Diablo 2: Resurrected: Was kann die Neuauflage - und was nicht? Jetzt auch mit Video!

Special Felix Schütz
Diablo 2: Resurrected: Was kann die Neuauflage - und was nicht? Jetzt auch mit Video!
Quelle: Blizzard Entertainment

Es ist offiziell: Diablo 2 bekommt seine verdiente Neuauflage! Nicht als Remake, sondern als hochwertiger Remaster. Unter dem Titel Diablo 2: Resurrected bekommt ihr das Originalspiel mit schicker 3D-Grafik, neuen Cutscenes und ein paar Detailverbesserungen, erstmals auch für alle aktuellen Konsolen. Das sind tolle Nachrichten für die Fans, schließlich haben sie sich genau das gewünscht. Doch werden auch Neueinsteiger mit dem Remaster glücklich? Update: Jetzt mit Video und noch mehr Infos.

Die Gerüchte haben sich wieder mal bewahrheitet: Blizzard arbeitet tatsächlich an einer Neuauflage von Diablo 2, und zwar schon seit längerer Zeit. Der aufwändige Remaster ist bereits weit fortgeschritten, denn Blizzard hat auf der Blizzcon (mehr als untypisch) einen Releasezeitraum eingegrenzt: Noch in diesem Jahr soll Diablo 2: Resurrected erscheinen, erstmals nicht nur für PC, sondern auch für alle aktuellen Konsolen. Damit hat Blizzard derzeit gleich drei große Diablo-Projekte in Entwicklung: Während Diablo Immortal immer noch auf seinen offiziellen Startschuss wartet und Diablo 4 frühestens 2022 loslegen wird, könnte Diablo 2: Resurrected derweil genau die Fans abholen, die von Diablo 3 enttäuscht waren - und die sich schon lange ein "Diablo 2 HD" gewünscht haben.

Update #1: Wir haben den Artikel um jede Menge Infos ergänzt. Ihr findet die neuen Details unter den jeweilige Abschnitten.
Update #2: Nun auch mit Preview-Video, das alle Infos zusammenfasst und viele Spielszenen zeigt.

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Dabei handelt es sich aber nicht um ein komplettes Remake oder eine Neuerfindung des klassischen Action-RPGs. Diablo 2: Resurrected ist ein Remaster, es wird schicke Grafik, Detailverbesserungen und moderne Online-Features bekommen, bleibt unter der Haube aber das gleiche Kultspiel, das Diablo-Fans bis heute kennen und lieben. Damit wird Blizzard zweifellos Erfolg haben, obwohl (oder gerade weil!) man gar nicht erst versucht, jeden Spieler damit glücklich zu machen. Hier klären wir, warum.

Diablo 2: Resurrected nutzt eine neue 3D-Engine. Quelle: Blizzard Entertainment Diablo 2: Resurrected nutzt eine neue 3D-Engine.

Preis, Alpha-Test und Systemanforderungen

Diablo 2: Resurrected umfasst das Hauptspiel plus das Add-on Lord of Destruction. Ihr könnt die PC-Fassung bereits für 40 Euro vorbestellen, zum Preis von 60 Euro gibt's auch eine Sammlung mit Diablo 3: Eternal Collection. Wie bereits vermutet, wird der Remaster von Blizzard und Vicarious Visions entwickelt, die zuletzt mit Tony Hawk's Pro Skater 1+2 bewiesen haben, wie man Klassiker liebevoll in die Moderne holt. Vicarious Visions ist laut einem Report übrigens mittlerweile ein fester Teil der Blizzard-Familie.

Auf der offiziellen Website könnt ihr euch bereits für eine technische Alpha von Diablo 2: Resurrected voranmelden.

Update: Mittlerweile wurden auch die offiziellen Systemanforderungen für die PC-Version von Diablo 2: Resurrected enthüllt. Dabei ist Blizzard auch erstmals auf Mod-Support eingegangen.
Der düstere Stil von Diablo 2 bleibt auch im Remaster erhalten. Quelle: Blizzard Entertainment Der düstere Stil von Diablo 2 bleibt auch im Remaster erhalten.

