Ambulance Life: A Paramedic Simulator: Aus dem Weg, ich bin kein Arzt!

Special Marlin Nixdorf Michael Grünwald
Ambulance Life: A Paramedic Simulator: Aus dem Weg, ich bin kein Arzt!
Quelle: Aesir Interactive

Tatü-Tata! In unserer Preview zu Ambulance Life: A Paramedic Simulator schlüpfen wir in die Schuhe eines Notfallsanitäters und versuchen zu retten, was zu retten ist.

Das wird schon wieder

Um unseren auserkorenen Patienten da reinzubugsieren, holen wir die Krankenbahre aus dem Wagen. Die invertierte Steuerung der Bahre macht dabei die Aufgabe ungemein interessanter, auch wenn wir für die unnötige Verkomplizierung unseres Jobs gerne mit anschuldigendem Finger auf das andere Ende der Liege zeigen würden, an dem unser Kollege anpackt.

In einer überspringbaren Animation heben wir den Patienten auf die Bahre und fahren ihn zurück in den Wagen, wo wir im Anschluss die Behandlung vornehmen.

Die verfluchte Trage in Ambulance Life. Quelle: Aesir Interactive Während die Überwachung der medizinischen Grundmesswerte wie Puls und Blutdruck eigentlich immer vorgenommen werden sollte, müssen wir entscheiden, welche Maßnahmen der Behandlungsvorschläge angebracht sind.

Die beruhen auf unserer vorläufigen Diagnose, die wir aber im Ernstfall immer anpassen können und vielleicht sogar müssen, denn wir bekommen auch in der Behandlung Mitteilungen über Symptomveränderungen.

Akute Probleme wie offene Wunden oder starke Schmerzen können wir direkt im Wagen versorgen und müssen dafür manchmal absurde Minispiele abschließen. So fühlt sich das Legen eines intravenösen Zugangs beispielsweise an, wie Darts auf einen Arm zu werfen, weil wir im richtigen Moment die Nadel andrücken müssen.

Haben wir aber versehentlich ein Blutdruckmessgerät an dem Arm angelegt, an dem auch eine schnell zu behandelnde Wunde vorliegt, können wir uns das Verarzten abschminken, die Messgeräte bleiben bis zum Krankenhaus an Ort und Stelle. Uns bleibt also nur noch so schnell wie möglich loszufahren und zu beten, dass unser Patient auf dem Weg nicht verblutet.

Verband anlegen in Ambulance Life. Quelle: Aesir Interactive

Put the pedal to the metal

Schwingen wir uns nach dem notdürftigen Verarzten unseres Patienten auf den Fahrersitz, geht das Drama richtig los. Unsere Fracht ist das teuerste Gut: Ein Menschenleben, und wir müssen es auch entsprechend behandeln.

Es ist zwar nie gut, seinen Firmenwagen anzukratzen, aber mit einem Menschen, der sowieso schon in Lebensgefahr schwebt, müssen wir extrem aufpassen mit unserem RTW kein anderes Objekt zu berühren, weil wir sonst eine Tirade vom Rücksitz zu hören bekommen.

Das ist allerdings leichter gesagt als getan: Die anderen Verkehrsteilnehmer verhalten sich zwar größtenteils vorbildlich, indem sie halbwegs funktionierende Rettungsgassen bilden, aber gerade in Engstellen wie Tunneln kann es passieren, dass die Autos vor lauter Ehrfurcht in Schrittgeschwindigkeit weiterschleichen, bis wir das Blaulicht ausschalten.

Eine Hupe oder ein Blinker wäre durchaus von Vorteil, damit wir uns noch mehr Platz verschaffen könnten. Transporter halten nämlich regelmäßig so schlecht in der Rettungsgasse an, dass wir leichter auf der Gegenfahrbahn durchkommen.

Fahrradfahrer sehen wir recht wenig - außer bei Unfällen. Dafür ist es sehr unterhaltsam den Fußgängern zuzusehen, wie sie erst gemächlich über die Straße schlendern und sofort wie ein aufgeschreckter Vogelschwarm auf den Gehweg hechten, sobald wir das Martinshorn aktivieren.

Eine Rettungsgasse in Ambulance Life. Quelle: Aesir Interactive Die Geschwindigkeitsanzeige passt auch nicht so richtig zur Fahrgeschwindigkeit, aber da wir nicht auf Begrenzungen aufpassen oder schalten müssen, ist das weniger von Belang. Unsere Begleitung lässt uns eindeutig wissen, wenn wir zu schnell unterwegs sind und auch wenn wir zu lange brauchen.

Nützlich macht sich unser wandelnder Tacho einzig und allein, wenn auf der Fahrt zurück ins Krankenhaus ein akutes Symptom beim Patienten anschlägt. Wir werden dann unterm Fahren gefragt, was zu tun ist, und müssen mit den Pfeiltasten eine von vier möglichen Behandlungen vorgeben.

Aesir Interactive kämpft dabei mit authentisch-harten Bandagen, jeder Fehler kommt uns teuer zu stehen. Haben wir vergessen, einen Patienten nach Allergien zu fragen, kann eine Reaktion auf ein Medikament, das wir verabreichen, zum Tod in unserem Wagen führen. In dem Fall dürfen wir allerdings nicht deprimiert das Handtuch werfen, sondern müssen die Fahrt zu Ende bringen, wie es auch im echten Notdienst zu tun ist.

Der Totenschein darf nur von einem zugelassenen Arzt ausgestellt werden. Im Krankenhaus werden wir von einer unheimlichen Animation begrüßt, in der unser Ex-Patient noch mit angelegter Sauerstoffmaske unter Anstrengung eines ganzen Krankenflügels in ein Bett gehievt wird. Das kommt uns ganz schön makaber vor.

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