Der Reiz des Xbox Game Pass
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Microsofts Gamingabo will das Netflix für Spiele werden. Wir haben nachgeforscht und klären, wie sich der Siegeszug der Abos auf die Spielewelt auswirkt.
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Xbox hat ein Ziel. Doch dafür muss man die Versäumnisse der One-Generation aufholen. 2018 kauft man erste Studios ein - Obsidian und Ninja Theory. 2019 rollt man das Abo auf dem PC aus und weitere Studios werden aufgekauft. 2020 startet man Cloud Streaming und bindet es in den Game Pass ein. Auf einen Schlag können Spieler zahlreiche Spiele auf dem Handy zocken. Außerdem geht man eine Koop mit EA ein, die alle Spiele des Konkurrenzabos EA Play in das Microsoft-Universum inkludiert. Im selben Jahr kauft Microsoft dann Zenimax auf. Ein ganzer Publisher für 7 Milliarden Dollar.
Doch das ist nicht das Ende, denn während sich die neue Konsolengeneration rund um Xbox Series X (jetzt kaufen ) und S wesentlich besser verkauft, lässt man der gesamten Spielergemeinschaft kollektiv die Kinnlade herunterklappen. Nach Bethesda fällt auch Activision Blizzard dem Hunger nach mehr Studios zum Opfer für 68,7 Milliarden Dollar. Nach Abschluss des Deals werden damit 33 Studios für den Game Pass entwickeln. Der Dienst ist in den Jahren auf stolze 25 Millionen zahlende Nutzer angewachsen und ein Ende des Abonnentenanstiegs ist nicht in Sicht.
Der Reiz des Abos
Ein Grund für die Beliebtheit ist vermutlich die große, aber dennoch kuratierte Auswahl an Spielen. Dabei liegt der Fokus nicht ausschließlich auf Triple-A-Granaten. Mit Nischentiteln, die nur bestimmte Zielgruppen ansprechen, wird auf eine mittlere Qualität geachtet. Der Game Pass ermöglicht es, Spiele auszutesten, für die man sonst niemals Geld ausgegeben hätte und die man möglicherweise doch lieben lernt. Für Spieleentwickler ist das fantastisch, schließlich hat man so Zugriff auf eine viel größere Gruppe an Spielern, die einfach mal reinschnuppern können.
Quelle: Microsoft
"What you see is what you get" - Diese Mentalität legt Microsoft als Grundlage für den Xbox Game Pass an.
Für unsere Recherche konnten wir mit Michael Hoss sprechen. Er ist Senior Product Manager bei Deck13-Spotlight, dem Publishingzweig des deutschen Entwicklers. Dort konnte man bereits Erfahrungen mit Gamingabos sammeln und war sogar in den Verhandlungen zum Start des Xbox Game Pass dabei. Eines der erfolgreichsten Spiele ist das 2D Action-RPG CrossCode, dass durch den Game Pass eine enorme Zielgruppe ansammeln konnte. Laut Aussagen des Entwicklers erreichte das Spiel im Abo mehr neue User als auf Nintendo Switch und PS4 zusammen.
Auch der Zugang und die Nutzung sind extrem einfach gestaltet. Xbox, PC oder Handy an, Spiel auswählen, herunterladen oder per Cloud Gaming sofort spielen. Die Einstiegshürde, auch als Nicht-Coregamer mal reinzuschnuppern, ist so niedrig wie nie.
Versteckte Zusatzpreise gibt es ebenfalls nicht. Jedes Spiel im Katalog ist spielbar. Wer mal den Aufbau der Bibliotheken von Netflix und Amazon Prime miteinander verglichen hat, weiß diese Philosophie zu schätzen. Einzig DLCs und Erweiterungen müssen separat gekauft werden.
Wie kann das finanziell funktionieren?
Die größte Anziehungskraft besitzt aber vermutlich das Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Angebot des Game Pass ist aktuell durch wenig zu schlagen. Mit mehreren Hundert Spielen, Day-One-Veröffentlichungen, EA Play-Abo, Xbox Live, Cloud Streaming und Rabatten auf Games steckt unheimlich viel in den 12,99 Euro, die man für die Ultimate-Version zahlt. Aufs Jahr gerechnet, sind das gerade mal 2 -3 Vollpreistitel.
Die Preise bleiben stabil, denn Microsoft macht das Geld durch den starken Nutzerstrom. Zwar wirken 10 Euro für das Grundabo bzw. 12,99 für Ultimate lächerlich wenig und man könnte meinen, Microsoft schießt Geld aus eigener Kasse zu. Überschlägt man grob die Nutzerzahlen mit dem Preis, ergeben sich jedoch gewaltige Summen. Selbst wenn alle aktuellen Abonnenten die günstigere Version nutzen würden, käme bei Microsoft ein Cashflow von mittlerweile 250 Millionen Euro an - pro Monat.
Quelle: pcgames.de
Diese Summe nimmt Microsoft jetzt schon mit dem Xbox Game Pass ein - pro Monat
Zum Vergleich: Die Produktionskosten von GTA 5 beliefen sich auf rund 240 Millionen Euro. Rechnet man das über den geschätzten Entwicklungszeitraum von fünf Jahren, kommt man auf Kosten von 4 Millionen Euro pro Monat. Würde Microsoft also die gesamten Einnahmen des Game Pass wieder reinvestieren, könnten sie damit theoretisch 60 Spiele der Klasse eines GTA 5 gleichzeitig finanzieren.
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