Mit Banishers: Ghosts of New Eden liefern die Macher von Life-is-Strange-Macher eines ihrer besten Spiele ab, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Im Mittelpunkt der Geschichte von Banishers: Ghosts of New Eden steht die Reise der Protagonisten zurück in die titelgebende Hafenstadt New Eden. Red & Antea haben erstens noch eine Rechnung mit dem Nachtmahr offen.
Zweitens kann Antea nicht von ihrem Geisterdasein befreit werden, solange ihr Körper nicht in ihrer Nähe ist, und der befindet sich eben in New Eden. Das Ziel ist also klar und der Weg dahin führt uns durch das weitläufige Umland der Stadt. Steckt hier also das nächste Riesen-Rollenspiel?
Technisch gesehen hat Banishers eine Open World. Nach einer Ladezeit durchstreifen wir das gesamte Areal nahtlos. Allerdings fällt schnell auf, dass die Welt dann doch nicht so offen ist, sondern sogar sehr begrenzt.
Wege sind festgelegt, klettern können wir nur an markierten Stellen und irgendwo von einem Abhang in die Pampa zu springen, ist nicht möglich. Obendrauf müssen wir ständig über Vorsprünge hopsen, an Felswänden entlang balancieren oder uns durch Felsspalten hindurchzwängen.
Quelle: Don't Nod Entertainment
Banishers: Ghosts of New Eden kaschiert diese Schlauchigkeit gekonnt mit einem fantastischen Weltenaufbau. Ständig tun sich Abzweigungen auf, die uns stellenweise ans gleiche Ziel, aber auch mal komplett woanders hinbringen. Erkundungsdrang wird außerdem stets belohnt.
Seien es neue Ausrüstung, magische Gegenstände und Ereignisse, die unsere Attribute dauerhaft steigern, oder schlicht Craftingmaterialien - selbst in der letzten Ecke von New Eden gibt es etwas zu sehen und zu finden.
Zudem existieren Lager von Überlebenden. Diese Menschen haben die Stadt verlassen, nachdem die Banisher vermeintlich versagt haben, doch der Fluch, der auf New Eden lastet, verhindert die endgültige Flucht und bringt die Tageszeiten durcheinander. Das erklärt einerseits das Fehlen eines Tag/Nacht-Zyklus und andererseits treibt die ständige Sonne die Menschen langsam in den Wahnsinn.
Hexeraufträge - das Spiel
In den Siedlungen erwarten uns die Hauptaufgaben. Um den Fluch abzuschwächen, gehen wir unserem Banisher-Tagwerk nach und helfen den verbliebenen Leuten. Viele von ihnen haben nämlich mit Geisterbefall zu kämpfen. Die Haupt- und Nebenquests drehen sich meist um irgendeine Form der Heimsuchung.
Hier spielt Banishers seine Stärke aus, denn die Geschichten in New Eden sind großartig geschrieben. Während die Hauptgeschichte langsam die Hintergründe über den großen Fluch aufklärt, bieten auch die Nebenquests ein durchgängig hohes Niveau an spannenden Storys. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass sich das Gameplay oft ähnelt.
Quelle: Don't Nod Entertainment
Meist erzählt uns ein NPC, dass er heimgesucht wird und wir die Gründe aufklären sollen. Anschließend durchsuchen wir die Tatorte, gehen Hinweisen nach, führen Rituale aus, sprechen mit Geistern und puzzeln so die Hintergründe der Geschichte zusammen.
Das erinnert stark an die beliebten Hexeraufträge aus The Witcher 3. Falsche Schlüsse ziehen oder sogar ein falscher Ausgang sind dabei zwar nicht möglich, aber die Storys sind nie schwarz oder weiß.
Das macht das Finale jeder Quest umso spannender. Am Ende müssen wir uns nämlich immer entscheiden, ob wir den Geist erlösen oder verbannen wollen. Wir können uns allerdings auch dafür entscheiden, das Leben unseres Auftraggebers an uns zu reißen.
Dabei spielt natürlich auch die Entscheidung bezüglich Antea eine Rolle. Schon relativ zu Beginn müssen wir einen Schwur leisten, ob wir unsere Liebste erlösen oder zurückholen wollen.
Im weiteren Spielverlauf wird uns zwar trotzdem weiterhin die Wahl gelassen, doch wollen wir Antea zurückholen, müssen wir ihren Geist mit den Seelen der Lebenden füttern. Wollen wir sie erlösen, müssen die Geister gebannt oder befreit werden.
Obwohl wir uns anfangs zwar dafür entschieden haben, Antea aufsteigen zu lassen, haben wir trotzdem bei so mancher Entscheidung minutenlang gehadert. Selten ist die Option, die auf unser Ziel hinarbeitet, auch die moralisch richtige. Jeder Beteiligte, ob lebendig oder tot, hat immer irgendwie Dreck am Stecken in Banishers und wir hinterfragen ständig unser Handeln.
