Xbox Series X: Zwei Nachbau-PCs

Special Antonio Funes
Xbox Series X: Zwei Nachbau-PCs
Quelle: Microsoft

Sony hält sich mit technischen Details zur Playstation 5 noch zurück. Microsoft hingegen hat eine Rechenleistung von 12 TFLOPS für die kommende Next-Gen-Konsole Xbox Series X offiziell bestätigt. Wir versuchen, den Wert einzuordnen, und haben vier PCs zusammengestellt: zwei PCs, die eine ähnliche Rechenleistung bieten, sowie zwei PCs zum "Konsolenpreis" (500 und 600 Euro).

Xbox Series X: Nachbau-PC

Wir versuchen nun, zwei PCs zusammenzustellen, die mutmaßlich die Rechenleistung einer Xbox Series X bieten. Da es - wir haben es ja ausführlich erklärt - schwer ist, herauszufinden, welche CPU- und Grafikkarten-Power man benötigt, haben wir uns für eine AMD RX 5700 XT als Grafikkarte für unsere "Konsolen-Nachbau"-PCs entschieden. Die Rechenleistung einer Standard-Radeon RX 5700 XT beträgt etwas weniger als 10 TFLOPS, die von uns vorgeschlagene Custom-Version liegt etwas über 10 TFLOPS.

In Verbindung mit einer passenden CPU könnte die Leistung von 12 TFLOPS für Spiele erreicht werden. Für beide PCs gilt zudem: Die CPU ist seit Monaten der Preis-Leistungs-Sieger bei Prozessoren: ein Ryzen 5 3600. Die CPU gehört zur Generation Zen 2, genau wie der CPU-Part für den SoC der Xbox Series X.

Xbox Series X: 12 TFLOPS-Technik unter der Lupe und vier Konsolen-Nachbau-PCs (1) Quelle: PC Games Hardware Xbox Series X: 12 TFLOPS-Technik unter der Lupe und vier Konsolen-Nachbau-PCs (1) Mit ihren sechs Kernen und 12 Threads kann sie trotz eines Preises von unter 180 Euro auch noch mit Intel Core i7-Prozessoren für über 300 Euro mithalten. Nur ein Core i7-9700K (370 Euro) oder ein noch teurerer Core i9 kann sich nennenswert vom Ryzen 5 3600 absetzen, wobei wir immer noch von nur etwa 10 Prozent mehr FPS sprechen. Beim Gehäuse wählen wir - da es uns eher um einen kleinen "Wohnzimmer"-PC als Konsolenersatz geht - für den ersten PC ein kompaktes µATX-Gehäuse. Das Modell von AeroCool hat gut 20 Liter Volumen und misst in der Höhe 35,5cm sowie bei der Breite 17 cm. Die Tiefe liegt bei 33,5cm. Der zweite PC nutzt ein Mini-ITX-Gehäuse und kommt einer Konsole damit näher, dafür kosten Gehäuse und Mainboard allerdings mehr als beim µATX-PC. Beim Gehäuse, einem Fractal Design Node 304, das es in Schwarz und Weiß zu kaufen gibt, ergeben die Maße von 25cm (Breite) mal 21cm (Höhe) mal 37,4cm (Tiefe) ein Volumen von weniger als 20 Litern. Ein weiterer Kostenunterschied: in beiden PCs steckt zwar eine schnelle M.2-SSD mit 500 GB Speicherplatz - im kleineren PC ist sie aber besonders schnell, aber auch teurer. Am Ende kosten unsere Zusammenstellungen, die ihr in der gleich folgenden Tabelle seht, um die 1000 Euro. Unter der Tabelle geben wir euch noch einige Tipps zu Alternativen.

Komponente Vorschlag 500 Euro-PC Preis ab   Vorschlag 600 Euro-PC Preis ab
CPU Ryzen 5 3600 (6x 3,6-4,2 GHz) 175 Euro   Ryzen 5 3600 (6x 3,6-4,2 GHz) 175 Euro
Mainbaord MSI B450M Mortar Max 100 Euro   Gigabyte B450 I Aorus Pro WIFI 120 Euro
RAM 2x8 Patriot Viper 4 DDR4-3200 75 Euro   2x8GB G.Skill Aegis DDR4-3200 75 Euro
Grafikkarte MSI Radeon RX 5700 XT Evoke OC (25,4 cm) 400 Euro   PowerColor Radeon RX 5700 XT (23 cm) 380 Euro
SSD (M.2) Western Digital WD Black SN750 500GB 90 Euro   Western Digital WD Black SN750 500GB 90 Euro
Gehäuse AeroCool QS-180 30 Euro   Fractal Design Node 304 80 Euro
Netzteil Enermax RevoBron 500W 60 Euro   be quiet! System Power 9 CM 500W 55 Euro
CPU-Kühler Arctic Freezer Xtreme Rev. 2 30 Euro   be quiet! Pure Rock 30 Euro
  Preis Konsolen-PC Variante 1 960 Euro   Preis Konsolen-PC Variante 2 1005 Euro

Nun gehen wir noch auf einige Alternativen ein. Wer bei der puren Grafik-Rechenleistung mehr als eine AMD Radeon RX 5700 XT verlangt und in Richtung der 12 TFLOPS gelangen will, muss wohl oder übel eine Nvidia GeForce RTX 2080 Super nehmen.

MSI Radeon RX 5700 XT Evoke OC Quelle: MSI MSI Radeon RX 5700 XT Evoke OC Ab 700 Euro kann man hier zuschlagen. Ansonsten können Nvidia-Fans als etwas schwächere Alterative zur AMD Radeon RX 5700 XT auch eine GeForce RTX 2060 Super (gut 7 TFLOPS, ab 400 Euro) wählen, als etwas stärkere Variante wiederum eine GeForce RTX 2070 (gut 9 TFLOPS, ab 500 Euro). In jedem Falle muss man aber die Länge der Grafikkarte beachten und gegebenenfalls ein anderes PC-Gehäuse wählen. Beim Prozessor wäre auch ein Ryzen 5 2600X ein aktuelles Schnäppchen für nur 130 Euro. Der Ryzen 5 3600 ist zwar in Spielen 15 bis 20 Prozent schneller, kostet aber über 30 Prozent mehr. Bezogen auf das Gesamtsystem ist die Ersparnis freilich nicht besonders groß. Was die SSDs angeht, so ist der doppelte Speicherplatz ab etwa 140 Euro zu haben, wenn es eine schnelle M.2-SSD sein soll. Verlangt man keinen besonders hohen Speed, will aber trotzdem die Vorteile einer SSD genießen (die nicht-vorhandenen Zugriffszeiten sind der große Vorteil im Vergleich zu Festplatten), kann man auch eine 2,5-Zoll-SATA-SSD nehmen. 960 bis 1000 GB gibt es ab 100 Euro, den halben Speicherplatz ab 60 Euro.

  1. Seite 1 Xbox Series X: Einleitung und Technikdetails
  2. Seite 2 Xbox Series X: Deutung der 12 TFLOPS, PC-Vergleich
  3. Seite 3 Xbox Series X: Zwei Nachbau-PCs
  4. Seite 4 Xbox Series X: Zwei PCs zum Konsolenpreis
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