Dawn of War - Definitive Edition im Test: Grafik-Upgrades und Wertung
Test
Das gefeierte Dawn of War meldet sich als Definitive Edition zurück. Wir haben das legendäre Echtzeit-Strategiespiel nochmal getestet - und dabei viele alte Stärken, aber auch verschenktes Potenzial entdeckt.
Auch die Umgebungen sind kaum hübscher geworden, die Trümmerlandschaften, Dschungel, Sümpfe und vielen anderen Level sehen im Großen und Ganzen noch so aus wie im Originalspiel. Das gilt zwar nicht für die Wasserdarstellung, die wurde tatsächlich etwas verschönert - allerdings haben das andere (und unwichtigere) Spiele schon hübscher hinbekommen.
Zumindest wurde aber an den Texturen geschraubt, die wurden sichtbar hochskaliert, geschärft und hier und da auch überarbeitet. Außerdem gibt's neue Glanzeffekte für Metalle, das erkennt man dann beispielsweise auf Schwertklingen.
Die Entwickler haben auch ein wenig an der Beleuchtung gedreht, manche Szenen fallen dadurch etwas heller aus als früher. Eine der besten Neuerungen sind aber die Schatten, die alle Einheiten werfen. Im Original war unter jeder Figur im Grunde nur ein dunkler Fleck zu sehen, doch damit es ist vorbei: Nun werfen alle Einheiten detailreiche Schatten, die wirklich zu ihren Figuren passen - und das macht schon was aus!
Quelle: PC Games
Wer mag, kann mitten ins Schlachtgetümmel hineinzoomen.
Eine weitere Verbesserung fällt in der normalen Spielansicht von oben kaum auf. Wer aber die Kamera nach unten neigt, erkennt den Unterschied sofort: Die Entwickler haben den hässlichen Nebel, der die Umgebung in der Ferne verdeckt, ein gutes Stück zurückgeschraubt. Dadurch genießt ihr etwas mehr Weitsicht, was immer dann von Vorteil ist, wenn ihr die Schlachten aus der Nähe betrachten wollt.
Es sind also nicht viele Schrauben, an denen Relics Grafiker gedreht haben, doch sie entfalten ihre Wirkung: In hohen Auflösungen sieht das Spiel hübscher aus als das Original und es spielt sich auch besser, vor allem dank der übersichtlicheren Kamera. Von einem wirklich zeitgemäßen Grafik-Upgrade kann aber leider keine Rede sein.
Dass Dawn of War trotzdem immer noch richtig atmosphärisch wirkt, hat es seinem unverwüstlichen Design, seinen coolen Kampfanimationen und auch seinem Sound zu verdanken: Die deutsche Sprachausgabe punktet mit einer guten Übersetzung, martialischen Kampfschreien und herrlich übertriebenem Ork-Kauderwelsch. (Da wird nicht getötet, da wird weggemoscht!) Die Soundtracks von Jeremy Soule und Inon Zur sind zudem in Würde gealtert und sorgen immer noch für ordentlich Stimmung auf dem Schlachtfeld.
Fazit und Wertung zu Dawn of War: Definitive Edition
Viele Neuauflagen wie etwa die Command & Conquer Remastered Collection kommen mit launigen Extras. Zum Beispiel Behind-The-Scenes-Videos, Anekdoten Making Ofs, eine Artwork-Sammlung oder ein cooles Glossar mit Hintergrundinfos. Nichts davon findet sich in der Dawn of War: Definitive Edition.
Aber sollte man deshalb die Finger von der Definitive Edition lassen? Nö, ganz im Gegenteil!
Dawn of War ist vielleicht nicht mehr der Überflieger, der er mal war. Aber es ist und bleibt ein wichtiges Echtzeit-Strategiespiel, das mit toller Atmosphäre, coolen Fraktionen und klugen Mechaniken immer noch richtig Laune macht. Die Neuauflage mag zwar längst nicht alle Register ziehen, doch das ändert nichts daran, dass ihr hier die bislang beste Fassung von Relics Klassiker bekommt - und dank seinem 64-bit-Upgrade ist diese Version auch gut für die Zukunft (sprich: Mods) aufgestellt.
Meinung
Dawn of War: Definitive Edition ist komplett auf Deutsch und nur für PC erhältlich. Der Preis auf Steam und GOG liegt bei rund 28,50 Euro. Wer bereits die Dawn of War: Anniversary Edition auf Steam oder GOG besitzt, erhält außerdem einen Preisnachlass von 30 Prozent. Und jetzt drücken wir bitte alle schön gemeinsam die Däumchen, dass Relic sich einen Ruck gibt und diese Neuauflage zum Anlass nimmt, endlich mal Dawn of War 4 anzukündigen. Es wäre doch wirklich an der Zeit!
UPDATE: Wir wussten es zwar schon vorher, aber nun ist es offiziell: Dawn of War 4 kommt tatsächlich! Allerdings stammt die vielversprechende Fortsetzung diesmal nicht von Relic Entertainment, sondern von einem deutschen Entwicklerstudio. King Art (Iron Harvest) kümmert sich derzeit in Bremen darum, aus Dawn of War 4 einen absolut würdigen Nachfolger zu machen. In unserer Übersicht zu Dawn of War 4 gibt's alle Infos!
