Ambulance Life: A Paramedic Simulator: Aus dem Weg, ich bin kein Arzt!

Special Marlin Nixdorf Michael Grünwald
Ambulance Life: A Paramedic Simulator: Aus dem Weg, ich bin kein Arzt!
Quelle: Aesir Interactive

Tatü-Tata! In unserer Preview zu Ambulance Life: A Paramedic Simulator schlüpfen wir in die Schuhe eines Notfallsanitäters und versuchen zu retten, was zu retten ist.

Ruhepuls bei 120

Ein Glück können wir unseren eigenen Puls nicht nehmen, während wir durch die Einsätze preschen, denn Ambulance Life bringt einen entscheidenden Faktor des Rettungspersonal-Alltags überzeugend rüber: Stress.

Nicht nur die Gefahr einen Patienten durch Zögern zu verlieren, zu vergessen oder falsch zu behandeln, nagt an uns, auch das Fahren wie auf Eierschalen, andere Verkehrsteilnehmer mit plötzlichem Todeswunsch und die unhandliche Krankenbahre setzen uns zu.

Wirklich alles bekommt einen Timer. Die Benachrichtigungen über bestimmte Symptome werden mit einem gelben Warndreieck angezeigt, darunter läuft die Anzeigezeit im HUD ab. Das Symptom verschwindet nicht einmal aus dem Tablet und trotzdem haben wir das Gefühl, wir müssten mit der Untersuchung fertig werden, bevor die Beobachtungen verschwinden, einfach nur wegen dem schrumpfenden Balken darunter.

Lungenuntersuchung in Ambulance Life. Quelle: Aesir Interactive Es ploppen ständig irgendwelche Bemerkungen auf, die sich über den ganzen Bildschirm ausbreiten und in ihrer Relevanz stark schwanken, sich aber kaum visuell voneinander abheben. "Blutdruck normal" und "Blutdruck niedrig" haben zwar drastisch-unterschiedliche Konsequenzen, sehen aber aus dem Augenwinkel fast gleich aus.

Im Straßenverkehr helfen Blaulicht und Sirene relativ schnell von A nach B zu kommen, aber das ständige Genörgel während der Fahrt und die aufploppenden kritischen Symptome lassen jede Sekunde doppelt so lang erscheinen, wie sie eigentlich ist.

Besonders die Katastrophen-Events schlagen auf die Psyche. Das sind Großeinsätze, bei denen eine ganze Menschenmenge behandelt werden muss, wir aber nicht die Ressourcen dafür haben. So rennen wir beispielsweise durch eine explodierte Tankstelle, sehen verkohlte Leichen in Autos sitzen, finden lose verstreute Körperteile, können aber nicht anhalten, um den Anblick zu verarbeiten, weil wir innerhalb von fünf Minuten alle Überlebenden etikettiert haben müssen.

Danach verwalten wir, natürlich ohne die Mithilfe unseres Kollegen, eine Art Feldlazarett, in dem wir alle lebensgefährlich verletzten Patienten sammeln und so schnell wie möglich stabilisieren müssen.

Ankunft im Krankenhaus in Ambulance Life. Quelle: Aesir Interactive

Das sieht übel aus

Allem voran muss gesagt werden, dass Aesir Interactive bereits angekündigt hat, bis zum Release 2025 nochmal an der Grafik und den Animationen zu schrauben, sowie grundlegende Probleme zu fixen, die uns in dieser Preview über den Weg gelaufen sind.

Generell passten die Animationen und die Stimmung, oder eher der Gesundheitszustand der Opfer nicht so ganz zusammen. Die Unfallopfer lagen oft leger in ihren eigenen Blutlachen herum und warteten auf Rettung. Wir waren uns zum Beispiel, als wir eine Überlebende eines Hausbrandes untersuchen wollten, etwas unsicher, ob sie uns anhustet oder versucht uns einen Kuss mit Zunge zu geben.

Triage in Ambulance Life. Quelle: Aesir Interactive Wenn diese gemischten Signale einmal durchsortiert worden sind, müssen Notrufe wie "RTW von fliegendem PKW getroffen" entweder offiziell spielbar, oder entfernt werden. Der Vorfall hat uns nämlich ohne unser Wirken einen Patienten gekostet, aber amüsant war es allemal.

Zwischen den steifen Animationen und dem verwirrenden Gameplay versteckt sich eine stressige, aber vielseitige und gut überlegte Simulation, die uns mit (und vielleicht gerade wegen) ihren grafischen Ausrutschern gut unterhalten hat.

Ambulance Life: A Paramedic Simulator soll Anfang nächsten Jahres auf PS5, Xbox Series X/S und Steam erscheinen und uns mit rund 30 Stunden purem Stress beschäftigen. Während Texte auf Deutsch zu lesen sein werden, können wir uns das Gemeckere unserer Begleitung und das Wehleid unserer Patienten aber nur auf Englisch anhören. Transparenzhinweis: Nacon stellte uns eine Vorschau-Version zur Verfügung.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk