Mit Banishers: Ghosts of New Eden liefern die Macher von Life-is-Strange-Macher eines ihrer besten Spiele ab, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Das hat natürlich auch mit der Charakterzeichnung zu tun. Waren wir anfangs noch enttäuscht bezüglich des Prologs, wuchsen uns Antea und Red mit der Zeit richtig ans Herz. In Gesprächen mit Geistern verfügen beide über Dialogoptionen.
Die Lebenden hingegen können Antea meistens nicht sehen, aber dann kommentiert sie zumindest das Geschehen. Beide Protagonisten sprechen auch miteinander über das Geschehene und wir können stellenweise in kurzen Dialogoptionen die Antworten des jeweils Anderen bestimmen.
Das Zusammenspiel zwischen Red und Antea ist hervorragend gelungen und irgendwann haben wir unseren Schwur sogar ernsthaft hinterfragt und mit dem Gedanken gespielt, sie doch noch zurückzuholen. Die Möglichkeit dazu ist wie zuvor erwähnt da. Es ist ein ganz besonderes Prädikat, wenn es ein Spiel schafft, solche Gefühle in uns auszulösen und Banishers: Ghosts of New Eden gelingt dieses Kunststück.
Quelle: Don't Nod Entertainment
Stimmige Dialoge ...
Die Identifikation mit den Protagonisten gelingt natürlich auch deswegen, weil die Atmosphäre des Spiels so gut umgesetzt wurde. Alle Dialoge mit NPCs werden mit zahlreichen stimmigen Kameraeinstellungen eingefangen. Außerdem setzen die Entwickler einen schicken Bokeh-Effekt ein, der die Umgebung leicht unscharf macht. So werden selbst Nebenquests und schlichter Small Talk mit einfachen Mitteln toll in Szene gesetzt.
Obendrein sind die Gespräche immer nachvollziehbar und stimmig geschrieben. Man merkt, dass hinter Red und Antea zwei gestandene Charaktere stehen. Gerade im Englischen sitzt auch die Vertonung. Red ist ein eher zurückhaltender Mann, der gerne mal imit schottischem Akzent n seinen Bart murmelt, während Antea mit ihrer rauchigen Stimme Erfahrung ausstrahlt.
Die deutsche Synchro überzeugt ebenfalls mit guter Übersetzung und passenden Sprechern. Allerdings verliert man hier die stimmigen Akzente, manchmal sitzt die Betonung nicht ganz und die Lippensynchronität geht stellenweise flöten.
... und atmosphärische Spielwelt
Die Atmosphäre wird zusätzlich stark von der Spielwelt selbst getragen. Es liegt stets etwas Mystisches über New Eden. Das wird vom Setting unterstützt, denn die tiefen Wälder im Amerika des 17. Jahrhunderts bringen von Haus aus etwas Unheimliches mit sich. Zudem ist das Design der Welt schön düster gehalten und das Sounddesign überzeugt ebenfalls.
Man kauft der Welt ab, dass hier Geister, Hexen und mehr im Unterholz lauern. Das hat auch seine Schattenseiten, denn man ist dadurch einen Großteil der Spielzeit im Wald unterwegs. Aber Banishers gibt sich zumindest Mühe, Abwechslung zu bieten, etwa in Form von Sümpfen und schneebedeckten Bergen.
Quelle: Don't Nod Entertainment
Ausdrücklich loben wollen wir, dass Banishers Backtracking belohnt. Einerseits weben die Entwickler Metroidvania-Elemente ein. Manche Wege können wir nämlich erst freiräumen, wenn wir die nötigen Fähigkeiten haben. Andererseits ploppen auch in bereits besuchten Gebieten ganz neue Quests auf, wenn man bestimmte Fortschritte in der Story gemacht hat. Das zieht sich bis ins Endgame.
Banishers strotzt dadurch nur so vor Inhalten abseits der Hauptstory. Für unseren ersten Durchgang haben wir ca. 30 bis 35 Stunden benötigt. Dabei haben wir allerdings auch eine Menge Nebenquests und Sammelkram liegen gelassen.
Wer also alles mitnehmen möchte, der kann sicherlich noch einmal gut und gerne 20 Stunden draufschlagen. Nach größeren Entwicklungen in der Hauptstory verändert sich außerdem sogar punktuell die Spielwelt und NPCs gehen in Dialogen auf die Geschehnisse ein, an denen wir beteiligt waren. Das gibt uns wirklich das Gefühl, dass wir die Welt und ihre Bewohner mit unseren Entscheidungen beeinflussen.
Doppelpack-Menü
Jetzt haben wir in epischer Breite über Story und Atmosphäre referiert, aber diese Bestandteile sind eben die absoluten Stärken von Banishers: Ghosts of New Eden. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Gameplay hinterherhinkt. Wir steuern die meiste Zeit Red aus einer recht nahen Third-Person-Perspektive, die ein wenig an die Kamera aus God of War erinnert. So sind wir wie beim Griechengott sehr nah am Geschehen.
Der Clou ist, dass wir auf Knopfdruck zu Antea wechseln können. Mit ihr sehen wir verborgene Dinge und als Geist hat sie auch sehr mächtige Fähigkeiten. Die Metroidvania-Anleihen haben wir ja bereits angesprochen. Doch auch im Kampf unterstützen und ergänzen sich beide Charaktere. Grundsätzlich geht es immer gegen verschiedene Formen von Geistern.
