Diablo 2: Resurrected -Meinung: Geht der Remaster weit genug?
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Es ist offiziell: Diablo 2 bekommt seine verdiente Neuauflage! Nicht als Remake, sondern als hochwertiger Remaster. Unter dem Titel Diablo 2: Resurrected bekommt ihr das Originalspiel mit schicker 3D-Grafik, neuen Cutscenes und ein paar Detailverbesserungen, erstmals auch für alle aktuellen Konsolen. Das sind tolle Nachrichten für die Fans, schließlich haben sie sich genau das gewünscht. Doch werden auch Neueinsteiger mit dem Remaster glücklich? Update: Jetzt mit noch mehr Infos!
Keine Frage: Auf den ersten Blick macht Blizzard alles richtig. Die Fans wollten ihr altes Diablo 2 zurück, und das bekommen sie auch. Ich finde, die neue Grafik sieht nicht nur überraschend klasse aus, sie bewahrt dabei auch den Geist des Originals. Spielerisch bekommt man das Erlebnis von damals, nur mit ein paar kleinen Verbesserungen. Wer Diablo 2 - so wie ich - schon vor 20 Jahren geliebt hat und in erster Linie eine nostalgische Rückkehr in selige Monsterklooper-Zeiten erwartet, darf sich also die Hände reiben!
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Doch wie sieht es mit all jenen aus, die Diablo 2 damals nicht gespielt haben, die es nun zum ersten Mal erleben? Oder jenen, die sich ein moderneres Gameplay gewünscht haben? Schließlich hat sich seit Diablo 2 eine Menge im Genre getan, mit Spielen wie Grim Dawn, Path of Exile oder Diablo 3 wurden viele Features verbessert, Konzepte entschlackt und alte Zöpfe abgeschnitten. Genau hier könnte Diablo 2: Resurrected stolpern: Ja, das Spiel war seinerzeit bahnbrechend und es macht mir persönlich auch heute noch viel Spaß. Aber es ist in manchen Punkten einfach nicht gut gealtert. Es gibt Features wie den unnötigen Ausdauerbalken oder die nutzlosen Wurfwaffen, die sich wie Ballast durchs Abenteuer ziehen. Identifikation und Town Portal erfolgt immer noch über Spruchrollen, die ihrerseits in Folianten stecken, die das ohnehin zu kleine Inventar verstopfen - das fand ich schon vor 20 Jahren unpraktisch. Tränke müssen wie im Originalspiel in einen Gürtel mit vier Slots einsortiert werden. Und der Horadrimwürfel ist immer noch kein Menüpunkt, sondern hockt so dick und breit im Inventar, wie ich ihn in Erinnerung habe.
Quelle: Blizzard Entertainment
Ihr könnt mit bis zu sieben weiteren Spielern spielen und Gruppen bilden.
Diablo 2 war nicht perfekt (und das ist auch gut so)
Ja, das alles sind schrullige Eigenheiten, die das Spielgefühl von Diablo 2 beeinflusst haben. Sie haben es aber schon damals nicht besser gemacht. Auch über den Langzeitspaß kann man streiten, denn Diablo 2 stammt noch aus einer Ära, in der man sich über so etwas wie "Endgame" kaum Gedanken machte. Keine Frage, drei Schwierigkeitsgrade plus sieben Klassen bieten eine Menge Spielzeit! Doch am Ende wird es wohl wieder auf einen Baal Run nach dem nächsten hinauslaufen - und da sind Spiele wie Path of Exile eben doch ein paar Lichtjährchen weiter. Waren Baal Runs denn so schlecht? Nicht unbedingt, nein. Aber sie wurden vor allem gespielt, weil es damals schlichtweg keine Alternative gab.
Zumindest eine Schwachstelle hatte Blizzard selbst vor vielen Jahren erkannt: Die starren Talentbäume wurden erst mit dem nachgepatchten Synergiesystem und sehr viel später durch eine kleine Respec-Funktion (1x pro Schwierigkeitsgrad) deutlich aufgewertet. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, warum Blizzard diesmal nicht noch einen Schritt weiter geht und das Umverteilen von Talentpunkten ein wenig zugänglicher macht. Andere Spiele wie Grim Dawn, in denen man Punkte gegen Gold zurückkaufen kann, haben davon profitiert. Und wie werden Runen künftig gehandhabt? Muss man sich Runenwörter immer noch im Internet anlesen, bevor man seine Sockelfassungen verhunzt? Oder kommt Diablo 2: Resurrected hier dem Spieler ein bisschen entgegen?
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Blizzard geht auf Nummer sicher
Blizzard will es sich mit den Fans offenkundig nicht mehr verscherzen. Kein Wunder, nach all der Aufregung um Diablo Immortal oder das vergeigte Warcraft 3: Reforged. Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, warum man bestimmte Features nicht einfach optional macht. Man nehme nur das Inventar als Beispiel. Würden sich Diablo-Fans wirklich darüber ärgern, wenn Folianten, Zauber und Horadrimwürfel aus dem knappen Rucksack verschwinden und durch Menüpunkte ersetzt werden? Wäre eine freiwillige Sortierfunktion, die das Inventartetris ein wenig abfängt, schon zu viel des Guten? Oder gäbe es wirklich einen Aufschrei, wenn das Inventar - so wie die Kiste - einfach ein paar Plätze hinzugewinnt? So manchen Designschnitzer hat man vielleicht als liebenswerte Marotte in Erinnerung - es gibt aber auch solche, die schlicht umständlich waren. Das mag alteingesessenen Fans, die sich nochmal 20 Jahre jünger fühlen wollen, vielleicht egal sein. Die neue Spielergeneration, die mehr Komfort gewohnt ist, wird sich daran aber möglicherweise stören.
Quelle: Blizzard Entertainment
Diablo 2: Resurrected erscheint 2021 für PC und Konsolen
Doch auch so fair muss man sein: Für die Spieler, denen Diablo 2 heutzutage einfach zu muffig ist, gibt es immer noch Diablo Immortal und Diablo 4. Topmoderne Spiele mit grundverschiedenen Ansätzen, die sich deutlich vom alten Diablo 2 abheben. Auch wenn man es nie allen recht machen wird, kann man Blizzard also keinen mangelnden Einsatz vorwerfen: Es ist nun wirklich genug Diablo für alle da.
Was denkt ihr?
Gefällt euch Blizzards Ansatz für die Neuauflage? Ist der Preis gerechtfertigt? Habt ihr euch mehr erhofft oder ist das genau das Diablo 2, wie ihr es euch wünscht? Schreibt uns eure Meinung!
