Space Marine - Master Crafted Edition im Test: Was ist daran bitte meisterhaft?

Test Felix Schütz
Space Marine - Master Crafted Edition im Test: Was ist daran bitte meisterhaft?
Quelle: Sega, PC Games

Mit dieser Neuauflage tut sich Sega keinen Gefallen: Das Remaster von Space Marine hat kaum Neues zu bieten - und der Preis ist ein schlechter Witz.

Abwechslung bekommt ihr dabei aber nicht geboten, es gibt nur wenige Waffen und gerade die Kombo-Angriffe im Nahkampf wiederholen sich sehr schnell. Hin und wieder warten zwar auch kleine Abschnitte, in denen ihr ein Jetpack erhaltet, mit dem man hoch springen und harte Angriffe aus der Luft ausführen darf - doch Momente wie diese sind selten und danach müsst ihr das Jetpack stets wieder abgeben.

Die Action wird außerdem durch ein paar Schnitzer ausgebremst, die heute stärker auffallen als früher. Finishing Moves dauern zum Beispiel eine Spur zu lang und das Unverwundbarkeitsfenster danach ist einfach zu kurz - oft kassiert man da schon den nächsten Treffer, ohne ihn kommen zu sehen. Außerdem verliert die Kamera im Kampfgetümmel öfter mal den Fokus, auch weil sie gerne zu nah am Geschehen dran ist. Und Titus' Bewegungen beim Rennen wirken auch eher ungelenk als zeitgemäß. Dabei wurden die Animationen für die Neuauflage sogar verbessert... sagt jedenfalls der Entwickler.

Nicht falsch verstehen: Es macht trotzdem noch überraschend viel Spaß, reihenweise Orks und Chaos umzuholzen! Aber erwartet da einfach nicht zu viel. Es hat schon seine Gründe, dass der erste Teil damals nie die ganz großen Wertungen abräumen konnte. Und das Remaster ändert daran herzlich wenig.

Space Marine - Master Crafted Edition im Test: Was ist daran bitte meisterhaft? (3) Quelle: PC Games Space Marine - Master Crafted Edition im Test: Was ist daran bitte meisterhaft? (3) Zumindest wurde aber neue Sprachausgabe für die Orks aufgenommen, damit sie nicht immer die gleichen Sprüche von sich geben - ein nettes, kleines Plus. Außerdem hat man das Spawn-System überarbeitet, dadurch sollen sich die Kämpfe etwas unterschiedlicher anfühlen als früher - ob die Käufer das überhaupt bemerken, sei aber mal dahingestellt.

Immerhin: Beim UI hat sich durchaus etwas getan. Die übertrieben großen Anzeigen aus dem Original sind im Remaster einem schlankeren HUD gewichen, das seine Elemente auf die Seitenränder verteilt und so viel weniger von der Spielgrafik verdeckt. Sauber!

Unscheinbares Grafik-Upgrade

Allerdings merkt man spätestens dadurch, dass Space Marine optisch schon immer ziemlich eintönig war - und auch heute noch ist. Relic inszeniert die monströse Fabrikwelt zwar wunderbar trostlos und stilecht, aber das schlägt sich leider auch in ziemlich langweiligen Umgebungen nieder: Die meiste Zeit seid ihr in kargen Industrieanlagen und Trümmerlandschaften mit grau-orangener Farbpalette unterwegs - kein Vergleich zum optisch eindrucksvollen Nachfolger.

Wer bei dem Preis nun ein fettes Grafik-Upgrade erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein: Ja, das Team SneakyBox, das bei der Entwicklung aushalf, hat schärfere Texturen und hübschere Charaktermodelle für Helden und Gegner eingebaut. Und ja, hier und da sind auch neue Raucheffekte zu sehen, die Action läuft mit stabilen 60 Fps und natürlich gibt es Support für 4K-Auflösung.

Doch selbst mit all diesen Upgrades bleibt die Grafikqualität schon verdächtig nahe am Original. Da muss man wirklich schon zwei Mal hinschauen. Natürlich fallen die Unterschiede etwas sichtbarer aus, wenn man zum Vergleich die alte Xbox-360-Version heranzieht, die nicht auf aktuellen Konsolen lauffähig ist. Doch gerade auf dem PC stellt sich schon die Frage, warum man dafür so viel zahlen soll - da hätten auch ein Patch oder ein günstiges Upgrade für die Anniversary Edition völlig ausgereicht.

Space Marine hat eigentlich auch ein paar solide Mehrspielermodi an Bord, darunter Deathmatch mit drei wählbaren Klassen und ein kooperativer Horde-Modus. Nichts Aufregendes, aber zumindest ist im Remaster alles enthalten, inklusive DLCs. Allein: Am PC habe ich keinen einzigen Mitspieler gefunden, obwohl es eigentlich eine Crossplay-Funktion geben sollte. Hat der Multiplayer derzeit noch technische Schwierigkeiten? Oder gibt es einfach nicht genügend Leute, die bereit waren, 40 Euro für ein Remaster hinzublättern, das kaum Verbesserungen bringt? Sicher sagen kann ich's nicht - aber ich vermute stark, dass es an beiden Gründen liegt. Die User-Reviews sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache.

Hinweis: Wir haben unser Wertungssystem angepasst, das wirkt sich auch auf diesen Test aus. Alle Details dazu findet ihr hier.

Wertung zu Warhammer 40,000: Space Marine - Master Crafted Edition (PC)

Wertung:

6.5 /10

Wertung zu Warhammer 40,000: Space Marine - Master Crafted Edition (XSX)

Wertung:

6.5 /10
Fazit

Immer noch ein ganz ordentliches Warhammer-Gemetzel, doch als Remaster einfach keine 40 Euro wert.

Warhammer 40,000: Space Marine - Master Crafted Edition ist seit dem 10. Juni 2025 für PC und Xbox Series S/X erhältlich. Das Spiel ist auch im Game Pass enthalten. Über eine PS5-Umsetzung ist nichts bekannt. Der deutlich bessere Nachfolger Space Marine 2 ist auch für PS5 erschienen, hier geht es zu unserem großen Test mit Video. Transparenzhinweis: Für diesen Test wurde uns ein Review Code vom Publisher zur Verfügung gestellt.

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