Prodeus: Retro deluxe - Der Shooter-Geheimtipp in der Vorschau

Special Felix Schütz
Prodeus: Retro deluxe - Der Shooter-Geheimtipp in der Vorschau
Quelle: PC Games

Wer auf Action im Doom-Format steht, sollte einen Blick auf Prodeus werfen! Der derbe Ego-Shooter setzt auf klassischen Ballerspaß wie in den 90er Jahren, kombiniert seine Retro-Ästhetik aber mit einigen modernen Grafiktricks. Wie sich das spielt, zeigen wir euch im Vorschau-Video mit eigenen Spielszenen.

Ihr habt von "Retro" die Schnauze voll? Dann macht ihr um Prodeus besser einen gewaltigen Bogen. Der Ego-Shooter zelebriert knallharten Ballerspaß der alten Schule und huldigt Klassikern wie Doom oder Quake. Mit schicker Retro-Ästhetik, hohem Tempo und eimerweise Pixelblut steht Prodeus für schnörkellose Action, die genau wie schon Dusk oder Ion Fury den Geist der 90er Jahre beschwört. Der Indie-Geheimtipp startet am 10. November in den Early Access, wir hatten aber schon vorab die Möglichkeit, zwei Levels aus der Beta durchzuspielen, so können wir euch einen ersten Vorgeschmack liefern. In unserem Vorschau-Video zeigen wir euch, wie sich Prodeus spielt, wo die Stärken liegen und warum das Spiel vor allem für Doom-Fans spannend ist.

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Wer braucht schon Story?

Prodeus entsteht in erster Linie bei Mike Voeller und Jason Mojica. Ein gerade mal zweiköpfiges Team? Das klingt zwar nach wenig, allerdings bringen beide Entwickler jede Menge Erfahrung mit: Unter anderem haben sie schon an Shootern wie Singularity, Bioshock Infinite und diversen Raven-Software-Titeln gearbeitet, die wissen also, wie man Action ordentlich in Szene setzt.
Die Action erinnert stark an Shooter-Klassiker wie Doom. Quelle: PC Games Die Action erinnert stark an Shooter-Klassiker wie Doom. Eine Story scheint sich das Entwicklerduo allerdings gespart zu haben: Sollte Prodeus irgendwo so etwas wie eine Handlung verbergen, haben wir in unserer Spielzeit rein gar nix davon gesehen. Macht aber nix, denn letztendlich setzt Prodeus eh auf das gleiche Spielprinzip, das man schon aus Doom, Quake, Dukem 3D oder dem frisch de-indizierten Dark Forces kennt: Ihr müsst verschachtelte, clever designte Levels durchqueren, hordenweise Gegner wegholzen, Schlüssel finden und damit verschlossene Türen öffnen. Euch erwartet dabei keine durchgeskriptete Korridor-Schießbude à la Call of Duty, sondern in sich geschlossene, kleine Level-Labyrinthe, in denen ihr irgendwie den Ausgang erreichen müsst. Damit ihr dabei nicht komplett den Überblick verliert, ist auch eine gute 3D-Kartenfunktion an Bord - mehr Hilfestellung, etwa in Form von Zielmarkierungen oder einem Kompass, gibt's allerdings nicht.

Doom lässt grüßen

Prodeus ist auf Ballerspaß der ganz alten Schule ausgelegt und spielt hier seine Stärken aus. Mit Shotgun, Maschinenpistole, Minigun, Blitzwumme und Granatwerfer bekommt man schon im zweiten Demo-Level ordentlich was in die Hand gedrückt, die Knarren machen allesamt Spaß und fühlen sich schön kräftig an. Moderne Features wie Upgrades oder Erfahrungspunkte, die beispielsweise ein Project Warlock auszeichnen, scheint es in Prodeus nicht zu geben. Ihr sammelt Waffen und Munition, Punkt.

Gegner spawnen oft einfach in die Levels hinein, das erinnert nicht nur optisch stark an Doom 3. Unfaire Situationen, in denen die Feinde plötzlich von hinten angreifen oder sinnbefreit aus irgendeiner dunklen Ecke herausspringen, sind uns allerdings noch keine begegnet, da scheint alles am richtigen Platz zu sein. Auch die Steuerung flutscht wie geschmiert und im Optionsmenü kann man sich viele Details (etwa das standardmäßig viel zu große HUD) seinen Wünschen anpassen.
Nach jedem Gefecht sind die Wände und Böden mit Pixelblut beschmiert. Quelle: PC Games Nach jedem Gefecht sind die Wände und Böden mit Pixelblut beschmiert.

