Space Marine - Master Crafted Edition im Test: Was ist daran bitte meisterhaft?

Test Felix Schütz
Space Marine - Master Crafted Edition im Test: Was ist daran bitte meisterhaft?
Quelle: Sega, PC Games

Mit dieser Neuauflage tut sich Sega keinen Gefallen: Das Remaster von Space Marine hat kaum Neues zu bieten - und der Preis ist ein schlechter Witz.

Vor 14 Jahren war Space Marine noch eine faustdicke Überraschung: Ausgerechnet die Strategie-Experten von Relic Entertainment (Dawn of War, Homeworld, Company of Heroes) versuchten sich damals an einem deftigen Third-Person-Shooter! Und diesmal wollte man auch die Konsolenspieler auf Xbox 360 und PS3 nach allen Regeln der Kunst abholen. Die Warhammer-Schlachtplatte wurde allerdings nicht der erhoffte Kassenschlager, auch die Wertungen landeten eher im hohen 70er-Bereich. Doch das Spiel fand seine Fans, die ihm bis heute wacker die Treue halten - allein auf Steam kann es mittlerweile 16,000 User-Reviews verbuchen, die allermeisten davon positiv.

Es sollte dann zwar 13 Jahre dauern, bis wir mit Space Marine 2 einen tollen Nachfolger bekommen - doch seitdem ist die Marke wieder schwer angesagt. Kein Wunder also, dass Sega beschlossen hat, den ersten Teil nochmal zu remastern und für aktuelle Konsolen sowie PC rauszuputzen. Die Neuauflage nennt sich "Master Crafted Edition", von Meisterhand geschaffen - doch beim Spielen tun sich Fragezeichen auf. War der Meister zwischendurch im Urlaub? Oder habe ich aus Versehen die alte Version installiert?

Die Neuauflage, die am 10. Juni 2025 erschienen ist, ruft jedenfalls keine Begeisterung hervor. Auf Metacritic fallen die ersten Wertungen mittelmäßig aus, laut Steam DB sind aktuell keine 200 Leute im Spiel unterwegs. Das sind bittere Zahlen, die sich aber mit Blick auf das Preisschild leicht erklären lassen.

40 Euro ruft Sega für diese Neuauflage auf! Und nein, da spielt es keine Rolle, ob ihr die Originalfassung schon besitzt, einen Preisnachlass gibt's nicht. Das Spiel ist zwar auch im Game Pass enthalten, doch wer den nicht nutzt, muss 40 Taler für ein 14 Jahre altes Spiel hinblättern. Nun, zu dem Preis haben die doch bestimmt eine ganze Menge verbessert...oder? Finden wir's raus!

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Kampf den Xenos und Ketzern

Für alle, die das Original nicht kennen: In Space Marine schlüpft ihr zum ersten Mal in die Haut von Titus - ein schwer gepanzerter, genetisch hochgezüchteter Ultramarine, ein wahrer Schrank von einem Kämpfer, der den Willen des Imperators mit fanatischem Eifer verkörpert. Gemeinsam mit einigen Kameraden wird er auf einer imperialen Fabrikwelt abgeworfen, auf der sich eine ganze Armee blutrünstiger Orks ausgebreitet hat. Euer Auftrag: Invasion stoppen, Überlebende retten und dazwischen Hunderte, nein Tausende von Orks und anderem Warhammer-Gesocks plattmachen.

Nein, es ist kein spannender Plot, den uns Relic da auftischt, aber er funktioniert: Die Figuren sind gut vertont und wer mit Warhammer 40K etwas anfangen kann, dürfte sich über jede Menge Lore-Schnipsel und die dichte Atmosphäre freuen, die euch ins rappelvolle Universum eintauchen lassen. Für die kurze Spielzeit von etwa acht Stunden geht der Handlungsrahmen völlig in Ordnung.

Spätestens beim Gameplay kann das Spiel sein Alter aber nicht mehr verbergen. Dabei läuft eigentlich alles genau so linear und unkompliziert ab wie im Nachfolger: Mit Bolter, Kettensägenschwert und anderen typischen Waffen verbringt ihr die meiste Zeit damit, klar abgesteckten Pfaden zu folgen, hier und da Munition aufzusammeln und vor allem hordenweise Gegner niederzumetzeln. Im zweiten Teil waren das Tyraniden, hier sind es eben Orks. In beiden Spielen mischen später außerdem noch die Chaos mit, was etwas mehr Vielfalt in die Gegnerhorden bringt.

Space Marine - Master Crafted Edition im Test: Was ist daran bitte meisterhaft? (6) Quelle: PC Games Space Marine - Master Crafted Edition im Test: Was ist daran bitte meisterhaft? (6)

Gears of Warhammer

Die Third-Person-Action spielt sich im Grunde wie ein Gears of War ohne Deckungssystem, denn der schwerfällige Titus fühlt sich mitten im Schlachtgetümmel am wohlsten. Anstatt Medipacks aufzusammeln, heilt er sich zum Beispiel, indem er betäubte Gegner mit blutigen Finishing Moves zerfetzt. Außerdem lässt euch das arcadige Kampfsystem flüssig zwischen Nah- und Fernangriffen wechseln.

Man fühlt sich dadurch wie eine Ein-Mann-Armee, wenn Titus sich ohne Rücksicht auf Verluste in eine Gegnergruppe stürzt, sie mit Druckwellen wegschleudert, sofort gefährliche Ork-Schützen aus der Ferne mit dem Boltergewehr ausschaltet und dann im nächsten Augenblick mit dem Kettensägenschwert durch die letzten verbliebenen Grünhäute mäht, dass es nur so spratzt. Dem Imperator gefällt das!

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