Zehn Jahre Nintendo Wii U: Konsolen-Flop, Switch-Wegbereiter
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Lest in unserem großen Report alles über die Entstehung der Wii U, über die Probleme dahinter und das Ende der bislang erfolglosesten Nintendo-Hardware.
Früh sprangen daher die ersten großen Namen ab und kehrten der Wii U den Rücken. Mitte 2013 kündigte Electronic Arts an, vorerst keine Spiele mehr für die Plattform zu veröffentlichen. Im August 2014 - also nur zwei Jahre nach dem Launch der Plattform - folgten Activision und Ubisoft. Die Unternehmen setzten stattdessen auf die bald erscheinenden Sony Playstation 4 und Microsoft Xbox One. Beide Konzerne brachten in der Vergangenheit Marken wie Call of Duty oder Assassin's Creed auf die Wii U, jedoch rechtfertigten die Verkäufe keine Neuentwicklungen. Ubisoft-Boss Yves Guillemot stellte damals gegenüber Game Informer klar: "Es ist ganz einfach: Wir sehen, dass Wii-U-Kunden Assassin's Creed nicht kaufen. Wir hatten hier nur sehr schwache Zahlen."
Genauer gesagt beliefen sich die Verkäufe im Geschäftsjahr 2013/14 auf lediglich drei Prozent. Interessant an diesen Aussteigern: Electronic Arts, Ubisoft und Activision stellten zum Launch der neuen Konsole noch mit Titeln wie Assassin's Creed 3, Call of Duty: Black Ops 2 oder FIFA 13 einige ihrer bekanntesten Marken bereit. Sie alle nutzten den Wii-U-Controller nur oberflächlich, während höchstens Ubisofts Exklusiventwicklung ZombiU auf die neue Hardware zugeschnitten war. Trotzdem zogen sich die drei großen Publisher und Entwickler nach nur einem beziehungsweise zwei Jahren von der Nintendo-Plattform zurück.
Quelle: Moby Games
Was viele heute vergessen: The Legend of Zelda: Breath of the Wild erschien sowohl für die Nintendo Switch als auch für die Wii U. Auch auf der alten Konsole funktionierte das Open-World-Spiel sehr gut, das Gamepad wurde aber überhaupt nicht für Gameplay-Features genutzt.
Zahlen lügen nicht!
Die Wii U war ein Flop - und das belegen auch die von Nintendo veröffentlichten Zahlen: Bis heute verkaufte sich die Nintendo U rund 13,56 Millionen Mal bei 103 Millionen abgesetzten Spielen. Zum Vergleich: Die Nintendo Wii ging über 101 Millionen Mal über die Ladentheke bei rund 922 Millionen verkauften Spielen.
Quelle: Moby Games
Pikmin 3 ist auch zehn Jahre nach dem Erscheinen der Wii U der letzte Teil des putzigen Action-Strategiespiels. Pikmin 4 soll 2023 für die Switch erscheinen.
Die Nintendo Switch avancierte ohnehin zum Renner und stellte selbst die Wii mit mehr als 113 Millionen an Spielerinnen und Spieler gebrachte Konsolen in den Schatten.
Kurzum: Konzept und Technik scheiterten auf ganz großer Bühne - die Wii U ist die bis dato am schlechtesten verkaufte Nintendo-Konsole aller Zeiten. (siehe Statista: Verkaufszahlen der weltweit meistverkauften Spielkonsolen bis Oktober 2022). Selbst der Nintendo Gamecube war mit 21,74 Millionen Maschinen erfolgreicher.
Das Scheitern der neuen Plattform machte sich auch bei den Umsätzen bemerkbar. Die Geschäftszahlen 2013/14 lesen sich dramatisch. Für das vom 1. April 2013 bis 31. März 2014 laufende Fiskaljahr verbuchte Nintendo einen Umsatzrückgang von rund 229 Millionen US-Dollar (damals umgerechnet etwa 164 Millionen Euro).
Quelle: Moby Games
Mario Kart 8 gehörte zu den besten Spielen für die Nintendo Wii U. Zu den erweiterten Funktionen für das Gamepad zählten unter anderem eine Hupe sowie Übersichten zu den Platzierungen und Strecken.
Im Kerngeschäft resultierten die schwachen Wii-U-Verkäufe schließlich in einem operativen Verlust von rund 457 Millionen Dollar (etwa 328 Millionen Euro). Nintendo 3DS, Nintendo Wii und Nintendo DS fuhren hingegen weiterhin Gewinne ein, jedoch nicht genug, um die durch die teure Nintendo Wii U erlittenen Verluste auszugleichen. Die Konsole wurde zum Ladenhüter. Und das, obwohl im Oktober 2013 viele Händler den Preis in den USA für das Premium-Bundle von 349,99 auf 299,99 US-Dollar und in Europa von 349,99 auf 299,99 Euro senkten.
