Faszination Simulatoren: Warum zocken, wenn ihr auch arbeiten könnt?

Special Christian Neumann Michael Grünwald
Faszination Simulatoren: Warum zocken, wenn ihr auch arbeiten könnt?
Quelle: Giants Software

Im Landwirtschaftssimulator durch die Felder pflügen, stundenlang im Microsoft Flight Simulator durch die Welt jetten oder eine Nachtschicht in der Münchner Straßenbahn einlegen. Für manche klingt das öde, andere entspannen so am besten.

Für mehrere Stunden mit einem schwer beladenen Lastwagen über die Autobahn brettern, an roten Ampeln warten und zig Strohballen aufeinanderstapeln - was ist das überhaupt für ein Gameplay? Gerade der Landwirtschaftssimulator und der Euro Truck Simulator feiern seit Jahren große Erfolge. Wir tragen für euch nischige und bekannte Simulatoren zusammen und erklären euch, was eine erfolgreiche Berufssimulation ausmacht.

Weinernte im Landwirtschafts-Simulator 22 mit großem Gerät. Quelle: Giants Software

Vom Teppich auf den PC

In den üblichen Core-Games wollen wir von Reizen überflutet werden, taktieren und in fremde Welten abtauchen. Arbeitssimulationen liefern dazu einen krassen Gegenentwurf. In denen bleiben wir in unserer Welt und wollen alltägliche Arbeitsabläufe so realistisch wie möglich nachspielen.

Die Faszination dahinter lässt sich am ehesten mit dem Spielen als Kind vergleichen. Wer sich als Erwachsener für große Maschinen interessiert, dem reicht der Traktor auf dem Teppich zu Hause vermutlich nicht mehr. Da muss dann schon der digitale Trecker mit wuchtigen Sounds her, den wir nach erledigter Arbeit mit dem Hochdruckreiniger vom Schlamm befreien.

In Kinderjahren wünschen sich viele, einen eigenen Bauernhof zu besitzen, Pilot zu werden oder zumindest einen LKW zu fahren. Mit zunehmendem Alter gibt es aber immer mehr zu tun und wir verlieren unsere Kindheitsträume aus dem Blick.

Ertappen wir uns als Erwachsene bei dem Gedanken, doch einmal einen eigenen Lastwagen zu fahren, kommt der Euro Truck Simulator 2 genau richtig. Einfach ein paar Euro auf Steam investieren und schon sitzen wir im virtuellen Sattelschlepper. Die Faszination Simulator geht aber weit über Autobahnen und Felder hinaus.

Das Bedienen eines solchen Skilifts muss gut geübt sein. Quelle: Aerosoft GmbH

Servus, Grüezi und Hallo!

Wer schon mal in den Bergen mit einer Seilbahn gefahren ist, hat sich bestimmt gefragt, was genau das Liftpersonal den ganzen Tag macht. Im Winter Resort Simulator bedienen wir im Alleingang einen ganzen Skilift. Morgens schaffen wir die Gondeln aus der Garage und abends parken wir sie wieder.

Dabei sind die Arbeitsabläufe in den vom Hersteller "Doppelmayr" lizensierten Gondelbahnen realitätsgetreu dargestellt. Alles funktioniert genauso wie bei einem echten Lift. Deshalb müssen wir uns erstmal in die Bedienweise der Bahnen einfuchsen - denn machen wir nur einen kleinen Fehler, blockiert das ganze System.

Umso belohnender ist es, wenn eine der verschiedenen Gondelbahnen fehlerfrei läuft. Um die Liftsimulation versuchen die Entwickler noch, etwas Gameplay zu streuen. Uns gehört nämlich ein Skigebiet, dass wir schrittweise erweitern - mitsamt Liften, Restaurants und Skipisten. Die Spuren mit schwerem Pistengerät für die Wintersportler in den Schnee zu ziehen, klingt zwar aufregend, hält euch aber vermutlich nicht allzu lange bei der Stange.

Auch dem Wirtschaftssystem des Winter Resort Simulators fehlt es an Tiefe und trotz überschaubarer Grafikqualität kämpft das Spiel mit Performance-Problemen. Die breite Spielerschaft können die Entwickler so nicht für das Spiel begeistern. Bergbahnenthusiasten kommen aber in den Genuss, hunderte Tonnen von Stahl durch die verschneite Berglandschaft steuern zu können.

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