CPU-Kaufberatung: Unsere Empfehlungen und Marktübersicht
Special
AMDs neue Ryzen 3000er-Serie ist seit Kurzem auf dem Markt. Darunter sind sechs CPUs mit der neuen Zen 2-Architektur. Mit dem Ryzen 5 3600 scheint es einen Preiskracher für Gamer zu geben, aber auch für anspruchsvolle Anwender gibt es CPUs mit bis zu 32 Threads. Wir analysieren die neuen Prozessoren und bieten zudem eine allgemeine Kaufberatung.
CPUs: Kaufberatung und Marktübersicht
Allgemein empfehlen wir, dass eine CPU für einen Gaming-PC mindestens acht Threads bieten sollte - dies ist zwar in vielen Games noch nicht nötig, aber einen Prozessor schafft man sich in der Regel an, um ihn einige Jahre zu nutzen. Es sollte daher also mindestens eine Vierkern-CPU sein, die pro Kern zwei Threads bietet. Intels Sechskern-Prozessoren der Core i5-Serie, die kein Hyperthreading haben und somit auch nur sechs Threads bieten, sind aus unserer Sicht daher nur bedingt zu empfehlen.
In diesem Artikel
Auf der anderen Seite sind aber mehr als 12 Threads für einen starken Gamer-PC kein Vorteil mehr, außer ihr macht parallel zum Gaming weitere Dinge, zum Beispiel Streaming auf einem relativ hohen Niveau. Das Plus an Threads kostet ansonsten nur unnötig viel Geld, und je nach Modell wird das üppige Thread-Angebot auch durch einen geringeren Takt erkauft. Aus diesem Grund raten wir auch von CPUs für die Sockel 2066 oder AMD TR4 komplett ab, außer ihr wisst genau, was ihr tut. Die entsprechenden Enthusiasten-CPUs sind nämlich eher für den professionellen Bereich geeignet, und selbst für diesen Fall schlagen die Top-Modelle der neuen Ryzen 3000er-Serie viele der deutlich teureren Modelle. Doch auch innerhalb des Sockels AM4 gibt es Grenzen bei de Frage, was für einen Spiele-PC sinnvoll ist. Der Ryzen 9 3900X ist beispielsweise über 50 Prozent teurer als ein Ryzen 7 3700X, aber in Spielen quasi gleichschnell.
Quelle: MSI
MSI MEG X570 Godlike - mit 700 Euro das aktuell zweitteuerste X570-Mainboard.
Denn Spiele können mit dem Zusatzangebot an Threads nichts anfangen, außer sie sind für weitere parallel laufende Programme nötig, die wiederum bei einer CPU mit zu wenig Threads das Game ausbremsen könnten. Unserer Preis-Leistungs-Tipp ist daher der neue Ryzen 5 3600, den es für etwa 210 Euro im Handel gibt. Auch der Ryzen 5 3600X steht gut da, aber sein Aufpreis von 50 Euro ist derzeit zu hoch, da er nur ein wenig schneller als der Ryzen 5 3600 ist. Intels Core i7-8700 ist zwar etwa acht Prozent schneller als ein Ryzen 5 3600 - der Aufpreis beträgt aber 90 Euro (etwa 43 Prozent). Wer über 300 Euro ausgeben kann, sollte sich einen Ryzen 7 3700X (340 Euro) ins Auge fassen, sofern er beim Spielen auch Streamen will. Auch für gewisse Anwendungen wie Videobearbeitung kann er einem Ryzen 5 oder Core i7 überlegen sein. In Spielen, ohne dass nebenbei andere Anwendungen laufen, liegt allerdings ein Core i7-8700 (399 Euro) vor dem Ryzen 7 3700X.
