WWE 2K22: Geglücktes Comeback oder erneute Katastrophe? - Seite 3

Test Christian Dörre
WWE 2K22: Geglücktes Comeback oder erneute Katastrophe? - Seite 3
Quelle: PC Games

In unserem Test zu WWE 2K22 erfahrt ihr, warum das Wrestlingspiel zwar Spaß macht und technisch stabil ist, aber trotzdem nicht ganz überzeugen kann.

Am grundsätzlichen Gameplay des Modus hat sich also seit 2008 nichts geändert, aber es wurden einige Details ausgebaut und abgewandelt, die sich mal positiv, mal negativ auf den Modus auswirken. Kommen wir erstmal zum Positiven: Hatte man früher Halle, Crew und Co. vorgegeben und kümmerte sich hauptsächlich um das Wrestler-Management, muss man nun auf viel mehr Dinge achten. Das Ziel ist es stets, eine bessere Show abzuliefern als die Konkurrenz, und hier kommt es eben nicht nur auf die Matches, sondern auch auf die Produktion an. Gebt ihr beispielsweise Geld für Pyrotechnik und Backstage-Crew aus und mietet eine imposantere Arena als den Geräteschuppen in Wanne-Eickel, hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Qualität der Show. Man muss also noch mehr mit dem Budget haushalten und einschätzen, ob die aufgestellte Match-Card die höheren Ausgaben bei der Produktion rechtfertigt.

Schließlich braucht man ja auch noch Kohle für die Wrestler im Roster, um auslaufende Kurzzeit-Verträge zu verlängern, um Legenden zu engagieren, oder um Matches mit Stipulations wie Extreme Rules oder Hell in a Cell anzusetzen. Doch auch hier muss man aufpassen, denn spektakuläre Match-Arten kosten die teilnehmenden Wrestler viel Ausdauer. Bei niedriger Ausdauer verletzen sie sich schneller oder beschweren sich und deren Moral sinkt. Das wirkt sich dann wiederum auf die Match-Qualität aus.

Der GM-Modus ist ein nettes kleines Management-Spiel, lässt aber viel Potenzial liegen. Quelle: PC Games Der GM-Modus ist ein nettes kleines Management-Spiel, lässt aber viel Potenzial liegen. Interessant ist zudem, dass nun sogenannte Machtkarten ins Spiel kommen. Startet man den GM-Modus, entscheidet man sich zwischen fünf bekannten WWE-Persönlichkeiten als General Manager. Auch einen eigenen GM darf man erstellen. Jeder GM hat unterschiedliche Machtkarten. So darf man als Stephanie McMahon beispielsweise eine Karte setzen, die dafür sorgt, dass die Konkurrenz in der nächsten Woche drei Wrestler nicht einsetzen kann. Andere GMs heben die Moral des Rosters, steigern die Popularität eines Superstars oder sind besonders geschickt darin, mit Legenden Verträge auszuhandeln.

Diese Machtkarten darf man natürlich nicht jede Woche einsetzen, aber dafür bekommt man immer neue Karten, wenn man Ziele erfüllt. So verlangt Triple H zum Beispiel, ein Titel-Match anzusetzen, einen bestimmten Wrestler im Main Event zu bringen oder gar einen Superstar nicht in der Show einzusetzen.

Macht man das, bekommt man von Triple H eine Karte, die beispielsweise dafür sorgt, dass man diese Woche keine Hallenmiete zahlen muss, oder dass die Ausdauer eines Wrestlers wieder aufgefüllt wird. Diese Kniffe lockern den Modus schön auf. Schließlich klickt man sich hier die meiste Zeit durch Menüs.

Der GM-Modus hat jedoch auch einige Schwächen, und die liegen tatsächlich bei den Match-Ansetzungen. Konnte man früher im GM-Modus noch Match-Cards mit einer realistischen Größe erstellen, darf man jetzt nur noch drei Kämpfe und zwei Promos ansetzen. Allein dadurch hat man nie das Gefühl, tatsächlich eine richtige Wrestling-Show zu booken. Vor allem auch, da man nicht den Sieger eines Kampfes bestimmen kann, wenn man das Match simuliert.

Zudem darf man Rivalitäten nicht mehr selbst festlegen. Die ergeben sich nun automatisch nach Match-Ansetzungen. Doch auch hier ist man arg limitiert, da man nur noch Eins-gegen-Eins- und Tag-Team-Kämpfe plus einiger Stipulationen auswählen darf. Triple Threats, 4-Ways, Six-Men-Tag-, ja nicht mal Mixed-Tag-Team-Matches sind möglich. Besonders doof ist auch, dass Match-Wertungen sich fast ausschließlich danach richten, welche Stile die Kontrahenten haben.

Riese und Cruiserweight passen beispielsweise super zueinander. Das Match Walter gegen Kofi Kingston kommt also garantiert gut bei den Zuschauern an. Walter gegen Brock Lesnar würde aber bei den virtuellen Zuschauern durchfallen, obwohl das in der Realität ein viel größeres Traum-Match ist. Dadurch bleibt der GM-Modus viel zu berechenbar und ist trotz auch guter Neuerungen nicht mehr so tiefgründig wie früher.
Auch mit der verbesserten Engine sehen lange Haare immer noch ziemlich schlimm aus. Quelle: PC Games Auch mit der verbesserten Engine sehen lange Haare immer noch ziemlich schlimm aus. Vermutlich wollte man hier Überschneidungen mit dem ähnlich aufgebauten Universum-Modus verhindern, in dem es ja hauptsächlich um das Booking von Matches und Rivalitäten geht. Allerdings ist es dann auch unverständlich, warum man die Modi nicht einfach zusammengelegt hat.

In NBA 2K kann man schließlich auch auswählen, ob man nur spielen, sich nur ums Management kümmern oder alles machen will. Der GM-Modus in WWE 2K22 ist durchaus ein netter Zeitvertreib, lässt aber enorm viel Potenzial liegen und könnte viel besser sein.
Manche Kämpfe wachsen zu geradezu epischen Schlachten heran, die eine ganz eigene Geschichte erzählen. Quelle: PC Games Manche Kämpfe wachsen zu geradezu epischen Schlachten heran, die eine ganz eigene Geschichte erzählen.

Mein eigenes Universum

Wo wir gerade schon beim Universum-Modus waren, bleiben wir doch auch direkt da. Hier hat sich eigentlich so gut wie gar nichts geändert. Man ist weiterhin Herrscher über das WWE-Universum, legt Shows fest, bestimmt Titelträger, Rivalitäten und Match-Ausgänge und kann sogar eigene Kreationen einbinden. Schließlich darf man auch in diesem Teil wieder eigene Wrestler, Arenen, Shows, Entrances und sogar Titelgürtel erstellen. Die WWE Championship ist euch nicht prestigeträchtig genug? Dann erschafft einfach eure eigene.

Das ist auch weiterhin alles echt cool, obwohl die Creation Suite ein wenig abgespeckt wurde. Diesmal fehlt nämlich der erweiterte Entrance-Editor. Dieser führte angeblich zu vielen Abstürzen beim Vorgängerspiel. Aber ihr merkt schon, ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben. Sogar die Zwischensequenzen für die kleinen Storys innerhalb der Rivalitäten sind noch dieselben. Uns sind jedenfalls noch keine neuen Cutscenes aufgefallen.

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