Doom Eternal: Nachtest der Switch-Version - Grandioser Shooter trotz Matsch-Grafik?

Test Felix Schütz
Doom Eternal: Nachtest der Switch-Version - Grandioser Shooter trotz Matsch-Grafik?
Quelle: PC Games

Performance statt Pracht: Auf der Switch muss Doom Eternal kräftig Federn lassen, um eine ordentliche Framerate zu erzielen. Das Ergebnis ist deutlich matschiger und detailärmer als auf den anderen Plattformen, doch dafür spielt es sich trotzdem überraschend gut. Warum Doom Eternal auch auf der Switch ein brutal guter Shooter geworden ist, klären wir im Nachtest.

Mit Doom Eternal hat id Software ein fantastisches Action-Feuerwerk abgeliefert, der derbe Shooter schnitt in unserem Test hervorragend ab. Neun Monate nach ihrer Erstveröffentlichung ist die Höllenballerei nun auch für die Switch erhältlich. Für die Umsetzung zeichnet wieder Panic Button verantwortlich, die schon vor drei Jahren das letzte Doom sowie Wolfenstein 2 hervorragend auf die Switch übertragen haben. Mit Doom Eternal gehen die Entwickler ein Wagnis ein, denn um das technisch anspruchsvolle Spiel irgendwie auf Nintendos Hybriden lauffähig zu bekommen, mussten bei der Grafik heftige Abstriche gemacht werden - das ist zwar gewöhnungsbedürftig, zahlt sich aber aus!

So gut ist die Umsetzung

Doom Eternal für Switch im Test   Quelle: PC Games Doom Eternal für Switch im Test   Das Wichtigste zuerst: Doom Eternal läuft auch auf der Switch erstaunlich flüssig, meistens werden stabile 30 Bilder pro Sekunde erzielt. Das Spielgefühl ist damit zwar nicht so herrlich geschmeidig wie auf PS4 oder Xbox One, die sogar 60 Fps schaffen, doch das Actionfeuerwerk kann sich auch auf Nintendos Konsole gut entfalten. Um das schaffen, hat Panic Button allerdings an der Grafik gespart, wo es nur irgendwie ging. So wird die Auflösung je nach Bedarf dynamisch verringert, dadurch fallen selbst manche der ruhigeren Szenen extrem verwaschen aus. Ein Effekt, der sich im Handheld-Betrieb sogar noch deutlicher bemerkbar macht - es ist der Preis, den man zahlen muss, um ein Shooter-Brett wie Doom Eternal auch unterwegs spielen zu können. Auch an anderer Stelle sind die Abstriche deutlich: Viele Texturen wirken matschig, Spiegeleffekte sind kaum noch erkennbar, die Beleuchtungsqualität und der Detailgrad der Gegner wurden sichtbar zurückgeschraubt, außerdem wirken manche Levels nun heller als auf den anderen Plattformen.
Doom Eternal für Switch im Test  Quelle: PC Games Doom Eternal für Switch im Test  Wer das Spiel schon mal in voller Pracht am PC erlebt hat, dürfte bei diesen Abstrichen kräftig schlucken. Nach einer Weile stellten wir aber fest, dass die Atmosphäre erstaunlich wenig unter den Kompromissen leidet: Die wichtigsten optischen Merkmale bleiben erhalten, beispielsweise sind die Gegner immer noch erstklassig animiert, die Waffen haben nichts an Wucht verloren und die Levels überzeugen mit schicker Architektur und prächtigen Panoramen. Auch die Ladezeiten sind angenehm kurz. Und wenn die Action erst mal so richtig aufdreht, bleibt ohnehin keine Zeit mehr, um sich über Dinge wie Texturauflösung noch Gedanken zu machen. Da zählt dann nur noch das Gameplay - und das macht dank Panic Button auch auf der Switch enorm viel Spaß.

Wie sieht das Spiel im Detail aus? In unserer Galerie haben wir viele Screenshots aus der Switch-Umsetzung für euch.

Bildergalerie

Spielerisch unverändert: Ein Shooter der Extraklasse

Abgesehen von den technischen Kompromissen erwartet euch auf der Switch das gleiche Spielerlebnis wie auf PC, Xbox One und PS4. Außerdem bietet die Switch-Umsetzung die Möglichkeit, via Bewegungssteuerung zu zielen, was aus unserer Sicht aber kaum Vorteile bringt. Wichtiger ist da schon der Einsatz eines Pro-Controllers, denn mit den Joycons spielen sich schnelle Shooter an der Switch eher unbequem.

Warum Doom Eternal (jetzt kaufen 99,99 € ) zu den besten Singleplayer-Shootern seit Jahren zählt, haben wir schon in unserem XXL-Review plus Testvideo ausführlich beleuchtet - hier geht's zum Original-Test von Doom Eternal.

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Neben der umfangreichen Kampagne ist auf der Switch auch der ungewöhnliche 2-vs-1-Mehrspielermodus enthalten, den wir allerdings nicht testen konnten - es fanden sich online schlichtweg keine Mitspieler. Auf PC, PS4 und Xbox One ist bereits der erste von zwei Story-DLCs erhältlich, der fehlt noch in der Switch-Fassung. The Ancient Gods - Part One knüpft direkt an das Ende von Doom Eternal an, erzählt die Geschichte weiter und zeichnet sich vor allem durch einen gepfefferten Schwierigkeitsgrad aus. Ob The Ancient Gods irgendwann auch für die Nintendo Switch erscheint, ist nicht bekannt.

Doom Eternal ist für Switch nur als Download via E-Shop erhältlich, für die Umsetzung werden 60 Euro fällig. Das Spiel wurde komplett ins Deutsche übersetzt. Wer es vor dem 22. Dezember gekauft hat, bekam das Rip-and-Tear-Pack sowie den gelungenen Retro-Shooter Doom 64 gratis dazu. Das Rip-and-Tear-Pack enthält neben kosmetischen Inhalten auch eine weitere Master-Level-Herausforderung. Wir finden: Darauf kann man gut verzichten.

Wertung zu Doom Eternal (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Gelungene Umsetzung mit stabiler PerformanceSchweißtreibende, fordernde KämpfeTolles GegnerdesignPräzise SteuerungGutes LeveldesignViele Secrets und kleine UpgradesStimmungsvolle Musikuntermalung
Grafisch stark abgespeckt (Auflösung, Texturen, Beleuchtung)Konfuses Story-Telling zwingt zum Lesen der Codex-EinträgeSprung- und Klettereinlagen sind für manche Doom-Fans vielleicht zu viel des GutenUnterm Strich wenig neue WaffenEinige nutzlose UpgradesKaum Mitspieler für den Multiplayermodus
Fazit

Auch auf der Switch ist Doom Eternal ein grandioser Höllenritt! Grafisch muss die Umsetzung zwar gewaltig Federn lassen, doch dafür überzeugen das Gameplay und die solide Performance.

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