Grafik: Frische Engine, neue Cutscenes und tonnenweise Nostalgie

Die Neuauflage zeichnet nicht einfach das betagte Originalspiel in hoher Auflösung nach, sondern basiert auf einer frischen 3D-Engine, für die sämtliche Grafiken, Texturen und Effekte von Grund auf neu gestaltet wurden. Auflösungen bis zu 4K sind möglich, außerdem gibt's schicke Lichtberechnung sowie atmosphärische Spielereien wie Spiegelungen in Pfützen, Nebel, Rauch und vieles mehr. Die ersten Spielszenen sehen nicht nur erstaunlich gut aus, sie fangen auch die düstere Stimmung des Originalspiels hervorragend ein. Weil der 20 Jahre alte Klassiker unter der 3D-Grafik "mitläuft", dürft ihr wie in Starcraft Remastered jederzeit zur alten 2D-Grafik wechseln und den ursprünglichen Look von Diablo 2: Lord of Destruction genießen. Die Kehrseite der Medaille: Die Animationen der Charaktere und Gegner sehen in 3D zwar deutlich geschmeidiger aus, wirken aber im Vergleich zu modernen Hack and Slays immer noch ein wenig abgehackt. Dafür gibt's aber zumindest was auf die Ohren: Wer entsprechende Hardware besitzt, erlebt den neu abgemischten Sound sogar in Dolby Surround 7.1.
Die Feuereffekte können sich absolut sehen lassen. Quelle: Blizzard Entertainment Die Feuereffekte können sich absolut sehen lassen. Die 27 Minuten an gerenderten Zwischensequenzen werden laut Blizzard Bild für Bild neu erschaffen, sollen aber den Stil des Originalsspiels erhalten. Wie genau das aussehen soll, ist noch unklar, ein Videobeispiel gibt's leider nicht. Das ist auch deshalb schade, weil Blizzard sich ausgerechnet beim Thema Cutscenes schon in der Vergangenheit zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte. Das Debakel um Warcraft 3: Reforged ist schließlich gerade mal ein Jahr her - und wird seitdem von Blizzard regelrecht totgeschwiegen.

Update: Weitere Infos zu Grafik, Sound und Zwischensequenzen

  • Die Grafiker haben viel mit originalen Artworks und Skizzen von Blizzard North gearbeitet. In Archiven haben sie außerdem Unmengen an alten Texturen, 3D-Modellen und Tools gefunden - einiges davon konnte man noch als Grundlage für die neuen 3D-Grafiken verwenden. So wurden beispielsweise Tyraels ikonische Flügel aus einer alten 3ds- Max-Datei übernommen. Ein anderes Beispiel: Die Wandmalereien in den Wüstengräbern in Akt 2 wurden direkt aus einer Source-Datei von Blizzard North übernommen. Die Textur im Remaster basiert also tatsächlich auf einer Originalgrafik.
  • Dank einer Zoom-Funktion könnt ihr nun die vielen Details in der Spielwelt und an den Charakteren aus der Nähe betrachten.
  • Spezielle Waffen und Rüstungen werden nun besser am Charakter sichtbar sein
  • Zusätzliche Soundeffekte und Umgebungsgeräusche sollen die Atmosphäre aufwerten, die originalen Sounds bleiben aber trotzdem erhalten
  • Die Zwischensequenzen werden komplett neu gerendert und sollen laut der Entwickler fantastisch aussehen. Der Soundtrack und die Sprecher wurden neu abgemischt, bleiben ansonsten aber identisch mit dem Original.