Ihr seht, dass also im Detail sehr wichtig ist, was genau ihr mit eurem PC vorhabt. Dies gilt auch für das Thema Übertakten - denn um einen Ryzen 3000 zuverlässig zu übertakten, ist laut aktuellem Stand ein teures X570-Mainboard nötig, so dass im Einzelfall das Pendel doch in Richtung Intel ausschlagen kann. Bei Intel ist aber wiederum der Griff zu einer relativ teuren K-CPU nötig. Ein Beispiel: Wählt man einen Ryzen 5 3600 in Verbindung mit einem soliden X570-Mainboard aus, so kostet dies zusammen etwa 450 Euro. Ein Intel Core i7-8700K allein kostet bereits 370 Euro, hinzu kommt ein Z370- oder Z390-Mainboard ab etwa 120 Euro. Das macht zusammen 490 Euro, wobei ein Core i7-8700K in Games etwa 10 Prozent vor einem Ryzen 5 3600 liegt, sofern man beide CPUs nicht übertaktet. Für Übertakter ist die Lage also nicht ganz so eindeutig, zumindest sofern die X570-Mainboards beim Preis nicht spürbar nachgeben. Zum Abschluss bieten wir nun noch eine Marktübersicht mit 23 aus unserer Sicht für Gaming geeigneten CPUs. Einige Prozessoren haben wie bewusst nicht in die Tabelle eingetragen, da es im gleichen Lager (also AMD oder Intel) gleichteure oder sogar günstigere Alternativen gibt, die nicht langsamer sind. Im Durchschnitt bietet AMD derzeit aber ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Einige CPUs mit nur vier bis sechs Threads haben wie nur der Vollständigkeit halber eingetragen - dies gilt ebenso für die Prozessoren oberhalb von 350 Euro, die beim Preis-Leistungs-Verhältnis nicht gut abschneiden und nur für wenige Gamer eine sinnvolle Anschaffung sind.
| Modell | Sockel | Familie | Kerne (T) | Basistakt | Boosttakt | TDP | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen 5 2400G | AMD AM4 | Raven Ridge | 4 (8) | 3,6 GHz | 3,9 GHz | 65 Watt | 110 Euro |
| Ryzen 5 2600 | AMD AM4 | Pinnacle Ridge | 6 (12) | 3,4 GHz | 3,9 GHz | 65 Watt | 125 Euro |
| Core i3-8100 | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-S | 4 (4) | 3,6 GHz | keiner | 65 Watt | 130 Euro |
| Ryzen 5 2600X | AMD AM4 | Pinnacle Ridge | 6 (12) | 3,6 GHz | 4,2 GHz | 95 Watt | 145 Euro |
| Ryzen 5 3400G | AMD AM4 | Picasso | 4 (8) | 3,7 GHz | 4,2 GHz | 65 Watt | 155 Euro |
| Core i3-8300 | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-S | 4 (4) | 3,7 GHz | keiner | 62 Watt | 165 Euro |
| Core i3-8350K | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-S | 4 (4) | 4,0 GHz | keiner | 91 Watt | 180 Euro |
| Ryzen 7 2700 | AMD AM4 | Pinnacle Ridge | 8 (16) | 3,2 GHz | 4,1 GHz | 65 Watt | 190 Euro |
| Core i5-9400 | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-R | 6 (6) | 2,9 GHz | 4,1 GHz | 65 Watt | 200 Euro |
| Ryzen 5 3600 | AMD AM4 | Matisse | 6 (12) | 3,6 GHz | 4,2 GHz | 65 Watt | 210 Euro |
| Core i5-8500 | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-S | 6 (6) | 3,0 GHz | 4,1 GHz | 65 Watt | 215 Euro |
| Core i5-9600K | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-R | 6 (6) | 3,7 GHz | 4,6 GHz | 95 Watt | 220 Euro |
| Ryzen 7 2700X | AMD AM4 | Pinnacle Ridge | 8 (16) | 3,7 GHz | 4,3 GHz | 105 Watt | 235 Euro |
| Core i5-8600 | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-S | 6 (6) | 3,1 GHz | 4,3 GHz | 65 Watt | 245 Euro |
| Ryzen 5 3600X | AMD AM4 | Matisse | 6 (12) | 3,8 GHz | 4,4 GHz | 95 Watt | 260 Euro |
| Core i5-8600K | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-S | 6 (6) | 3,6 GHz | 4,3 GHz | 95 Watt | 270 Euro |
| Core i7-8700 | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-S | 6 (12) | 3,2 GHz | 4,6 GHz | 65 Watt | 300 Euro |
| Ryzen 7 3700X | AMD AM4 | Matisse | 8 (16) | 3,6 GHz | 4,4 GHz | 65 Watt | 340 Euro |
| Core i7-9700 | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-R | 8 (8) | 3,0 GHz | 4,7 GHz | 65 Watt | 340 Euro |
| Core i7-8700K | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-S | 6 (12) | 3,7 GHz | 4,7 GHz | 95 Watt | 370 Euro |
| Core i7-9700K | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-R | 8 (8) | 3,6 GHz | 4,9 GHz | 95 Watt | 375 Euro |
| Ryzen 7 3800X | AMD AM4 | Matisse | 8 (16) | 3,9 GHz | 4,5 GHz | 105 Watt | 430 Euro |
| Coire i9-9900K | Intel 1151 v2 | Coffee Lake-R | 8 (16) | 3,6 GHz | 5,0 GHz | 95 Watt | 490 Euro |
