WWE 2K22: Geglücktes Comeback oder erneute Katastrophe? - Seite 4

Test Christian Dörre
WWE 2K22: Geglücktes Comeback oder erneute Katastrophe? - Seite 4
Quelle: PC Games

In unserem Test zu WWE 2K22 erfahrt ihr, warum das Wrestlingspiel zwar Spaß macht und technisch stabil ist, aber trotzdem nicht ganz überzeugen kann.

Es gibt im Universum-Modus aber dann doch noch zwei Unterschiede zum Vorgänger: 1. In WWE 2K22 funktioniert der Modus auch tatsächlich. Und 2. Diesmal darf man auch nur mit einem einzelnen Superstar ins WWE Universe abtauchen. Ihr sucht euch einen aktuellen Wrestler oder eine Legende aus, legt fest, in welcher Show ihr antreten möchtet und los geht's. Die KI bookt hier zwar die Match-Cards, aber ihr könnt darauf einwirken, indem ihr eure persönlichen Ansprüche festlegt.

So könnt ihr beispielsweise kundtun, ein Tag Team gründen zu wollen, euch nach einer Rivalität sehnen oder ein Titelmatch fordern. Die KI geht dann beim Booking auf diese Wünsche ein. Natürlich erwarten einen hier nur die Zwischensequenzen und Storys aus dem Universum-Modus, aber konzentriert auf einen Wrestler oder eine Wrestlerin wirkt das nochmal ein wenig anders. Das ersetzt zwar keine richtige Kampagne, macht aber überraschend viel Spaß. Das ist auch gut so, denn beim richtigen Story-Modus versagt WWE 2K22.

MyRise - Was für'n Sch...

In der Creation Suite darf man Wrestler, Arenen, Shows, Move-Sets und Titelgürtel erstellen und für die Community hochladen. Quelle: PC Games In der Creation Suite darf man Wrestler, Arenen, Shows, Move-Sets und Titelgürtel erstellen und für die Community hochladen. Der Kampagnen-Modus hört auf den Namen MyRise und ist wohl die größte Enttäuschung des Spiels. In MyRise entscheidet man sich für den Weg eines männlichen oder weiblichen Rookies und erstellt sich diesen anschließend im Editor. Sowohl die Wahl des Geschlechts als auch die verschiedenen Kampfstile entscheiden darüber, welche Geschichten man erlebt. Hier kann man sich dann auch teilweise noch für verschiedene Wege entscheiden. Eigentlich lohnt es sich also, den Modus mehrmals zu spielen. Da gibt es allerdings ein schwerwiegendes Problem: MyRise ist stinklangweilig.

Das liegt vor allem daran, dass die angeblichen Storys, die man dort erleben kann, gar keine richtigen Geschichten sind. Entweder reagiert man auf den Tweet eines anderen Superstars, woraufhin dann ein Match angesetzt wird, oder irgendwelche Leute stellen einem Aufgaben, die dann zu einem Match führen.
Der MyRise-Modus ist leider stinklangweilig. Selbst die Krönung zum King of the Ring ist so lahm wie möglich erzählt. Quelle: PC Games Der MyRise-Modus ist leider stinklangweilig. Selbst die Krönung zum King of the Ring ist so lahm wie möglich erzählt. Das ist alles sehr zusammenhanglos und total egal. Nur in seltenen Fällen passiert mal etwas halbwegs Aufregendes. So nahmen wir beispielsweise am King-of-the-Ring-Turnier teil, was zu einer Fehde mit King Corbin führte, und wir formten ein Power-Trio mit Bobby Lashley und Dana Brooke, bis sich Dana Brooke in uns verliebte und Bobby Lashley eifersüchtig wurde.

Die 'Storys' in MyRise ergeben sich hauptsächlich durch Tweets. Gibt es doch mal Cutscenes, nerven davor und danach ewige Ladezeiten. Quelle: PC Games Die "Storys" in MyRise ergeben sich hauptsächlich durch Tweets. Gibt es doch mal Cutscenes, nerven davor und danach ewige Ladezeiten. Ja, das klingt schon schlimm, aber es kommt noch dicker, denn diese Storys werden ebenfalls hauptsächlich über Tweets erzählt und zwischen jedem Match, Raum-Wechsel und Öffnen des Anpassungsmenüs kommt es jedes Mal zu ewig langen Ladezeiten.

Selbst wenn mal eine der seltenen Zwischensequenzen kommt, ist man genervt, weil man davor und danach Ladezeiten durchstehen muss, die jeweils länger dauern als die Cutscene. Hier ist unser Fazit eindeutig: Der MyRise-Modus ist richtig schlecht.

Fraktion durch Mikrotransaktion

Der an Ultimate Team erinnernde Modus MyFaction ist an sich ganz nett, 2K möchte hier aber wirklich sehr gerne, dass ihr nochmal die Geldbörse zückt. Quelle: PC Games Der an Ultimate Team erinnernde Modus MyFaction ist an sich ganz nett, 2K möchte hier aber wirklich sehr gerne, dass ihr nochmal die Geldbörse zückt. Bei MyFaction sind wir hingegen etwas zwiegespalten, denn eigentlich ist der an Ultimate-Team erinnernde Modus ganz nett. Man zieht Kartenpakete mit Superstars und Boni, wobei die Karten unterschiedliche Wertigkeiten haben und die Verträge der Wrestler unterschiedlich lang sind. Aus dem Line-Up kann man dann einzelne Catcher wählen, um mit ihnen in verschiedenen Modi anzutreten. So kämpft man sich beispielsweise quer durch NXT oder die Damen-Division.

