EA Sports FC 25 ist eine konkurrenzlose Frechheit!

Kolumne Tobias Meyer
Zweikampf mit Bonmati und Griezmann
Quelle: Electronic Arts

Alle Jahre wieder kommt ein Fußballspiel auf die Playsi nieder, wo ich Pfeife sitze und mal wieder zuschlage. EA hat es wieder getan und lädt auch 2024 wieder zum virtuellen Kick ein. Natürlich wieder "größer, besser, schöner" als je zuvor.

Die Ankündigung von EA Sports FC 25 war natürlich alles andere als überraschend. Schließlich macht Ultimate Team laut EA-Finanzchef Canfield etwa drei Viertel der EA-Gesamteinnahmen aus. Die Cashcow wird also auch in der neuen Saison weiter fleißig gemolken.

Der Reveal-Trailer schreit förmlich nach "Ja, wir wissen es: Ist genau das gleiche Spiel wie im letzten Jahr und wir wollen dafür 70 € bzw. 100 € haben". Die Musik, die Bilder und die erzählte Geschichte bauen gar keinen Hype auf. Zwei Minuten, die so nahezu auch letztes Jahr zu FC24 gepasst hätten. Lediglich zwei Aspekte sind da noch etwas hervorzuheben.

Ist das neu oder nur Marketing-Gefasel?

Fangen wir mal mit etwas Positiven an und das ist auch direkt die offensichtlichste Neuerung: der Rush-Modus. Es tut mir fast schon leid für die drei, vier Fans von Volta, doch der Straßenkick musste für einen vernünftigen Kleinfeld-Modus weichen.

Volta erschien mit FIFA 22 als Arcade-Modus, wurde aber seither eher stiefmütterlich behandelt. Die Idee war zunächst ganz nett: Straßenfußball in FIFA integrieren, statt ein eigenständiges FIFA Street zu entwickeln. Doch das ging nach hinten los. Schon ein Jahr später war der Modus in der Versenkung verschwunden und auch das letzte Aufbäumen in FC24 konnte ihn nicht retten.

EA Sports FC 25 ist eine konkurrenzlose Frechheit! Quelle: Electronic Arts Das war aber auch klar. FIFA Street lebte von coolen Tricks und richtiger Straßenaction in Freestyle-Manier. Volta schuf dann eine eher halbherzige Mischung aus Stadion und Straße. Ich hatte das Gefühl, die Macher haben nie richtig auf der Straße gekickt!

Von der Straße ins Stadion

Drei-gegen-Drei, Vier-gegen-Vier - mit oder ohne Türhüter, Fünf-gegen-Fünf und Futsal. Normalerweise müsste da für jeden etwas dabei sein. Doch die Gameplay-Umsetzung war Banane. Die Perspektive war unpassend, die Tricks meist nutzlos und Schüsse gingen ständig am Tor vorbei oder in Richtung Kareem Abdul-Jabbar - das war mal ein amerikanischer Basketballer, der war knapp 2,20m groß.

Am ehesten gefielen mir da noch Futsal und der Fünf-gegen-Fünf-Modus. Die kamen zumindest noch ein wenig an Hallen- oder Kleinfeld-Fußball heran. Doch EA zog Lehren daraus und möchte mit Rush nun einiges besser machen. Scheinbar ist man sogar so sehr vom Feature überzeugt, dass EA Rush direkt in jeden nur erdenklichen Modus hineingepackt hat.

Acht Feldspieler und zwei Torhüter auf einem etwas verkleinerten Rasenplatz - da kommen bei mir direkt Gefühle vom Jugendfußball auf ... oder auch Alte Herren. So oder so weckt das neue Prinzip schon mal positive Emotionen und ausnahmsweise muss ich EA wirklich loben!

EA Sports FC 25 ist eine konkurrenzlose Frechheit! Quelle: Electronic Arts In Rush befinden wir uns in einem eigens mit Nike erstellten Stadion, das scheinbar eine wilde Mischung aus einem Fußballschuh und dem Estadio Santiago Bernabéu darstellt, aber eigentlich der markante "Swoosh" sein soll.

Im Mittelpunkt steht dann der heilige Rasen in einer komprimierten Form. Das Stadion ist prall gefüllt, die Spieler kommen ganz normal aus ihrem Spielertunnel, Drohnen projizieren Choreos in die Luft und das Wichtigste: Es schaut aus und spielt sich wie ein ganz normales Spiel. Keine zu nahen Kamera-Einstellungen, keine wilden Street-Versuche - einfach Kleinfeld-Fußball.

Alle Feldspieler bewegen sich frei auf dem Platz, sind also nicht an ihre Positionen gebunden. Der Anstoß geschieht im Race-to-Ball-Prinzip. Der Ball wird also eingerollt und wer zuerst am Ball ist, darf angreifen. Statt Einwürfe setzt man auf Passspiele von der Außenlinie und bei schweren Fouls gibt es die Blaue statt die Rote Karte - eine Zeitstrafe.

Bildergalerie

Rush landet zwar in jedem Spiel-Modus, wird aber stellenweise etwas anders ausgelegt. Während wir im Anstoß problemlos allein das gesamte Team steuern, spielen wir in Clubs und Ultimate Team nur einen von vier Feldspielern. Der Rest wird durch Freunde oder zufällige andere Spieler gelenkt. Das kann für eine Menge Chaos, aber auch Spaß sorgen.

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