Company of Heroes 3 im Test: Ein intensives Echtzeitstrategie-Spiel alter Schule
Test 18,93 €
Nach Jahren der Entwicklung in enger Kooperation mit der Community ist Company of Heroes 3 endlich da. Wir klären im Test, was die Echtzeitstrategie kann, welche neue Features euch erwarten und an welchen Stellen weiterhin Probleme existieren.
Die Company-of-Heroes-Reihe hat bereits eine erstaunliche Reise hinter sich. Sowohl, was seine Langlebigkeit angeht, als auch bei den Schauplätzen, die uns bisher präsentiert wurden. So ging es im ersten Teil ausgehend von der Landung in der Normandie einmal quer durch Frankreich. In Opposing Fronts kämpften wir unter anderem um die Niederlande. Und in Company of Heroes 2 dreht sich schließlich alles um Schlachten an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs, vom Sturm auf Moskau über den Kessel von Stalingrad bis hin zur Schlacht um Berlin.
Acht Jahre nach dem letzten Add-on zum zweiten Teil veröffentlichen die Entwickler von Relic Entertainment nun endlich Company of Heroes 3 (jetzt kaufen 22,30 € / 18,93 € ) und erneut bekommen wir es mit neuen Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs zu tun. Diesmal haben sich die Macher auf Ereignisse im Mittelmeer-Raum konzentriert. Genauer gesagt bekommen wir es mit den Feldzügen des deutschen Afrikakorps in Nordafrika und der Invasion der Alliierten in Italien zu tun. Das Besondere an der Entwicklung des Spiels war diesmal auch, dass von Anfang an die eingefleischte Fangemeinde der Reihe in das Projekt eingebunden wurde. Ob das dem Spiel gutgetan hat und wir wieder qualitativ hochwertige Echtzeit-Schlachten geboten bekommen, haben wir im Test unter die Lupe genommen.
Ein Wüstenfuchs ...
Kernstück des Spiels sind die zwei Kampagnen an den bereits genannten Schauplätzen. Der Nordafrikafeldzug ist dabei eine vergleichsweise klassische Kampagne, wie wir sie bereits aus den Vorgängern kennen. Dabei wird die Geschichte vom Eroberungszug des deutschen Afrikakorps durch die Wüste Nordlibyens über die Entstehung des Mythos vom Wüstenfuchs Erwin Rommel bis zum Ende des deutschen Vormarsches beim ägyptischen EL-Alamein erzählt.
Zusätzlich erleben wir den Feldzug in gezeichneten Zwischensequenzen zwischen den Missionen aus der Sicht von libyschen Juden aus Bengasi, die unter den deutschen Besatzern und den anhaltenden Angriffen beider Seiten zu leiden haben. Mit diesem Blickwinkel wird zumindest ein wenig versucht, die Schrecken des Kriegs zu vermitteln. Ansonsten verzichten die Entwickler allerdings darauf, die beteiligen Parteien in einem bestimmten Licht darzustellen. Die Taten von Rommel und seiner Armee werden weder glorifiziert noch dämonisiert.
Quelle: Sega
Company of Heroes 3 im Test. (5)
... und Dolce Vita
Die zweite Kampagne ist nicht nur deutlich umfangreicher als der Nordafrikafeldzug, sondern bringt auch gleich die größte Neuerung von Company of Heroes 3 mit. Statt wie üblich in einer recht linearen Abfolge von Missionen läuft die Invasion Italiens auf einer rundenbasierten Strategiekarte ab. Strategiefans kennen das Konzept vermutlich vorwiegend aus den Spielen der Total-War-Reihe. Auf der Übersichtskarte stehen uns diverse Handlungsoptionen zur Verfügung: In eroberten Städten oder auf Schlachtschiffen an der Küste fordern wir neue Kompanien an, auf Flugfeldern hingegen stationieren wir Flugzeuge für Aufklärungs- oder Angriffsflüge.
Das Rückgrat unseres militärischen Fortschritts sind unsere Kompanien. Die verfügen pro Runde über eine begrenzte Zahl an Bewegungspunkten und können einmal angreifen. Attackieren wir direkt eine feindliche Kompanie auf offenem Feld, haben wir die Wahl, ob wir die Schlacht automatisch auswürfeln lassen oder sie selbst in einer generischen Skirmish-Schlacht austragen. In diesen Fällen haben wir uns jedoch eigentlich immer für die Automatik entschieden, denn Schlachten, bei denen wir keine Wahl haben und definitiv selbst eingreifen müssen, gibt es ohnehin schon genug. Dazu kommt es nämlich jedes Mal, wenn wir eine Stadt oder einen Flugplatz angreifen.
