Rescue HQ - The Tycoon: Wir managen Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst im Test!
Test
Der Entwickler Stillalive Studios ist eher bekannt für Spiele wie zum Beispiel Bussimulator 2018. Nun hat sich das Team mit dem neusten Titel auf den Spielplatz der Aufbausimulationen gewagt, um sich vielleicht einen Namen unter den Genre-Vertretern zu machen. Ein interessanter Ansatz, denn Spiele dieser Art gibt es in einer überschaubaren Menge. In unserem Test zeigen wir euch, wie viel Spaß Feuerwehr und Co. bieten.
Auf dieser Seite
Vor einem Augenblick haben wir noch die Ausrüstung unser Einsatzkräfte aufgestockt, schon klingelt das Telefon alarmierend. In einem Bürogebäude wurde ein Feuer entdeckt, ein Raubüberfall gemeldet und eine Person ist in einem Auto verunglückt - und das alles auch noch gleichzeitig! Jetzt heißt es also: schnell reagieren!
Die richtige Ausrüstung einpacken und mit den Einsatzfahrzeugen ausrücken: In Rescue HQ -The Tycoon übernehmen wir die Verwaltung von Feuerwehr, Polizei und des Rettungsdienstes eines fiktiven Berlins oder San Franciscos. Wir sind dafür verantwortlich, die Notrufe der Bürger entgegenzunehmen und schnellstmöglich zu handeln.
Es gilt, neues Personal einzustellen, Fahrzeuge zu warten und insgesamt für jede Situation gerüstet zu sein. Anders als in ähnlichen Spielen wie zum Beispiel Emergency 2016, wo realistische Grafik und Seriosität im Mittelpunkt stehen, bietet Rescue HQ einen eher schlichteren Look und eine Prise Witz in den Missionen. In zwei Kampagnen können wir uns der Herausforderung stellen, gleich drei städtische Dienste zu managen.
Rescue HQ - The Tycoon im Test: Vorbereitung für den Ernstfall
Am Anfang steht uns eine freie Fläche mit kleiner Wache zur Verfügung. Der freie Bauplatz muss mit dem Nötigsten erweitert werden: Fahrzeuge, Büro, Allzweckräume, Schlafzimmer und zu guter Letzt die Toilette - all das darf in keinem vernünftigen Hauptquartier fehlen! Der Spielbeginn gestaltet sich recht einsteigerfreundlich. Der Bürgermeister gibt uns in zeitlichen Abständen Anweisungen, wie bestimmte Objekte optimal platziert werden können und wann große Event-Missionen beginnen, auf die wir uns Vorbereiten müssen. Apropos Missionen, davon werden wir schnell mehr als genug haben. Die erste halbe Stunde von Rescue HQ spielt sich aber sehr gemächlich, die Einsätze kommen mit größeren Abständen und lassen uns genug Zeit zum Überlegen.
Was verbirgt sich aber hinter den verschiedenen Missionen? Unterteilen lassen sich die Notfälle in unsere drei Abteilungen der Wache: Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Ist ein Auftrag eingetroffen, heißt es schnell sein: Jeder Notruf hat ein Zeitlimit, das möglichst nicht ablaufen sollte, ansonsten verlieren wir Geld. Mit einem farblich gekennzeichneten Symbol sehen wir auf dem ersten Blick, um welche Art von Situation es sich handelt.
Quelle: PC Games
In der Missionsübersicht können wir Personal, Fahrzeuge und Ausrüstung zuteilen.
Dabei variieren die Situationen zwischen schlichten Unfällen oder eher witzigen Katastrophen, wie zum Beispiel einem Schokoladentransporter, der mit einem Karamell-LKW kollidiert ist. Besonders interessant sind die Aufträge, welche eine Kombination der Einsatzbereiche darstellen. In diesen Fällen müssen wir sogar Fahrzeuge aus allen drei Kategorien gleichzeitig losschicken. Haben wir den Anruf angenommen, müssen wir Personal bereitstellen, Fahrzeuge auswählen und Ausrüstung einpacken. Eine Übersicht schildert den Notfall und weist uns darauf hin, was alles für den Idealfall mitgenommen werden sollte. Je mehr Anforderungen wir erfüllen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, den Einsatz erfolgreich zu absolvieren. Nach einem erfolgreichen Auftrag winken Einflusspunkte zum Freischalten neuer Ausrüstung und obendrein auch jede Menge Geld.
Rescue HQ - The Tycoon im Test: Weitsicht bei Investitionen
Mit der Zeit häufen sich Geld und Einfluss an. Wollen wir neue fahrbare Untersätze oder neue Werkzeuge kaufen, müssen wir zuerst bestimmte Ränge erreichen. Durch Sammeln des Einflusses aus Missionen steigern wir unser Ansehen. In Rescue HQ sind verschiedene Objekte freischaltbar, in späten Levels warten unter anderem schnelle Polizei-Boliden und große, voll bepackte Feuerwehrwagen auf uns.
