Dawn of War - Definitive Edition im Test: Was ist da eigentlich neu?

Test Felix Schütz
Dawn of War - Definitive Edition im Test: Was ist da eigentlich neu?
Quelle: PC Games, Relic Entertainment

Das gefeierte Dawn of War meldet sich als Definitive Edition zurück. Wir haben das legendäre Echtzeit-Strategiespiel nochmal getestet - und dabei viele alte Stärken, aber auch verschenktes Potenzial entdeckt.

Beim restlichen HUD gibt es dafür nur wenige Fortschritte: Die Minimap wurde abgetrennt und in die Bildecke links unten verfrachtet, wodurch eigentlich mehr Platz für das Truppenfenster wäre. Doch leider hat Relic daran kein Interesse, das Fenster kann darum nach wie vor nur acht Einheiten oder Squads gleichzeitig anzeigen. Habt ihr mehr Einheiten selektiert, müsst ihr die Auswahl wie früher umständlich durchschalten.

Auch in anderen Punkten gäbe es noch Luft nach oben, etwa bei den Servitor-Einheiten der Space Marines. Die können zwar Fahrzeuge und Gebäude reparieren, brauchen dazu aber einen eigenen Befehl - eine Automatik wie in Warcraft 3 fehlt nach wie vor. Und wenn ihr per Shift-Taste eine Abfolge von Befehlen erteilt, werden die zwar brav abgearbeitet, doch eine passende Visualisierung fehlt leider immer noch.

Natürlich ist nichts davon so schwerwiegend, dass der Spielspaß ernsthaft darunter leidet. Dawn of War spielt sich auch heute noch überraschend gut. Allerdings wäre die Definitive Edition eben die perfekte Gelegenheit gewesen, die Bedienung wirklich auf Vordermann zu bringen und mehr Optionen einzubauen - und da hat Relic leider nur das Nötigste getan.

In Dawn of War dreht sich alles darum, Ressourcenpunkte einzunehmen und zu halten. Quelle: PC Games In Dawn of War dreht sich alles darum, Ressourcenpunkte einzunehmen und zu halten.

Technische Verbesserungen

Zumindest gibt es aber unter der Haube ein paar Fortschritte, die vor allem Langzeitfans freuen dürften. Zum Beispiel hat Relic die Wegfindung der Einheiten überarbeitet, dadurch sollten sich größere Gruppen nun leichter steuern und auf Ziele hetzen lassen - gerade bei den Orks und Nahkämpfern merkt man hier den kleinen, aber feinen Unterschied.

Weitsicht und Schatten im Vergleich
Grafikvergleich: Dawn of War im Jahr 2004
Grafikvergleich: Dawn of War im Jahr 2004 Grafikvergleich: Dawn of War im Jahr 2025

Zudem hat Relic die Engine 64-bit-tauglich gemacht, damit sind alte Speichergrenzen endlich Geschichte. Davon werden normale Käufer auf modernen PCs vielleicht gar nicht viel bemerken, doch für die Modding-Szene könnte sich das Upgrade als echter Game Changer entpuppen. Denn nun sollte es den Fans möglich sein, technisch anspruchsvollere Mods mit wesentlich mehr Einheiten und Finessen umzusetzen. Umso besser, dass die Definitive Edition gleich einen integrierten Mod-Manager an Bord hat! Auch schön: Alte Mods sollen mit der Definitive Edition kompatibel sein.

Ein lästiger Bug ist uns aber leider auch im Test der Definitive Edition wieder begegnet: Genau wie früher fehlte manchmal einfach die Hintergrundmusik, nachdem wir einen Spielstand geladen hatten. Ist das bei Relic wirklich niemandem aufgefallen?

Behutsames Grafikupgrade

Doch egal, ob man sich über die Neuerungen freut oder ärgert: Ein fettes Grafik-Upgrade wie in Age of Mythology: Retold solltet ihr auf keinen Fall erwarten. Brandneue Einheitenmodelle wie in Warcraft 3 Reforged hat man sich zum Beispiel gespart, das sind im Grunde noch die gleichen 3D-Modelle, die wir schon vor 21 Jahren übers Schlachtfeld gescheucht haben. Immerhin haben aber einige Kämpfer etwas mehr Polygone als früher und wirken dadurch ein wenig plastischer. Doch gerade in Cutscenes, in denen man die Figuren oft aus der Nähe betrachtet, wirken manche von ihnen völlig aus der Zeit gefallen.

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