In den Matches kann man dann verschiedene optionale Aufgaben erfüllen, um Punkte zu erhalten. Die erhält man auch, wenn man Vier-gegen-Vier-Fraktions-Matches spielt oder in den aus den Vorgängern bekannten Türmen antritt. Die gehören nun zum MyFaction-Modus und wechseln in gewissen Zeitabständen. Erspielte Punkte kann man dann wiederum für neue Kartenpakete ausgeben.

Problematisch ist allerdings, dass diese Pakete ziemlich teuer sind und man etliche Matches gewinnen muss, bis man sich das günstigste Paket überhaupt leisten kann. Aber 2K wäre ja nicht 2K, wenn man sich die Kartenpakete nicht ebenfalls mit Virtual Credits kaufen könnte, die man im Store für Echtgeld erhält. Ja, die beliebten Mikrotransaktionen sind also wieder mit an Bord.

Wir spielten den MyFaction-Modus eine ganze Weile und wir kamen in dieser Zeit nicht an einen Punkt, wo es keine Inhalte mehr für uns gab oder wir nicht mehr genügend Wrestler hatten. Man kann also durchaus auch Spaß mit dem Modus haben, ohne Echtgeld auszugeben. Allerdings setzt MyFaction auch klar auf Gier und Sucht nach neuen Karten, die man eben am einfachsten erhält, wenn man das Portemonnaie zückt.

Booyaka, Booyaka!

Der Showcase-Modus überzeugt mit einer netten Präsentation und viel Fan-Service, verdammt einen aber oft zum Zuschauen. Quelle: PC Games Der Showcase-Modus überzeugt mit einer netten Präsentation und viel Fan-Service, verdammt einen aber oft zum Zuschauen. Dafür hat uns der Showcase-Modus rund um Coverstar und Lucha-Libre-Legende Rey Mysterio gut gefallen. Auch in diesem Serienteil ist es wieder etwas mühselig, die Matches genau nach Skript zu spielen, aber dafür glänzt der Modus mit toller Präsentation. Rey Mysterio selbst kommentiert immer wieder die Matches und Gameplay und echte Filmsequenzen gehen nun fließend ineinander über.

Dadurch schaut man nun noch mehr zu als in früheren Ablegern, aber diese Übergänge sind wirklich klasse gemacht und geben einem noch mehr als in den Vorgängern das Gefühl, selbst Teil dieser klassischen Matches zu sein.

WWE 2K22 im Test Quelle: PC Games WWE 2K22 im Test Der Showcase ist kein Modus, der durch Gameplay überzeugt, er ist vielmehr ein schön verpacktes, atmosphärisches Leckerli für Wrestlingfans. Lediglich die Match-Auswahl ist etwas gewöhnungsbedürftig. So ist beispielsweise ein gutes, aber auch nicht gerade sonderlich relevantes Match gegen Dolph Ziggler dabei, die herausragende Zeit im Tag Team mit Edge wird aber nicht mal erwähnt.

Rey Mysterios Karriere wird also nicht sonderlich gut abgebildet. Außerdem ist die Grafik hier seltsamerweise schlechter als in den anderen Modi. Das sieht man vor allem an den Charaktermodellen. Dennoch macht der Showcase Laune und lohnt sich auch deshalb, da man dort verschiedene Arenen und auch WWE-Legenden wie Eddie Guerrero, Batista oder Shawn Michaels freischaltet.

Alter Champion mit Ringrost

WWE 2K22 macht es einem wirklich nicht einfach, zu einem eindeutigen Urteil zu kommen. Auf der einen Seite präsentiert es sich technisch stabil und spielerisch wirklich klar verbessert. Die virtuellen Wrestling-Matches sind abwechslungsreich und machen so viel Spaß wie schon lange nicht mehr. Einsteiger kommen schnell ins Spiel, gleichzeitig ist der Titel aber auch tiefgründig genug für Serienveteranen.

Auf der anderen Seite schleppt WWE 2K22 aber trotz Neuanfang immer noch einige Altlasten der Vorgänger mit sich rum, lässt bei den Spielmodi Potenzial liegen und MyRise ist sogar eine echte Enttäuschung. Insgesamt lässt sich sicherlich sagen, dass die Reihe mit WWE 2K22 wieder einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat, der Weg zurück zum Titel ist jedoch noch weit.

Meinung

Wertung zu WWE 2K22 (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu WWE 2K22 (PS5)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Technisch stabil, gute PerformanceVeränderte SteuerungSehr großes RosterGleichermaßen eingängiges und tiefgründiges KampfsystemVerbesserte AnimationenAbwechslungsreiche Matches, die teilweise eigene Storys erzählenUniversum-Modus mit einzelnem Superstar macht überraschend viel SpaßToll präsentierter ShowcaseNetter GM-Modus …
… der viel Potenzial liegen lässtEinige altbackene oder seltsame CharaktermodelleKleinere Bugs und Altlasten aus den VorgängernUniversum-Modus quasi unverändertMyFaction setzt auf MikrotransaktionenStinklangweiliger MyRise-ModusElendig lange Ladezeiten bei MyRise
Fazit

Ein spielerisch spaßiger Wrestling-Titel, dessen Modi-Qualität sehr durchwachsen ist

Bildergalerie

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Habt ihr WWE 2K22 schon gespielt oder habt vor, es zu spielen? Reichen euch die spielerischen Verbesserungen oder seid ihr enttäuscht von der durchwachsenen Qualität der Spielmodi? Kann die Reihe weiter unter 2K und Visual Concepts funktionieren oder wäre die Lizenz woanders besser aufgehoben? Schreibt uns gerne eure Meinung in den Kommentarbereich.

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