Fluch und Segen zugleich: Aim-Assistenten - Wie Valorant auf der Konsole alles anders macht.

Special Tobias Meyer
Valorant Agents
Quelle: Riot Games

PC Master Race oder Konsole? Eine Frage, die die Geister seit Jahrzehnten scheidet. Doch im Jahr 2024 sind die Unterschiede zwischen PC und den Current-Gen-Konsolen nicht mehr so gravierend wie noch vor 20 Jahren.

Valorant - eine neue Ära von Konsolen-Shootern?

Doch wie steht es um Taktik-Shooter auf den Konsolen? Dieses Land ist nicht allzu dicht besiedelt. Neben Hell Let Loose und Rainbow Six tummeln sich auf den Konsolen eher wenige Shooter für Taktik-Experten - zumindest im Multiplayer-Bereich. Call of Duty bietet mit Suchen und Zerstören immerhin noch eine Variante des klassischen Bombenleger-Szenarios vieler Taktik-Shooter. Leider sind Gunplay und Community jedoch nicht dafür ausgelegt. Wie zuvor erwähnt geht es gut und gerne um den schnellen Erfolg und den bekommt man durch Rush-and-Kill - nicht etwa durch taktisches Vorgehen. Doch hier erneut: Don't blame the player - blame the game.

Nun kommt Riot Games daher und veröffentlicht mit Valorant einen bisher nicht allzu lang etablierten Taktik-Shooter für Konsoleros. Dass eine Version für Gamepad-Nutzer kommt, stand schon länger im Raum. Immer wieder wurde Quellcode geleakt, in denen Playstation, Xbox, aber auch Nintendo Switch und Mobile mutmaßlich erwähnt wurden.

Valorant Yoru steht vor einem Brand Quelle: Riot Games Zunächst befindet sich der kostenlose Shooter noch in einer kostenlosen Beta. Doch die zeigt bereits, dass Riot Games einiges richtig macht und möglicherweise einen neuen Weg für kompetitive Shooter ebnet, der neben den PC-Shootern koexistieren könnte.

Neue Aim-Assistenten braucht die Welt!

Die Konsolenfassung von Valorant löst einige zuvor erwähnte Probleme anderer Spiele des Genres. Crossprogress ist von Anfang an mit an Bord. Wer am PC bereits fleißig levelte und sein hart erspartes Geld in diverse Waffen-Skins investierte, wird all die Inhalte auch auf der Konsole wiederfinden. Und auch Crossplay ist dabei - wenn auch eingeschränkt.

Riot Games verzichtet im Konsolenableger auf ein gemeinsames Spiel zwischen Konsoleros und PClern. Ebenso werden Maus- und Tastatursteuerung nicht unterstützt. Das schafft gleiche Verhältnisse für alle Teilnehmer der Beta. Es gibt also keine Ausreden mehr, weil der Gegenspieler mit der Maus präziser wäre oder eine bessere Hardware mehr Vorteile gäbe.

Direkt zum Start des Spiels geht es zunächst in die Grundausbildung. Auch in unserem Testlauf mit der Konsolenversion war dieser Einstieg für uns als Veteranen notwendig. Schleichen, Ducken, Anvisieren, Spike platzieren oder entschärfen und vier verschiedene Fähigkeiten müssen schließlich auf dem Controller Platz finden. Obendrauf kommen die Karte, ein Kommunikationsmenü, Graffiti und einiges mehr.

Valorant Team Deathmatch Karte Quelle: Riot Games Was direkt auffällt: Die Entwickler machten sich eindeutig Gedanken, wie man ein Spiel, in dem es in erster Linie um Planung und Treffsicherheit geht, so anzupassen, dass diese gleichermaßen auf anderen Plattformen garantiert sind. Dafür etablierten sie auf den Konsolen den Fokus-Modus.

Zielhilfen sind in Valorant eher marginal gehalten, ähneln aber jenen aus Call of Duty. Der Unterschied versteckt sich jedoch im Detail. Was gleich ist: Nähert sich das Fadenkreuz einem Gegner, wird die Sensitivität reduziert, ohne jedoch einen Lock auf den Feind zu haben.

Das ist besonders deshalb notwendig, weil in Valorant, ähnlich wie in Counter-Strike, aus der Hüfte geschossen wird. Wir gehen also in der Regel nicht in das ADS, müssen Spray-Patterns lernen und im Idealfall mit einer einzigen Kugel den Gegner gen Walhalla schicken. Letzteres geht jedoch nur mit absoluter Präzision, weshalb Spray-Patterns umso mehr Bedeutung gewinnen.

Hierbei handelt es sich um vorgefertigte Muster, in denen die Kugeln unterschiedlicher Waffen einschlagen. Wer zum Dauerfeuer neigt, wird diesen Mustern rasch begegnen. Eine Besonderheit bietet das ADS in Valorant, das mit so ziemlich jeder Waffe möglich ist. Hierbei müssen keine Patterns gelernt, sondern lediglich auf das Fadenkreuz geschaut werden: Wo wir hinzielen, schlägt auch die Kugel ein. Damit das aber nicht zu einfach ist, ist der Rückstoß dort, je nach Waffe, ein stärkeres Hindernis. In unserem Test zeigte sich jedoch, dass man in solchen Situationen deutlich anfälliger für gegnerischen Beschuss ist. Eine schnelle Konterreaktion ist aus dem ADS nicht möglich.

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