WWE 2K22: Geglücktes Comeback oder erneute Katastrophe? - Seite 2
Test
In unserem Test zu WWE 2K22 erfahrt ihr, warum das Wrestlingspiel zwar Spaß macht und technisch stabil ist, aber trotzdem nicht ganz überzeugen kann.
Wer die Vorgänger ausgiebig gezockt hat, braucht natürlich etwas Zeit zur Umgewöhnung, aber danach möchte man das neue Kampfsystem nicht missen. Es ist wirklich viel eingängiger, einige Aktionen sind tatsächlich fast selbsterklärend. So feiern auch Neulinge schnell Erfolge. Allerdings ist das schön präsentierte Tutorial recht oberflächlich und erklärt wirklich nur die Basics.
Für Einsteiger ist das natürlich erstmal ausreichend, zu wissen, wie man schlägt, kontert und Grappling-Manöver ausführt, aber Veteranen möchten natürlich auch spektakulärere Aktionen wie Dives oder Springboard-Manöver ausführen. Diese Sachen werden jedoch nicht erklärt. Nach einem kurzen Blick ins Steuerungsmenü ist die Ausführung zwar logisch und geht direkt in Fleisch und Blut über, dennoch wäre es schön gewesen, vielleicht noch ein ausführlicheres Tutorial für Fortgeschrittene ins Spiel zu packen. Das ist aber wirklich unser einziger Kritikpunkt, denn ansonsten sind wir sehr zufrieden mit der Steuerung. Im neuen Kampfsystem wurden schnelle und stärkere Angriffe nun auf verschiedene Tasten aufgeteilt. Auf Quadrat (mit dem Playstation-Gamepad) schlagt ihr fix, aber schwach, und mit X führt ihr einen heftigen Schlag oder Tritt aus. Die Aktionen variieren dabei auch je nachdem, in welche Richtung ihr den Analogstick drückt. Auf Kreis hingegen packt ihr euren Gegner und mit Dreieck wird gekontert.
In diesem Artikel
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Quelle: PC Games
Das Kontersystem wurde stark verändert. Grapples und Schläge werden nun auf unterschiedliche Weise abgewehrt. Zudem kann man blocken und ausweichen.
Die Aktionen können dabei schön miteinander kombiniert werden. Drückt ihr zweimal Kreis, schleudert ihr euren Kontrahenten in die Ringseile. Betätigt ihr aber erst Kreis und dann Quadrat oder X, führt ihr schwächere und stärkere Grappling-Manöver aus. Auch hier variieren die Aktionen, je nachdem, in welche Richtung ihr dabei den Analogstick drückt. Nach nur wenigen Minuten hat man das verinnerlicht.
Vor allem aber die Schläge und das Kontern unterscheiden sich von den Vorgängerspielen. In WWE 2K22 ist das Kampfsystem nämlich etwas kombolastiger. Drückt ihr beispielsweise viermal Quadrat, führt ihr eine schnelle Kombo aus. Kombiniert ihr Quadrat mit X, haut ihr eurem Kontrahenten noch heftiger aufs Maul. Bringt ihr dazu noch die Kreis-Taste ins Spiel, werft ihr den Gegner sogar mit harten Aktionen wie Gorilla Press Slams oder Brainbustern auf die Matte.
Wie bei Beat 'em Ups findet ihr zu jedem Kämpfer eine Komboliste, wenn ihr das Spiel pausiert. Auch hier gilt: Die Kombos sind unkompliziert, sodass Neulinge zur Not auch mit Button-Mashing erstmal Erfolge feiern können. Die Kombos sind aber auch gut anzusehen und lassen sich von erfahrenen virtuellen Catchern gezielt einsetzen.
Quelle: PC Games
Die Matches spielen sich wirklich gut und überzeugen mit einem tollen Flow und verbesserten Animationen.
