Doom Eternal: Eindrücke aus dem Multiplayer - Ist der Battlemode überflüssig?

Special Felix Schütz
Doom Eternal: Eindrücke aus dem Multiplayer - Ist der Battlemode überflüssig?
Quelle: PC Games

In Doom Eternal steht die starke Einzelspielerkampagne klar im Vordergrund. Trotzdem hat id Software auch wieder an einen Mehrspielermodus gedacht, der diesmal jedoch anders daherkommt als im letzten Doom (2016). Wir haben den Battlemode ein paar Stunden lang ausprobiert.

Schon Doom (2016) enthielt einen Mehrspielerpart, der über das übliche Maß hinausging. In diesem Fall hatte id Software kerniges Deathmatch mit Snapmap kombiniert, einem leicht bedienbaren Editor, der dem Höllenshooter zu einer langen Online-Zukunft verhelfen sollte. Doch daraus wurde leider nix, Doom (2016) ging im Multiplayer schnell die Puste aus.

Für Doom Eternal (jetzt kaufen 99,99 € ) wirft id Software deshalb das ganze Konzept wieder über den Haufen. Snapmap und klassisches Deathmatch fliegen raus, stattdessen kommt ein asymetrisches 2v1-Modell zum Einsatz, schlicht Battlemode genannt. Reicht das für vollwertigen Langzeitspaß im Multiplayer? Oder ist der Battlemode nur eine nette Dreingabe zur brachialen Einzelspielerkampagne? Wir haben den Multiplayer für einige Stunden ausprobiert.

Wenn zwei sich streiten, sägt der Dritte

Fünf spielbare Dämonen sind im Angebot. Quelle: PC Games Fünf spielbare Dämonen sind im Angebot. Die Regeln im Battlemode sind klar umrissen: Ein Spieler kontrolliert den Doom Slayer, zwei andere schlüpfen dagegen in die Haut von Dämonen. Während sich der Doom Slayer fast genau so spielt wie in der Story-Kampagne, müssen die beiden Dämonen-Spieler umdenken, denn sie dürfen sich vor jeder Partie das Ekelpaket ihrer Wahl aussuchen: Im Angebot sind der fette Mancubus, der verschlagene Archvile, der fliegende Pain Elemental, der blitzschnelle Marauder und der agile Revenant, den man schon in der Story-Kampagne kurz ausprobieren konnte.
Im Battlemode machen zwei Dämonen Jagd auf den Slayer. Quelle: PC Games Im Battlemode machen zwei Dämonen Jagd auf den Slayer. Jeder Dämon verfügt über ein offensives und ein defensives Skillset, das man vor jeder Partie einrichten kann, außerdem kommt jedes Höllenvieh mit eigenen Waffen und Fähigkeiten daher. Ein Marauder kann beispielsweise eine Axt auf mittlere Distanz schleudern, während der Mancubus mit seinen Doppel-Flammenwerfern vor allem aus der Nähe gefährlich wird. Revenants dagegen heben kurzzeitig mit einem Jetpack ab und feuern dann aus der Höhe tödliche Raketensalven ab. Jeder Dämon kann außerdem kleinere Viecher zur Unterstützung beschwören, die den Slayer automatisch unter Druck setzen, ihm aber auch wichtige Ressourcen wie Lebenspunkte oder Munition liefern können - Kettensäge und Glory Kills sind auch im Multiplayer unverzichtbar. Um das auszugleichen, kann jeder Dämon eine kurzzeitige Loot-Sperre ausrufen, dann hat der Slayer für einen Augenblick keine Chance auf Nachschub.

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Zwischen Jäger und Gejagtem

In einem kurzen Tutorial lernt ihr all diese Grundlagen, dann geht's ab in eine von sechs kleinen Arenen, in denen vor allem der voll bewaffnete Slayer seine Stärken ausspielen kann: springen und dashen, reißen und fetzen - was im Singleplayer gilt, wird auch im Multiplayer zur Überlebenspflicht. Durch das verdammt hohe Tempo kommt zwar von der ersten Minute an Spannung auf, allerdings fällt es dadurch gerade den vergleichsweise trägen Dämonen schwer, sich vernünftig in ihre Mechaniken reinzufuchsen - das macht die ersten Partien vor allem auf der Höllenseite zur Geduldsprobe.
Vor dem Match legt ihr fest, ob ihr Slayer oder Dämon spielen wollt. Quelle: PC Games Vor dem Match legt ihr fest, ob ihr Slayer oder Dämon spielen wollt. Jedes Match besteht aus mehreren Runden, dazwischen dürfen sich Dämonen und Slayer kleine Verbesserungen aussuchen, die beispielsweise die Lebenspunkte erhöhen oder die Stärke von beschworenem Kanonenfutter steigern. Ist der Slayer besiegt, ist die Runde direkt vorbei. Fällt jedoch einer der Dämonen, wird er nach einer kurzen Wartezeit wiederbelebt. Erst wenn der Slayer beide Dämonen plattgemacht hat, entscheidet er die Runde für sich. Schade: Zwischen den Runden dürfen die Dämonenspieler ihre Viecher leider nicht durchwechseln, das geht nur vor einem Match.

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Im zweckmäßigen Hauptmenü könnt ihr euch zwar aussuchen, ob ihr als Slayer oder Dämon spielen wollt, doch ein Ranglistenspiel oder ein Modus, in dem die Rollen der drei Spieler durchgewechselt werden, sucht man derzeit noch vergeblich. Hier sollte id Software noch etwas nachlegen, denn in seiner jetzigen Form ist der Multiplayer von Doom Eternal kaum mehr als ein launiges Anhängsel zur großartigen Einzelspielerkampagne.

Fazit: Der Battlemode funktioniert zwar gut, läuft technisch blitzsauber und bringt euch ohne nervige Umwege direkt in die Action - doch mehr als zwei bis drei Stunden konnten uns die Mehrspielergefechte nicht motivieren.

Wie ist es euch ergangen? Habt ihr den Mehrspielermodus schon ausprobiert? Schreibt uns eure Meinung zum Battlemode! Für noch mehr Infos rund um Doom Eternal empfehlen wir euch unseren großen Test plus Video sowie unsere Kritiksammlung, in der wir Stimmen aus der Community eingefangen haben.

Anmerkung des Autors: Dieser Artikel wurde überwiegend mit einem gelangweilten Vierjährigen auf dem Schoß verfasst. Selbst ein zur Ablenkung bereitgestelltes SNES Mini konnte da nicht mehr viel ausrichten. Kleinere Flüchtigkeitsfehler bitten wir in Zeiten wie diesen zu entschuldigen, schwerwiegende Kritik geben wir aber selbstverständlich (an das Kind) weiter.

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