Die Vergütung für Spieleentwickler

Special Carlo Siebenhüner
Die Vergütung für Spieleentwickler
Quelle: pcgames.de

Microsofts Gamingabo will das Netflix für Spiele werden. Wir haben nachgeforscht und klären, wie sich der Siegeszug der Abos auf die Spielewelt auswirkt.

Kritischer wird es, wenn das Wachstum stagniert und spätestens dann wird die Preisschraube für Microsoft sehr viel attraktiver. Jüngstes Beispiel ist der Sportfernsehanbieter DAZN. Als der den größten Zustrom an neuen Mitgliedern hinter sich und zahlreiche Lizenzen unter sich vereint hatte, verdoppelten sie Anfang 2022 die Preise auf einen Schlag.

Der Aufschrei war gewaltig, doch das Unternehmen hielt an der rapiden Erhöhung fest. Massive Aboverluste scheint man bisher nicht zu verzeichnen. Microsoft betont zwar immer und immer wieder, dass man zurzeit keine Preiserhöhungen im Sinn hat und dieser Status wird vermutlich noch eine ganze Weile anhalten. Doch wie die Situation in zehn Jahren aussieht, kann auch Microsoft selbst nicht wissen.

"...Mussten nicht lange nachdenken..."

Obwohl der Game Pass immer stärker wächst, wird auch der Unterhalt der Eigenproduktionen immer teurer. Mit über 30 Entwicklerstudios schwingt man sich zu einem der größten Spielehersteller der Welt auf und weitere Übernahmen sind nicht ausgeschlossen. Der Nachschub an Spielen von Microsoft ist also gesichert.

Doch könnte das bedeuten, dass Drittanbieter wie Deck13-Spotlight, die ebenfalls einen großen Teil des Game Pass ausmachen, das Nachsehen haben. Wenn die Eigenproduktion Millionen um Millionen verschlingt, wie viel Geld landet dann noch bei Im Samsung Gaming Hub fällt ein zusätzliches Endgerät weg. Nur mit einem Controller ausgerüstet, wird man die Spiele des Xbox Game Pass per Streaming spielen können.  Quelle: Samsung Im Samsung Gaming Hub fällt ein zusätzliches Endgerät weg. Nur mit einem Controller ausgerüstet, wird man die Spiele des Xbox Game Pass per Streaming spielen können.  unabhängigen Publishern?

Die Gewinnbeteiligung am Game Pass ist tatsächlich ein gut gehütetes Geheimnis seitens Microsoft. Wie viel welcher Spieleentwickler bekommt, ist nicht einsehbar und auch nicht festgelegt. Laut Aussagen von Phil Spencer sucht man noch einen guten Allgemeinweg. Bisher werden laut Microsoft für alle Drittanbieter eigene Verträge ausgehandelt.

Wo manche Publisher gezielt nach Nutzungsdauer bezahlt werden, gibt es Fälle, in denen Microsoft die Bezahlung für die Zeit im Gamepass danach berechnet, wie viel das Spiel im selben Zeitraum verkauft hätte. In wieder anderen Fällen lässt Xbox das Geld für die gesamte Entwicklung des Spiels springen, dafür, dass es dauerhaft im Game Pass bleibt. Dabei scheint Microsoft durchaus großzügig vorzugehen. Laut Michael Hoss mussten sie bei den bisherigen Angeboten seitens des Plattformanbieters nicht lange nachdenken. Die Vergütung, die man für Spiele im Abodienst auf den Tisch legt, sei zum aktuellen Zeitpunkt relativ gut.

Die Schattenseiten

Diese offensichtliche Großzügigkeit hat einen ganz bestimmten Grund. Microsoft versucht damit, gegen das schlechte Image anzukämpfen, das von Abodiensten anderer Medien herüberschwappt. Der Musikstreamingdienst Spotify bezahlt etwa nach Abrufzahlen und kämpft deshalb seit Jahren mit den kleinen Musikern. Die erhalten immer weniger Geld, während die großen Künstler mit hohen Klickzahlen immer reicher werden. Eine Alternative durch Albumverkäufe wurde durch die Beliebtheit der Streamingdienste fast völlig eliminiert.

Am Ende will man laut Spencer für den Game Pass ebenfalls auf ein Modell kommen, das als Grundlage die Nutzungsdauer berücksichtigt. Jedoch mit individuellen Ausnahmen, die kleine Entwickler nicht links liegen lassen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist der Game Pass also für Spieleentwickler ein lukratives Geschäft, doch wie lange das so bleibt, ist nicht abzusehen.
Dort steckt ein weiterer Punkt, der Spielern Sorge für die Zukunft bereitet. Wenn Spieleentwickler weniger Geld durch den Game Pass erzielen, kann sich das durchaus auf das Design der Spiele auswirken. Wenn man weniger Geld mit dem Hauptspiel im Abo verdient, entwickelt man es auf andere Monetarisierungen hin. Kurz gesagt bedeutet das Mikrotransaktionen, Lootboxen, gestreckter Inhalt & DLCs. Letztere sind nämlich seit jeher nicht Teil des Game Pass und sollen es auch nicht werden.
Der Hot-Wheels-DLC für Forza Horizon wird nicht mit im Abo stecken. DLCs müssen zusätzlich gekauft werden.  Quelle: Microsoft Der Hot-Wheels-DLC für Forza Horizon wird nicht mit im Abo stecken. DLCs müssen zusätzlich gekauft werden.  Microsoft führt sogar selbst das Argument ins Feld, dass Spiele, die im Game Pass enthalten sind, mehr Umsatz machen würden als andere. Begeisterte Spieler würden sich DLCs oder das Spiel noch mal extra kaufen. Ein Umstand, den man bei Deck13-Spotlight auch erkannt hat. Die Rate an Leuten, die sich den DLC eines Spiels im Game Pass kaufen, läge tatsächlich deutlich höher.

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  1. Seite 1 Wie verändern Abodienste die Spielelandschaft?
  2. Seite 2 Der Reiz des Xbox Game Pass
  3. Seite 3 Wo will Microsoft hin?
  4. Seite 4 Die Vergütung für Spieleentwickler
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