Grappling-Angriffe werden weiter mit Dreieck gekontert, Schläge hingegen wehrt man mit Quadrat ab. Auf dämliche Debuffs, die es einem für viel zu lange Zeit verbieten zu kontern, wurde glücklicherweise verzichtet.
Nach besonders harten Aktionen kann man zwar mal kurzzeitig benommen sein und sich deshalb nicht zur Wehr setzen können, aber das geht wirklich schnell vorbei und macht nicht mehr den Match-Flow kaputt. Man darf nun also fast jederzeit kontern, dadurch dass es nun aber zwei Kontertasten gibt, muss man abwägen, wie der Gegner angreift.
So entstehen auch keine nervigen Konter-Orgien wie in früheren Teilen der Reihe. Zudem darf man nun auch blocken, indem man die Dreieck-Taste gedrückt hält, oder auch ganz einfach ausweichen mit R1. Größere Brocken wie ein Roman Reigns vollführen dann einen Sidestep, während quirlige Wrestler wie Rey Mysterio sich mit einer Ausweichrolle in Sicherheit bringen.
Das mag sich alles weiterhin ein wenig überladen anhören, aber die Aktionen sind allesamt wirklich schnell verinnerlicht und gehen gut von der Hand. Kampf- und Kontersystem greifen so gut ineinander wie schon lange nicht mehr und sorgen somit für ein dynamischeres Geschehen. Gerade auch, da das Spieltempo eh ein wenig hochgeschraubt wurde. Die Matches sind insgesamt mehr aus einem Guss als noch zuvor. Klar, es gibt immer noch einige abgehackt wirkende Animationen, allgemein laufen die Übergänge aber viel sauberer als früher.
Nach etwas Eingewöhnung lieferten wir uns teilweise geradezu epische Schlachten im Seilgeviert. Ganz wie im echten Wrestling erzählten manche Matches aufgrund ihres Kampfverlaufes sogar eigene Geschichten. Die Kämpfe sind eingängig, spaßig und abwechslungsreich. Je nachdem, welche Wrestler im Match sind, wird man sogar schon mal von einigen Situationen überrascht.
So brach bei uns zum Beispiel mal der Ring nach einem Superplex von zwei Super Heavyweights zusammen. Ein wenig Kritik müssen wir hier dann aber doch noch anbringen. Immer noch sind die Abstände bei Sprungmanövern teils schlecht abzuschätzen und manchmal springen die Wrestler auch daneben, obwohl sie eigentlich treffen müssten. Das ist nicht mehr so schlimm wie früher, fällt aber trotzdem immer wieder mal auf.
Quelle: PC Games
Dank des neuen Kampfsystems macht gerade das Spielen mit Highflyern viel mehr Spaß als in den letzten Teilen.
Das Comeback des GM-Modus
Wie im richtigen Wrestling muss aber natürlich nicht nur die Match-Qualität, sondern auch das Drumherum passen. Dafür bietet WWE 2K22 selbstverständlich verschiedene Spielmodi. Unter Exhibition dürft ihr frei Einzel-Matches, Tag-Team-Kämpfe und sämtliche Stipulations spielen oder auch Turniere ansetzen, in denen es entweder um die King-of-the-Ring-Krone oder um Championship-Gold geht. Dazu gesellen sich natürlich Online-Matches sowie der bekannte Universum-Modus, der Showcase, der Story-Modus MyRise und der neue MyFaction-Modus.
Langjährige Fans der Reihe freuen sich allerdings vor allem auf das Comeback des GM-Modus, der zuletzt in SmackDown vs. RAW 2008 enthalten war. Wie der Name schon besagt, schlüpft man hier in die Rolle eines General Managers und soll die Geschicke einer Show leiten. Hierbei kümmert man sich nicht nur um Match-Ansetzungen, sondern auch um die Zusammensetzung des Rosters und allerlei Backstage-Management und muss dabei zudem sein Budget im Auge behalten.
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