Softwares Kuriositätenkabinett: Bunte Hoppelhasen, ein Totalschaden auf Kinect und der Shooter mit dem US-Präsidenten
Wer sich schon einmal genauer mit den psychologischen Themen in Dark Souls beschäftigt hat, der weiß: Es ist nicht immer alles traurig und hoffnungslos. Ab und zu gibt es auch mal Farbkleckse in der Finsternis, die der geschundenen Seele zumindest kurzzeitig Trost spenden. In From Softwares Portfolio heißt dieser Farbklecks The Adventures of Cookie & Cream, hierzulande bekannt als Kuri Kuri Mix. Kein Horrorspiel im Schafspelz, kein Hardcore-RPG, sondern genau das quietschbunte Jump & Run, nach dem es klingt.
Quelle: From Software
Der Kniff des Spiels: Ihr sollt nicht nur einen, sondern gleich zwei Kuschelhasen zum Ausgang befördern. Außerdem müssen sich Cookie und Cream oft gegenseitig helfen, um auf ihren Pfaden vorwärtszukommen. Das macht ihr entweder solo mit den beiden Analogsticks, zu zweit mit zwei Controllern, oder - wenn ihr auch im Real-Life auf Kuschelkurs gehen wollt - gemeinsam an einem Controller.
Bosskämpfe sind natürlich auch an Bord, die erfordern dann besonders gute Koordination eurer Daumen (oder Mitspieler). Allen Hasenfans müssen wir an der Stelle aber eine bittere Pille mitgeben: Wir gehen nicht davon aus, dass From Software irgendwann nochmal zu Cookie & Cream zurückkehren wird. Warum sterben die Guten nur immer so jung ...
Was nach der Meinung der meisten Core-Gamer hingegen gar nicht früh genug sterben konnte, war Microsofts Kinect. Der Bewegungssensor für die Xbox 360 schaffte es nie, außerhalb der Casual-Community Fuß zu fassen, trotz einiger Bemühungen und viel Reingestopfe seitens des Herstellers. Ein echter Hardcore-Titel sollte her, und was wäre da besser geeignet als ein Nachfolger zu einem Spiel, das mit einem 44-Tasten-Controller ausgeliefert wurde? Steel Battalion ist eine Mech-Simulation, bei der ihr jeden Hebel einzeln ziehen müsst. Das gilt leider auch für den Nachfolger, Steel Battalion: Heavy Armor für die Xbox 360.
Obwohl das Spiel From-Software-typisch mit seiner trostlosen Inszenierung überzeugt und durchaus Gutes drinsteckt, ging Heavy Armor mit dem Prädikat "buchstäblich unspielbar" in die Geschichtsbücher ein. Ob es den Entwicklern einfach an Kompetenz mangelte, oder eher Kinect an der Technik? Vermutlich eine Mischung aus beidem. Jedenfalls weiß das Spiel mit eurem Gehampel vor dem Fernseher kaum etwas anzufangen und löst ständig Aktionen aus, die ihr nicht haben wolltet. Und wenn das in einem bockschweren Simulator passiert, bei dem ihr immer mehrere Brände gleichzeitig löschen müsst, dann wirkt die 38 auf Metacritic gar nicht mehr so abwegig.