Retro trifft moderne Technik

Egal ob Dusk, Amid Evil oder das vielversprechende Wrath: Aeon of Ruin, sie alle setzen auf Retro-Ästhetik, die moderne Technik mit einem altmodischen Look verbindet. Auch Prodeus schlägt in diese Kerbe, macht optisch aber im Vergleich noch deutlich mehr her, denn die Entwickler bringen zeitgemäße Rendertechnik zum Einsatz. So glänzt die pfeilschnelle Optik zum Beispiel mit sehr schöner Beleuchtung und jeder Menge Blut- und Partikeleffekten, die in den Kämpfen prima zur Geltung kommen. Andererseits werden die Gegner stark verpixelt dargestellt, so dass sie an die matschigen 2D-Sprites von Doom, Dark Forces oder Duke Nukem 3D erinnern.

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Tatsächlich bestehen die Feinde aber aus hübschen 3D-Modellen. Wer sich selbst davon überzeugen will, kann im Optionsmenü ein entsprechendes Häkchen setzen, dann werden die Gegner ohne Pixelfilter in 3D gerendert und sehen etwas moderner aus. Wer es dagegen lieber noch mehr retro mag, kann die gesamte Auflösung sogar in mehreren Schritten reduzieren. Nach ein paar Minuten in 360p fühlt man sich glatt in die Zeit von Doom oder Descent zurückversetzt, als Auflösungen jenseits von 320x240 Pixeln noch Zukunftsmusik waren.
Geschmacksfrage: Auf Wunsch könnt ihr die Gegner auch als unverpixelte 3D-Modelle rendern lassen. Quelle: PC Games Geschmacksfrage: Auf Wunsch könnt ihr die Gegner auch als unverpixelte 3D-Modelle rendern lassen.

Editor für Langzeitspaß

Neben dem Basisspiel hat Prodeus auch noch einen mächtigen Editor im Gepäck, der auch schon in der Early-Access-Version enthalten ist. So habt ihr die Möglichkeit, mit relativ geringem Aufwand neue Levels und ganze Kampagnen zu basteln. Das Tool macht auf den ersten Blick einen gelungenen Eindruck, beispielsweise könnt ihr eure Kreationen direkt im Editor ausprobieren und müsst dazu keine langen Umwege oder Ladepausen hinnehmen. Außerdem ist direkt im Spiel auch ein Browser eingebaut, mit dem ihr Levels tauschen und bewerten könnt. Für Levelnachschub dürfte also gesorgt sein. Der Editor soll außerdem in Zukunft stetig erweitert werden, damit die Community immer neue Möglichkeiten hat, sich einen Retro-Shooter nach Maß zu bauen.
Der Editor soll auch Einsteigern schnelle Ergebnisse ermöglichen. Quelle: PC Games Der Editor soll auch Einsteigern schnelle Ergebnisse ermöglichen. Prodeus wird neben dem PC auch für PS4, Xbox One und Nintendo Switch erscheinen, einen Releasetermin für das fertige Spiel gibt's noch nicht. Dafür steht jetzt erst mal die Early-Access-Phase an, die auf dem PC am 10. November startet. Wer auf schnelle, derbe Retro-Shooter steht, kann sich das Teil schon mal auf Steam vormerken.

Bildergalerie

Noch mehr Retro-Shooter: Action satt!

Der Ansatz von Prodeus ist natürlich nicht neu. Zum Beispiel hatten Überraschungshits wie das beliebte Dusk, das an Heretic angelehnte Amid Evil oder das gelungene Ion Fury zuletzt bewiesen, dass Shooter der alten Schule auch heute noch gefragt sind. Auch erfolgreiche Neuauflagen von Duke Nukem 3D oder Doom 64 sind kein Zufall. Star Wars: Dark Forces wurde gerade erst vom Index genommen und ist nun u.a. über GOG erhältlich. Und mit Wrath: Aeon of Ruin oder Graven sind schon die nächsten Retro-Kracher angekündigt. Für einen schnellen Überblick empfehlen wir euch auch unser Special zu modernen Retro-Shootern, die Ballerspaß wie in den 90er Jahren bieten. Hier gibt's die wichtigsten Artikel in der Übersicht:

Freut ihr euch auf einen Shooter wie Prodeus oder könnt ihr das ganze Retro-Zeug langsam nicht mehr sehen? Schreibt uns eure Meinung!

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