Warhammer 40K: Darktide: Für den Imperator! Das Koop-Spektakel im Test + Wertung

Test Felix Schütz
Warhammer 40K: Darktide: Für den Imperator! Das Koop-Spektakel im Test + Wertung
Quelle: Fatshark

Jetzt auch mit Wertung: Die Macher von Vermintide servieren ihre neue Schlachtplatte - und die hat es in sich! Darktide verfrachtet das Left4Dead-Konzept ins düstere Universum von Warhammer 40K. Mit jeder Menge Waffen, großartiger Atmosphäre und intensiver Action liefert Darktide ein packendes Koop-Erlebnis. Aber es gibt auch Ärger und Probleme, viele Spieler äußern Kritik.

Test-Update vom 28. Dezember 2022: Nach fast einem Monat hat sich unser Eindruck bestätigt: Darktide ist im Kern ein fantastisches Actionspiel geworden, das die finstere Warhammer-Atmosphäre erstklassig einfängt! Das Wichtigste: Die Action fühlt sich auch nach vielen Stunden hervorragend an. Gerade auf hohen Schwierigkeitsgraden entstehen da hochspannende, intensive Massengefechte, in denen gutes Teamplay den Sieg bringt. Die Levels sind toll gestaltet und der stimmungsvolle Sound rundet das brachiale Erlebnis wunderbar ab. Damit bringt Darktide aus dem Stand viele Stunden Koop-Spielspaß, egal ob ihr von Vermintide 2 kommt oder zum ersten Mal ein Fatshark-Spiel gekauft habt.

Aber: Es bestätigen sich leider auch einige Befürchtungen. Vor allem die Langzeitmotivation lässt arg zu wünschen übrig. Die vier Klassen bieten zwar genug Beschäftigung, bis man sie auf Stufe 30 geprügelt hat, doch die Talente-Auswahl ist einfach zu klein, von Abwechslung keine Spur. Hier hatte Vermintide 2 mit seinen Unterklassen deutlich mehr zu bieten. Und hat man das Level-Cap pro Klasse erreicht, gibt es derzeit nichts mehr zu tun, außer noch eine bessere Waffe zu finden. Ein richtiges Endgame, langfristige Ziele, besondere Herausforderungen, das alles sucht man noch vergebens. Auch das hastig implementierte Crafting-System motiviert nicht so richtig. Selbst mehrere Wochen nach Release fehlen noch Funktionen und ihr könnt auch keine Ausrüstung von Grund auf selbst herstellen oder zumindest sichtbar anzupassen. Letztendlich läuft es nur darauf hinaus, eine Waffen-Eigenschaft auszuwechseln oder die Qualitätsstufe zu erhöhen.

Auch bei den Missionen wiederholt Fatshark einen Fehler aus den Vorgängerspielen: Sie laufen immer gleich ab. Hier und da gibt es zwar zufällige Bosskämpfe, doch sonst gibt es innerhalb einer Mission keinerlei Überraschungen: Ihr nehmt die gleiche Route, drückt die gleiche Knöpfe, steigt in die gleichen Aufzüge, erledigt die gleichen Zwischenziele. Mehrere Pfade, abweichende Aufgaben, überraschende Skript-Ereignisse, zufällige Power-Ups - all das gibt es auch in Darktide nicht. So schön die Missionen auch sind: Irgendwann kennt man sie einfach in- und auswendig. Einzig die Modifikatoren, die einer Mission eine besondere Eigenschaft verpassen (z.B. mehr Angriffe durch Elite-Gegner), sorgen da noch für etwas Abwechslung.

Hoffnung und Kritik

Zumindest hat Fatshark schon in den ersten Wochen ein paar Inhalte nachgepatcht, darunter eine neue Map, zwei neue Waffen und private Spiele für Strike Teams. So darf es gerne weitergehen! Die Performance bleibt aber trotz Updates ein Sorgenkind, selbst auf mittleren Grafikeinstellungen und mit aktiviertem Upscaling gibt es häufig Situationen, in denen die Framerate spürbar einbricht. In den User-Reviews werden auch immer wieder Abstürze kritisiert, die wir in unserer Spielzeit allerdings kaum erlebt haben. Hier und da brach zwar mal die Verbindung ab, doch in diesen Fällen konnten wir uns immer wieder schnell mit unserem Team verbinden. Bis auf einen Crash gab in unserem Test praktisch keine Situation, in der wir eine Mission nicht abschließen konnten.

Auf Steam rauschen die User-Wertungen trotzdem deutlich unter die 60-Prozent-Marke. Während viele Reviews das Spiel als unfertig kritisieren, ärgern sich andere vor allem über den Ingame-Shop. Der ist nämlich - im Gegensatz zum Crafting - vollständig implementiert und bietet (spielerisch nutzlose) Skins gegen happige Preise an. Dass man Skins nicht direkt gegen einen Euro-Betrag kaufen kann, sondern zuerst Premium-Währung als Bundle erwerben muss, sorgt für zusätzlichen Ärger, da man sich den Wert eines Skins so immer erst ausrechnen muss. Diese Praxis mag in Free2Play-Spielen üblich sein, doch in Vollpreistiteln wie Darktide sorgt sie für einen faden Beigeschmack. Selbstredend gibt es im Spiel auch keine Möglichkeit, sich die Ingame-Währung zu verdienen. Lobend sollte man aber erwähnen, dass euch das Spiel nicht mit Meldungen oder anderen Tricks dazu verleitet, den Store zu besuchen. Man kann die Mikrotransaktionen also sehr gut für sich ausblenden. Was uns da schon mehr stört: Wir haben - zumindest in unserer Spielzeit - nur wenige Skins gesehen, die man sich im Spiel verdienen oder beim Händler gegen erspieltes Ingame-Geld kaufen kann. Da ist Nachschub gefragt!

Wertung zu Warhammer 40K: Darktide (PC)

Wertung:

7.0 /10
Fazit

Atmosphärisch großartige Warhammer-Action mit intensiven Koop-Gefechten. Ein dürftiger Umfang und wenig Langzeitmotivation ziehen die Wertung runter.

Fatshark wird sich in den kommenden Wochen und Monaten mächtig ins Zeug legen müssen, um den Ruf von Darktide wieder aufzupolieren. Unsere Meinung bleibt: Das Spiel ist im Kern großartig, die Atmosphäre ist eine Wucht und die Action zählt schlichtweg zum Besten, was wir dieses Jahr erleben durften. Der Umfang lässt aber noch zu wünschen übrig, es fehlt an Klassenvielfalt und Endgame-Inhalten, und auch ein paar Funktionen könnten noch deutlich mehr Feinschliff vertragen. Technisch bleibt ebenfalls noch einiges zu tun, gerade in Hinblick auf die Performance. Den Ärger um den Ingame-Shop teilen wir aber nur bedingt, da Fatshark hier im Grunde nur das umsetzt, was in vielen anderen Spielen schon lange gang und gäbe ist. Und auch wenn der Shop zum Launch ein Fehlgriff war, lenkt er zumindest nie vom Spiel ab. Was denkt ihr über Darktide? Ein würdiger Nachfolger zu Vermintide 2 oder gar ein Rückschritt? Wo seht ihr derzeit die größten Probleme - und was wünscht ihr euch für die Zukunft des Spiels? Schreibt es uns in den Kommentaren!

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