Gameplay: UI-Verbesserungen, Beutetruhe und mehr

Das originale Diablo 2 hat mittlerweile 21 Jahre auf dem Buckel, darum hat Blizzard die Benutzeroberfläche behutsam modernisiert. So gibt es nun detailliertere Infos im Charakterbogen und Tooltipps im Inventar vergleichen die Werte von angelegter Ausrüstung. Außerdem werden Spielergruppen auf Wunsch automatisch gebildet, bis zu acht Spieler können gemeinsam loslegen. Gold wird nun auf Wunsch automatisch aufgesammelt, die Option lässt sich aber auch abschalten.
Die Beutekiste wurde erweitert und enthält nun ein Fach für alle Charaktere eines Accounts. Quelle: Blizzard Entertainment Die Beutekiste wurde erweitert und enthält nun ein Fach für alle Charaktere eines Accounts. Auch die Beutetruhe bekommt ein Upgrade: Sie wurde von 6x8 Feldern auf 10x10 Felder erweitert und enthält nun auch ein gemeinsames Beutetruhenfach (shared stash) für alle Charaktere innerhalb eines Battle.net-Accounts. Das heißt, man kann wie in Diablo 3 problemlos Beute zwischen seinen eigenen Charakteren übertragen und muss keine Figuren mehr als Packesel einsetzen.

Update: Noch mehr Infos zu Gameplay, Balancing und mehr

  • Diablo 2: Resurrected basiert auf dem letzten Patch 1.14. Obwohl die Entwickler wissen, dass das Balancing nicht perfekt ist, wird man es nicht verändern. Blizzard will das ursprüngliche Spielgefühl um jeden Preis erhalten. Deshalb wird es auch keine neuen Inhalte in Form neuer Items oder Runenwörter geben. Ausnahmen wie die größere Beutetruhe erlaubt man sich lediglich, weil die Spieler hier bereits eigene Wege gefunden hatten, um die Designschnitzer zu umgehen (z.B. durch den Einsatz von Mule-Charakteren).
  • Der Remaster enthält zwar das Add-on Lord of Destruction, doch wer möchte, kann auch wie gewohnt das Hauptspiel ohne Erweiterung erleben.
  • Im Gegensatz zu modernen Spielen nutze Diablo 2 noch eine Spielmechanik, die auf 25 Bildern pro Sekunde basierte, das heißt: Innerhalb dieses Zeitfensters fragte das Spiel sämtliche Details wie Treffer, Erholung, Zaubertempo und dergleichen ab. Obwohl der Remaster mit 60 Bildern pro Sekunde (auf PC auch mehr) läuft und damit viel mehr Animationen ermöglicht, bleibt das Gameplay identisch mit dem Original. Unter der Haube folgt das Spiel also der gleichen Logik wie vor 21 Jahren und ist immer noch an die üblichen 25 fps gebunden.
  • Trotz der stark verbesserten Animationen bleibt auch das unsichtbare Raster, auf dem sich die Charaktere und Gegner bewegen, wie im Originalspiel erhalten.
  • Neue Hotkeys sorgen für mehr Komfort, z.B. um Gegenstände schnell in die Kiste zu verschieben
  • Für die Remaster-Version hat Blizzard das Spiel in fünf neue Sprachen übersetzt.
  • Handel zwischen Spielern soll benutzerfreundlicher ausfallen, z.B. wird man im Trade-Chat einfach einen Gegenstand verlinken und seine Werte anzeigen können
  • Diablo 2: Resurrected ist ein eigenständiges Spiel und überschreibt ausdrücklich nicht die Installation des originalen Diablo 2. Wie es scheint, hat Blizzard hier aus dem Debakel um Warcraft 3: Reforged die richtigen Lehren gezogen.
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    Battle.net: Online und offline, Ladder, Cheater, Seasons und mehr

    Diablo 2: Resurrected wird mit voller Battle.net-Unterstützung kommen, dabei will Blizzard auch ein überarbeitetes Ranglistensystem inklusive Seasons anbieten. Das Spiel soll auch offline spielbar sein, man muss seine Version lediglich einmal via Battle.net aktivieren.