Quelle: PC Games
Während unserer Arbeit werden wir ständig über zukünftige Großeinsätze informiert.
Hier kommen wir aber auch schon zu einem der Kritikpunkte des Spiels: Oftmals kommt es vor, dass wir auch im frühen Spielverlauf mit Missionen konfrontiert werden, für die uns die nötige Ausrüstung fehlt und wir kaum bis gar keine Chance auf Erfolg haben. Erst mit fortschreitender Spielerfahrung lernen wir, dass bestimmte Ausrüstung möglichst schnell gekauft werden muss anstelle einer anderen. Hat man dieses Wissen nicht, fühlen sich die Missionen schnell frustrierend an. Dazu kommen noch die hohen Einflusskosten der Freischaltungen, sodass uns eine einzelne falsche Investition eine Weile zurückwirft. Trotzdem motiviert die große Auswahl an Möglichkeiten. Die Komplexität nimmt zu und vorausschauendes Denken wird immer wichtiger; schnell wächst unsere Wache zu einer beachtlichen Größe.
Quelle: PC Games
Am Ende der Woche kommt die Rechnung. Diese sollte wenn möglich eine schwarze Zahl aufweisen
Für jede Mission gibt es zudem Erfahrungspunkte, sodass aus unseren Grünschnäbeln langsam erfahrene Einsatzkräfte werden. Das Personal erhält dann einen Bonus auf die Erfolgswahrscheinlichkeit von Einsätzen. Eine erfahrene Gruppe kann dadurch fehlende Ausrüstung mit Einsatzerfahrung ausgleichen. Je nachdem, welche Kampagne wir ausgewählt haben, konfrontiert uns das Spiel mit einer Anzahl verschiedener Events, die Abwechslung zwischen den Arbeitswochen bringen. Schön ist auch, dass an Kleinigkeiten gedacht wurde: Brände geschehen zum Beispiel tagsüber öfters als nachts. Ein kluger Kopf nimmt darauf Rücksicht und stellt für die Tagesschicht dementsprechend mehr Personal zur Verfügung als für die Nachtschicht eingeteilt ist.
Rescue HQ - The Tycoon im Test: Polygone wo der Blick hinfällt
Unser ausgebautes Hauptquartier ist optisch kein Hingucker, die Grafik von Rescue HQ -The Tycoon kann man eher als zweckdienlich als hübsch bezeichnen. Vor allem entstand bei uns der Eindruck, dass das erfolgreiche Aufbauspiel Two Point Hospital als Vorbild für das Aussehen des Spieles gedient hat, aber die Umsetzung nicht ganz gelungen ist. Einen gewissen Charme hat der Look dennoch: Fast alle Objekte bestehen aus blockartigen Objekten, die einen Eindruck von groben Polygonen erwecken - eine wirkliche Neuheit ist der Style aber nicht. Auch bei den Animationen unserer kleinen Angestellten hat der Entwickler etwas gespart. Sie fallen sehr simpel aus - immerhin schaffen die Toilettenbesuche unserer Einsatzkräfte es immer, uns ein Lachen heraus zu kitzeln. Nicht unbedingt lustig aber passend ist die Musik, die das Spielgeschehen begleitet. Diese ist nicht zu aufdringlich und bietet ein großstadtmäßiges Flair.
Quelle: PC Games
Auch mit klassischer Büroarbeit lässt sich schnell und verlässlich Geld verdienen.
Bildet Rescue HQ - The Tycoon (jetzt kaufen 5,56 € ) also nun den Alltag von Feuerwehr, Polizei und Sanitätern gut ab - und vor allem, macht es Spaß? Wir waren dem Spiel jedenfalls nicht abgeneigt, es bietet diverse Möglichkeiten der Individualisierung unserer Einsatzwache. Auch liefern die zwei Kampagnen einen eher bescheidenen Umfang, jede einzelne verspricht lediglich eine Spielzeit von ungefähr vier bis sechs Stunden. Die zusätzlichen Kampagnen sind zwar nur eine schwerere Version der Vorgängerkampagne, haben aber auch nochmal einen neuen Kniff. So stehen uns zum Beispiel gewisse Räume sowie Ausrüstung nicht zur Verfügung oder die Baufläche ist begrenzt. Obendrein ist es schade, dass trotz klugen Investitionen nicht immer alle Aufträge perfekt gemeistert werden können, da wir einfach nicht schnell genug jede Ausrüstung kaufen konnten. Entwickler Stillalive Studios hat trotz der kleinen Macken aber einen spaßigen Tycoon entworfen, der sich nicht zu verstecken braucht.
