From Software, bevor es cool war: Der XXL-Rückblick!
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Wir beleuchten die Vergangenheit des Elden-Ring-Entwicklers und zeigen, wo das legendäre Gamedesign seinen Ursprung hat. Kuriositäten inklusive!
In einem Punkt kommt euch Armored Core immerhin entgegen: Die Bauteile eures Mechs, also Waffen, Körperteile, Generatoren und Zielmodule, könnt ihr stets für den gleichen Betrag verkaufen, für den ihr sie erworben habt. Vor allem zu Beginn müsst ihr gut mit euren Credits haushalten und auch mal Kompromisse eingehen, denn beim Bau des Mechs gibt es ähnliche Dinge zu beachten, wie bei etwa bei der Ausrüstung eines Elden-Ring-Charakters: Je dicker die Panzerung, desto schwerfälliger bewegt ihr euch und desto mehr Energie verbrauchen eure Aktionen. Wie bei FromSofts modernen Spielen müsst ihr den Energiebalken genauso im Blick behalten wie die Lebensleiste. Angriffen weicht ihr aus, indem ihr eure Booster anwerft, um über den Boden zu gleiten oder für kurze Zeit zu fliegen. Nahkampfangriffe mit Laserklingen oder das Abfeuern von Energiewaffen verbrauchen die Leiste ebenfalls, und wenn ihr sie komplett zur Neige gehen lasst, seid ihr schon auf dem besten Weg zum Schrottplatz (oder in die Schuldenkrise).
Nun könnte man meinen, in einem Spiel, bei dem euch Anvisiermodule größtenteils das Zielen abnehmen, wäre das alles trotzdem kein großes Problem. Und ja, per se sind die meisten Feinde in Armored Core nicht viel mehr als Kanonenfutter und die meisten Einsätze mit der richtigen Bewaffnung kein Problem. Aber schon in der fiesen "Tutorial"-Mission, wo man euch ohne Erklärungen ins kalte Wasser wirft, wird schnell klar, wer der wahre Endgegner von Armored Core ist: Eine Steuerung, bei der man meint, das Wort "hakelig" wäre extra für sie erfunden worden.
Quelle: MobyGames
Das liegt vor allem daran, dass Armored Core ein Third-Person-Shooter aus einer Zeit vor dem zweiten Analogstick ist. Das bedeutet, dass ihr euch mit R1 und L1 nach rechts und links bewegt, während ihr mit den hinteren Schultertasten nach oben und unten blickt. So etwas heute noch ins Muskelgedächtnis zu bekommen, ist eine Mammutaufgabe, die euch wahrscheinlich auch in einem kompletten Spieldurchgang nicht gelingen wird.
Für feindliche Armored Cores, die in den Missionen gerne mal plötzlich auftauchen, ist das natürlich kein Problem, entsprechend artet das Gameplay schnell in pures Chaos aus. Wer mit modernen From-Software-Spielen vor allem Frust verbindet, den wird es also nicht überraschen, dass der schon immer irgendwo dazugehörte. Zumindest, solange ihr nicht auf einem Emulator unterwegs seid, der euch die Steuerung etwas moderner konfigurieren lässt.
Mit Armored Core legte From Software also den Grundstein für ein Franchise, das sich bis in die frühen 2010er als das Steckenpferd des Studios erweisen würde. Die vielen Nachfolger für PS1 und PS2 änderten dementsprechend wenig an der Grundformel, sondern verfeinerten sie immer wieder behutsam. Allerdings teils auch so behutsam, dass ganze vier Armored Cores auf der PS2 erscheinen mussten, bevor From Software euch endlich den zweiten Analogstick für die Kamerasteuerung benutzen ließ!
Quelle: MobyGames
Schnell erkannten die Entwickler wohl auch, dass 1v1-Duelle mit feindlichen ACs zu den größten Stärken der Reihe gehören. Fast alle Armored-Core-Spiele bieten einen Arenamodus, bei dem ihr ganz unten anfangt und euch nach und nach die Rangleiste der besten AC-Piloten hocharbeitet. Weil ihr Munition und Reparaturen hier kostenlos bekommt, sind Arenakämpfe immer ein guter und sicherer Weg zu mehr Credits.
Ein weiteres Highlight in den Arenamodi sind die markanten Persönlichkeiten der anderen Piloten. In Armored Core 2 begegnet ihr etwa Werehound, der absichtlich weit unten in der Rangliste bleibt, weil er mit seinem übermächtigen AC gerne Anfänger quält. Ein anderer Pilot ist besessen von der Zahl Eins - all seine Waffen haben nur einen Lauf und schießen im Einzelfeuermodus, zudem bleibt er freiwillig auf Platz elf der Liste. Immerhin hat die Elf gleich zwei Einsen.
Der berühmteste aller Piloten ist aber ganz klar Hustler One, der den Armored Core Nine-Ball steuert. Wenn er die Bildfläche betritt, könnt ihr euch so gut wie sicher sein, dass euer Mech gleich schrottreif geschossen wird. Insgeheim ist Hustler One nämlich gar kein menschlicher Pilot, sondern eine Super-KI, die euch in den frühen Spielen der Reihe immer wieder heimsucht.
Jedem nummerierten Teil wurden gleich mehrere Spin-offs beschert, die ihre Hauptspiele auch gerne mal in den Schatten stellen. Der eben gelobte Arenamodus feierte etwa im Armored-Core-1-Ableger Project Phantasma sein Debüt. Die heiß ersehnte Steuerung mit zwei Analogsticks wurde nicht in Armored Core 3 eingeführt, sondern in dessen Spin-off Armored Core: Nexus.
Und apropos drei: Wegen ihrer Komfortfunktionen und des verfeinerten Gameplays ist die dritte AC-Generation eine gute Wahl, um das "alte" Armored Core nochmal in seiner besten Phase zu erleben. Aber seid gewarnt: Das letzte Spiel dieser Ära, Armored Core: Last Raven, ist nicht nur für seine verzweigte Story, sondern auch für seinen knüppelharten Schwierigkeitsgrad bekannt - das kommt uns doch bekannt vor.