    Update: Weitere Infos zu Multiplayer, Charakteren, Import und vielem mehr

    • Die Lobby und der Spiele-Browser wurden stark verbessert
    • Dank Battle.net spielen alle nun gemeinsam auf globalen Servern, es gibt keine Unterteilungen in Regionen
    • Seasons in Diablo 2 dauerten 6 Monate an, in Diablo 2: Resurrected werden sie deutlich kürzer ausfallen
    • Blizzard plant keine Belohnungen für Seasons. Stattdessen lassen sich die Leaderboards nun besser filtern, man wird also besser gesehen, wenn man Level 99 mit einer Klasse erreicht hat. Jede Season-Ladder soll dauerhaft gespeichert werden, somit kann man sich in gewisser Weise verewigen.
    • Charaktere laufen nicht mehr ab und müssen nicht erneuert werden, sie bleiben dank Battle.net dauerhaft aktiv
    • Doppelte Namen werden im Remaster erlaubt sein, durch Gamertag und Battle.net-ID soll man sich trotzdem unterscheiden und identifizieren können
    • Durch das moderne Battle.net mit seiner relativ hohen Sicherheit sollen Duping und Bots weitestgehend vermieden werden. Offline-Charaktere können nicht online gespielt werden.
    • Alte Charaktere aus Diablo 2 oder Lord of Destruction können nicht importiert oder übernommen werden. Wenn ihr Diablo 2: Resurrected spielen wollt, müsst ihr dazu also zwingend einen neuen Helden beginnen.

    Für Konsolen und mit Cross-Progression

    Neben der PC-Fassung erscheint die Neuauflage auch für PS4 und PS5, Xbox One, Xbox Series S/X und Nintendo Switch. Eine Stadia-Version ist nicht angekündigt. Dank Cross-Progression soll man seinen Spielstand via Battle.net sogar auf allen Plattformen übernehmen können. Wer einen Charakter auf mehreren Plattformen spielen möchte, beispielsweise um zwischen PC und Switch zu wechseln, muss allerdings auch beide Versionen einzeln kaufen. (In einer früheren Artikelversion stand hier, dass Crossplay - also gemeinsames Spielen zwischen den verschiedenen Plattform - unterstützt wird. Das ist nicht korrekt, es handelt sich ausschließlich um plattformübergreifenden Fortschritt.)
    Auf Konsolen wurde das Interface (unten im Bild) etwas angepasst. Quelle: Blizzard Entertainment Auf Konsolen wurde das Interface (unten im Bild) etwas angepasst. Das Interface wurde für die Konsolenversionen etwas angepasst, wie ein erster Screenshot (siehe oben) verrät. Hier lassen sich wie in Diablo 3 mehrere Skills auf die Aktionstasten verteilen, außerdem wurde das Digikreuz mit den vier Tränkeslots belegt.

    Update: Neue Infos zu Konsolen und Gamepad-Steuerung

    • Es wird keinen lokalen Koop ("Couch-Koop") wie in Diablo 3 geben, die Switch-Fassung unterstützt aber Koop via Local Play.
    • Auch die PC-Fassung kommt mit vollem Controller-Support und ist somit per Gamepad spielbar.
    • Bestimmte Fähigkeiten ließen sich laut Blizzard nur schwierig für das Gamepad anpassen. Zum Beispiel soll der Teleport-Zauber am Gamepad eine feste Distanz haben, während man mit der Maus einfach seinen Zielort festlegt.

    Auf der nächsten Seite: Redakteur Felix Schütz verrät in seiner Meinung, warum er Diablo 2 zwar großartig findet, sich vom Remaster aber trotzdem etwas mehr Fortschritt erhofft hätte.

    1. Seite 1 Diablo 2: Resurrected -Alle Infos zum Remaster
    2. Seite 2 Diablo 2: Resurrected -Meinung: Geht der Remaster weit genug?
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