Die Entstehungsgeschichte von Age of Empires - Seite 4
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Age of Empires ist ein Stück gespielte Geschichte. Reist mit uns in die Vergangenheit und erfahrt, wie der Echtzeitstrategie-Klassiker entstanden ist.
In den internen Playtests fiel sehr schnell auf, dass Age of Empire viele verschiedene Spielstile und Taktiken hervorbrachte. Wer beispielsweise keine Lust auf kriegerische Auseinandersetzungen hatte, konnte sich auch einigeln und durch den Bau eines Weltwunders den Sieg davontragen. Dadurch war Age of Empires auch für Freunde der langsamen Aufbautaktik interessant und musste nicht zwangsläufig mit dem typischen Tank-Rush dieser Zeit beendet werden.
Echtzeit-Erfolg!
Mit der fortlaufenden Entwicklungszeit steigerten sich auch die Ansprüche und Erwartungen an Age of Empires. Logisch, schließlich kosteten die aufwendigen Grafikverfahren und die Nachbesserungen am Gameplay Zeit und Geld. "Als wir mit der Entwicklung starteten, war es unser Ziel, wenigstens 100.000 Einheiten zu verkaufen. Aber zu dem Zeitpunkt, als wir fertig waren, benötigten wir 500.000 verkaufte Exemplare, um auch nur die Gewinnzone zu erreichen", erinnert sich Bruce Shelley. Das Spiel erschien am 15. Oktober 1997 weltweit. Die Kritiken der Presse waren ausgezeichnet. "Ein Tester nannte es digitales Kokain", sagt Shelley und führt diesen Punkt weiter aus: "Das ist vielleicht ein wenig drastisch, aber offensichtlich haben die Leute beim Spielen einfach die Zeit vergessen. Ich erinnere mich an einen britischen Journalisten, der meinte, dass er nach dem Betrachten des ersten Screenshots wusste, dass Age of Empires ein Hit werden würde. Es entstand eine sehr loyale Community, verteilt über alle Kontinente, Gaming-Vorlieben und Altersstufen."
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Das Spiel verkaufte sich bis zum 12. Dezember 1997 über 650.000-mal, bis Februar 1998 waren es bereits 850.000. Es war der Startschuss für eine Reihe, die bis 2020 (also ohne den vierten Teil) bereits 25 Millionen Mal verkauft wurde und über eine Milliarde US-Dollar einspielte.
Quelle: Moby Games
Beerensträucher sind ein gefundenes Fressen. Mit einigen Arbeitern sichert ihr so die Nahrungsversorgung.
Eine feste Größe im Echtzeitgenre
Auf das Erbe von Age of Empires angesprochen, gibt sich Shelley indes eher nüchtern und betont, dass es ein notwendiger Schritt hin zum zweiten Teil war. Für ihn scheinen Bewertungen und Verkaufszahlen jedoch eher nebensächlich zu sein. Stattdessen fallen ihm vor allem die Reaktionen aus der Community wieder ein: "Wir haben eine ganze Reihe junger Leute mit Geschichte in Berührung gebracht.
Quelle: Moby Games
Computergegner schickten nicht selten Arbeiter beziehungsweise Sammler als Aufklärungstruppen los. Diese fielen dann der gegnerischen Verteidigung zum Opfer.
Wir erhielten unzählige Briefe von Eltern, die beteuerten, dass unser Spiel das Interesse ihrer Kinder an Geschichte gesteigert hätte. Es war ein wichtiges Spiel für viele Menschen aus dieser Generation.
Quelle: Moby Games
Gerade um seltene Rohstoffe wie Gold gab es meist harte Kämpfe. Belagerungswaffen wie Katapulte sind dabei vor allem gegen Gebäude effektiv. Ohne Begleiteinheiten sind sie aber chancenlos.
Bis heute hören wir immer wieder von Leuten, die es noch spielen oder großartige Erinnerungen damit verbinden."
Und genau das ist Age of Empires letztlich auch: Ein wegweisendes Echtzeitstrategiespiel, das mehr war als nur eine Kopie von Command & Conquer oder Warcraft. Ensemble Studios erschuf eine eigene Marke, die sich mit dem Setting und dem Anspruch dahinter abhob und gleichzeitig Spieler emotionalisierte.
Bis heute gehört Age of Empires somit zu den festen Säulen eines Genres, das in den kommenden Jahren nach einer längeren Durststrecke einen zunehmenden Aufschwung mit Titeln wie Tempest Rising erleben dürfte. Aus den Annalen der Computer- und Videospielgeschichte jedenfalls ist Age of Empires nicht mehr wegzudenken.
