Xbox Series X: Deutung der 12 TFLOPS, PC-Vergleich
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Sony hält sich mit technischen Details zur Playstation 5 noch zurück. Microsoft hingegen hat eine Rechenleistung von 12 TFLOPS für die kommende Next-Gen-Konsole Xbox Series X offiziell bestätigt. Wir versuchen, den Wert einzuordnen, und haben vier PCs zusammengestellt: zwei PCs, die eine ähnliche Rechenleistung bieten, sowie zwei PCs zum "Konsolenpreis" (500 und 600 Euro).
12 TFLOPS - was bedeutet das?
Rechenleistung wird im Bereich von Computerchips in FLOP gemessen. FLOP steht für Floating Operations per second (Gleitkomma-Berechnungen pro Sekunde). Der Wert ergibt sich durch die Eigenschaften des Chips und besteht aus Faktoren wie Takt, Kernanzahl, Threadanzahl, numerischen Operationen pro Befehl und mehr. Der SoC (System on a Chip) in der Xbox Series X kommt durch seine Eigenschaften auf 12 TFLOPS. Das T steht übrigens für Tera - es sind also 12 Billionen Gleitkomma-Berechnungen pro Sekunde.
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Die FLOP-Leistung darf man aber nicht mit der praktisch darauf resultierenden Spieleleistung gleichsetzen, denn in Spielen sind auch andere Faktoren am Werk, die das später Ergebnis des Games bestimmen, was die FPS (Bilder pro Sekunde) angeht, und die Architektur der Hardware spielt auch eine Rolle. Dies wird deutlich, wenn man sich einige aktuelle Grafikkarten-Serien anschaut. Denn manch eine Grafikkarte ist schneller als eine andere, obwohl sie weniger TFLOPS Rechenleistung hat. Um dies zu zeigen, haben wir einige Beispiele für euch herausgesucht:
- Die moderne Nvidia GeForce GTX 1660 Super (5,03 TFLOPS) leistet etwa 30 Prozent mehr in Spielen als AMDs in die Tage gekommene Radeon RX 580, obwohl AMDs Grafikkarte mit 6,22 TFLOPS theoretisch fast 24 Prozent mehr Rechenleistung hat.
- Nvidias GeForce RTX 2060 Super ist etwas schneller als AMDs Radeon RX 5700, obwohl letztere etwa 10 Prozent mehr Rechenleistung hat. Ähnliches gilt für die RTX 2070 Super im Vergleich zur RX 5700 XT: Nvidias Bolide ist in Spielen etwa 10 Prozent schneller, hat aber knappe acht Prozent weniger Rechenleistung.
- Die Radeon RX 5700 von AMD ist etwa 10 Prozent schneller als Nvidias GTX 1080, obwohl die GeForce-Grafikkarte eine um etwa 15 Prozent höhere Rechenleistung hat.
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia GeForce RTX 2070 Super (hier von Gainward): Trotz weniger FLOPS Rechenleistung in Spielen schneller als eine AMD Radeon RX 5700 XT.
Ihr seht, dass die Rechenleistung also leider keine verlässliche Aussage auf die Gaming-Leistung zulässt. Denn neben der eher aus Theorie geborenen FLOP-Rechenleistung, die ja auf den technischen Detaildaten eines Chips basiert, spielen noch weitere Faktoren eine Rolle dabei, wie viel FPS die Hardware später auf den Bildschirm zaubert. Falls man die Rechenleistung der Xbox Series X mit der Rechenleistung einer aktuellen Grafikkarte vergleichen will, wird man in Preisbereiche über 700 Euro gelangen. Denn selbst eine Nvidia RTX 2080 Super (ab 700 Euro) hat nur 11,15 TFLOPS, die RTX 2080 Ti wiederum liegt bei 13,45 TFLOPS. Auf der anderen Seite gibt es aber eine relativ günstige Überraschung, was die Rechenleistung angeht: Eine AMD Radeon VII hat sogar eine Rechenleistung von 13,44 FLOPS und ist für 555 Euro zu haben. Trotz der hohen Rechenleistung ist sie aber in Spielen nur etwa so schnell wie eine Nvidia GeForce RTX 2060 Super (7,18 TFLOPS) beziehungsweise ein klein wenig schneller als die Radeon RX 5700 (7,96 TFLOPS) - ein weiteres Beispiel für ein mögliches Paradoxon zwischen Rechen- und Spieleleistung.
Konsole und PC vergleichen?
Was einen Vergleich einer Spielekonsole zu einem PC angeht, ist dieser anhand der Rechenleistung enorm schwer vorzunehmen. Die Rechenleistung, die Microsoft für die Xbox Series X angibt, ist eine Hybrid-Leistung der CPU- und GPU-Anteile des SoC in der kommenden Spielekonsole.
Quelle: AMD
Der SoC von AMD basiert beim CPU-Part auf der aktuellen Zen 2-Architektur wie bei der Ryzen 3000er-Familie.
Damit ein PC insgesamt auf eine vergleichbare Spieleleistung kommt, muss er nicht zwingend allein bei der Grafikkarte 12 TFLOPS bieten, zumal - wie wir ja zuvor schilderten - je nach Architektur aus der gleichen Rechenleistung mehr oder weniger Spieleleistung herausgeholt werden kann. Ein weiterer Punkt sind die unterschiedlichen Umgebungen der Plattformen. Bei einer Konsole können sich die Entwickler auf eine stets identische Hardware konzentrieren - für die PC-Version müssen alte und neue CPUs sowie Grafikkarten und viele andere Dinge, die von PC zu PC abweichen können, gleichermaßen beachtet werden. Aber selbst wenn Gaming-PCs stets eine identische Hardware hätten: Wie die Beispiele oben zeigen, kann man trotzdem nicht aus der Rechenleistung auf die daraus resultierenden FPS-Wert-Unterschiede zwischen PCs und Konsolen schließen, außer die Hardwarearchitektur wäre quasi identisch. Obwohl PCs und Konsolen schwierig zu vergleichen sind, haben wir auf den kommenden zwei Seiten vier PCs zusammengestellt, mit denen wir versuchen, eine Next-Gen-Konsole nachzuahmen beziehungsweise zu zeigen, wie aktuelle Gaming-PCs aussehen, wenn sie nur 500 bis 600 Euro kosten sollen.
