Ambulance Life: A Paramedic Simulator: Aus dem Weg, ich bin kein Arzt!
Special
Tatü-Tata! In unserer Preview zu Ambulance Life: A Paramedic Simulator schlüpfen wir in die Schuhe eines Notfallsanitäters und versuchen zu retten, was zu retten ist.
Mit Blaulicht und Sirene durch die Stadt düsen und Leben retten, klingt interessant, aber die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Verantwortung für echte Menschenleben sind zu heftig? Dann schnallen wir uns besser an und ignorieren alle Paragraphen der StVO, denn im Paramedic Simulator von Aesir Interactive dürfen wir selbst einen Rettungswagen durch die Straßen manövrieren, ohne jemanden zu gefährden, der nicht aus Nullen und Einsen besteht.
Das Münchner Studio hat mit dem Police Simulator: Patrol Officers bereits seine Spuren im Simulator-Genre hinterlassen und tritt seinen Platz darin nun breiter, denn Ambulance Life lässt uns nicht nur Menschen durch die Gegend fahren, sondern bringt uns einen Schritt näher an den Alltag des Rettungsdienstes. Ankommen, Abschätzen und Erste Hilfe leisten sind alles Aufgaben des Personals, die gerne im Blaulicht untergehen, aber in unserer zweistündigen Anspiel-Session wurden wir in all diesen Punkten gefordert.
Von Pflaster bis Herzdruckmassage
Die Schicht eines Notfallsanitäters ist gespickt mit verschiedensten Notfällen. Mal helfen wir jemandem bei einer Panikattacke, mal bringen wir ein Brandopfer in die Klinik. Ambulance Life stellt uns vor rund 70 verschiedene Notfälle, von denen wir nur eine Handvoll in einer Schicht unterbringen.
Diese Schichten können wir nach und nach verlängern, starten aber mit 15 Minuten, in denen wir Notrufe entgegennehmen und dann zum Ort des Geschehens fahren. In Trainingsmodi können wir auch spezifische Szenarien üben, und lernen so beispielsweise, mit einer Herz-Kreislauf-Störung umzugehen.
Sind wir wirklich scharf auf die Immersion, können wir vom Spiel-Modus, dem Standardmodus mit Hinweisen, in die Simulation, die uns wenig Hilfestellung gibt und dafür authentischer an den Beruf bringen soll, wechseln.
Quelle: Aesir Interactive
In beiden Versionen teilt sich die fiktive Großstadt San Pelicano, durch die wir mit Blaulicht und Martinshorn heizen, in drei Bezirke auf, die wir nach und nach freischalten. Je nach Bezirk ändern sich auch die Notfälle. Während im Industrieviertel mehr Arbeitsunfälle mit schweren Maschinen zu erwarten sind, fallen im Wohngebiet vorwiegend Alltagskatastrophen wie Hausbrände oder Fahrradunfälle vor.
Da wir einen voll ausgebildeten Sanitäter spielen, dient deren Karriereleiter in klassischer Videospielemanier als Level-System. Sammeln wir XP für gut ausgeführte Einsätze, erhalten wir bei jedem Levelaufstieg neues Equipment, Fahrzeuge und ein größeres Revier. Ab einem gewissen Maß an Berufserfahrung stehen uns auch Großeinsätze zur Verfügung. Wir wählen zu Beginn des Spiels einen vorgefertigten Charakter mit vollen Personalien, Aussehen und Lebensgeschichte, die aber sonst wenig zum Spielerlebnis beitragen.
Hirntod beim Beifahrer festgestellt
Alle Figuren sind vollständig in englischer Sprache synchronisiert, was allerdings nur dann auffällt, wenn einer der nicht ausgewählten Charaktere als Begleitung fungiert. Dieser zweite Sanitäter klebt uns nämlich während jedem Einsatz an der Backe - und wir hätten ihn während unserer Anspiel-Session wirklich gerne aus dem Wagen getreten.
Quelle: Aesir Interactive
Auf dem Weg zum Unfallort fällt er uns zuerst durch aggressives Backseat-Driving auf. Bei jedem gestriffenen Seitenspiegel muss ein abfälliger Kommentar zu unserem Fahrstil gegeben werden. Wenn wir ein bisschen zu lange brauchen, weil beispielsweise gerade eine Transporter-Kolonne gemütlich zur Seite fährt, werden wir gefragt, ob wir die Orientierung verloren haben - mehrmals.
Diese passive Aggressivität ist zwar in einem so stressigen Job nicht unüblich, aber doch sehr unangebracht, wenn wir unser Bestes tun und uns nur mit Erniedrigung durch einen nutzlosen Neunmalklugen begegnet wird.
Ja, nutzlos ist der richtige Begriff, denn haben wir unter zynischen Seitenhieben endlich unser Ziel erreicht, tut unsere Begleitung absolut nichts, um uns zu helfen. Das ergibt zwar für ein actionreiches Spielerlebnis Sinn, aber dann könnte sie auch einfach den Rand halten!
Bildergalerie
Wir machen die ganze Erstuntersuchung, suchen in der Triage nach Überlebenden und verarzten im Rettungswagen Patienten - alles ohne Unterstützung. Unser Kollege steht währenddessen mit verschränkten Armen daneben und gibt so Sachen von sich, wie: "Bereitest du eine OP vor? Fahr los!", auch wenn wir gerade bis zu den Handgelenken in einer offenen Fleischwunde stecken.
